easyCredit BBL | 07.05.2016, 12:03 Uhr

Interview: Julian Jasinski und Pascal Zahner-Gothen

Die jungen Feuervögel haben in dieser Saison viel Verantwortung übernommen. Zwei von ihnen debütierten in der laufenden Spielzeit in der Beko Basketball Bundesliga: Julian Jasinski (20) und Pascal Zahner-Gothen (19). Im Interview ziehen die beiden Youngster das Fazit ihrer ersten Profi-Saison – und sprechen über Spaghetti Carbonara, Zukunftspläne und die schlimme Verletzung ihres Mitspielers D.J. Covington.

Pascal Zahner-Gothen (l.) und Julian Jasinski

Pascal Zahner-Gothen (l.) und Julian Jasinski

Die Saison 2015/2016 ist eure Debüt-Saison in der Beko BBL. Bitte gebt uns ein kleines Resümee ...
Julian Jasinski: Der Anfang meiner Saison verlief leider gar nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Eine Woche vor unserem ersten Saisonspiel habe ich mich verletzt und musste am Fuß operiert werden. Das hat einen dann schon etwas zurückgeworfen … Mittlerweile läuft es aber zum Glück wieder deutlich besser, ich bin gesund und habe nach meiner Verletzung versucht, noch das Beste aus der Saison zu machen.
Pascal Zahner-Gothen: In der ersten Bundesliga auflaufen zu dürfen, war schon immer ein Traum von mir. Tagtäglich mit den Jungs zu trainieren macht sehr viel Spaß, ich verstehe mich mit jedem Einzelnen aus dem Team sehr gut.

Wenn ihr auf eure Vergangenheit in der NBBL/JBBL zurückblickt, wie gut haben euch die Erfahrungen dort auf die BBL vorbereiten können?

Jasinski: Dass man das Niveau, die Physis und Geschwindigkeit in der BBL nicht mit den Jugendligen vergleichen kann, ist klar. Das ist schon etwas ganz anderes. Nichtsdestotrotz hat man gute Erfahrungen machen können, die einen dann persönlich weiterbringen und schon einen kleinen Vorgeschmack geben konnten, was einen in der BBL erwartet, etwa das TOP4 letztes Jahr in unserer eigenen Halle.
Zahner-Gothen: Die Spielpraxis, die man in der JBBL und NBBL gesammelt hat, waren persönlich für meine Entwicklung sehr wichtig. Vor allem in puncto Spielverständnis konnte ich eine Menge dazulernen. Eine ganz besondere Erfahrung waren die Playoffs, in denen man sich mit den besten Teams Deutschlands messen konnte.

In den letzten Spielen dieser Saison fallen aufgrund der vielen Ausfälle mehr Minuten und auch mehr Verantwortung an euch. Wie haben euch Coaches oder auch Teammates darauf vorbereitet?
Jasinski: Eigentlich hat sich diesbezüglich nicht sehr viel verändert. Es gibt vielleicht mal ein extra Gespräch mit den Coaches oder man selbst wirft noch mal einen Blick mehr auf das Scouting der Gegner vor dem Spiel. Ansonsten muss man einfach locker bleiben und versuchen, die Aufgaben, die man vom Coach bekommen hat, so gut wie möglich zu erfüllen.
Zahner-Gothen: Es ist natürlich ärgerlich, dass sich in dieser Saison mit D.J. und J.J. zwei unserer besten Spieler verletzt haben. In solchen Momenten müssen dann die anderen Spieler im Team in die Bresche springen. Vor allem die „erfahrenen Spieler“ ermutigen uns, jedes Spiel mit viel Selbstvertrauen zu spielen.

Kam in einem stillen Moment vielleicht sogar schon mal das Gefühl der Überforderung auf?
Jasinski: Es gibt Situationen, wo man mal etwas falsch macht oder was neu für mich ist. Aber das ist in meinem Alter normal und meine Teammates und Trainer helfen mir da weiter. Überforderung würde ich das aber nicht nennen.
Zahner-Gothen: Das Gefühl der Überforderung kam bei mir nicht auf. Ich fühle mich in dieser Mannschaft sehr gut aufgehoben.

Ist eure Spielvorbereitung in dieser „Notlage“ eine andere?
Jasinski: Nein, die ist eigentlich gleich geblieben. Früh ins Bett und gut essen.
Zahner-Gothen: Nein, da jedes Spiel wichtig ist. Ich bereite mich auf jedes Spiel im Grunde gleich vor, Carbonara im Vapiano ist da schon gar nicht mehr wegzudenken. Bei sehr wichtigen Spielen gehe ich auch schon mal ein bisschen früher schlafen.

Die Verletzung von D.J. Covington war auch für manch Routinier der Liga nicht leicht mit anzusehen, wie habt ihr die Situation verarbeitet?
Jasinski: Ich kann es manchmal immer noch nicht so richtig fassen, was da passiert ist. Was mir persönlich bei dieser Situation sehr geholfen hat, ist wie D.J. selbst damit umgeht. Er ist immer noch der Gleiche wie vorher, lacht und ist positiv und dafür bewundere ich ihn.
Zahner-Gothen: Aufgrund der Tatsache, dass D.J. nicht nur ein Mitspieler, sondern auch ein guter Freund ist, war es sehr grausam für mich, sowas mit anzusehen. Solch eine Verletzung wünscht man niemandem. Ich wünsche D.J. alles erdenklich Gute!

Julian, im Spiel gegen Ludwigsburg bist du zum ersten Mal in der Starting Five aufmarschiert. Wie war das für dich und wie sehr erhöht das den Leistungsdruck?
Jasinski: Es war geil. Ich habe mich sehr wohl auf dem Platz gefühlt, vor allem bei der super Stimmung, die an dem Tag in der Halle herrschte. Es wurde  vielleicht mehr von mir erwartet als sonst, aber ich hatte ein gutes Gefühl und habe mich nicht wirklich unter Druck gesetzt gefühlt.

Pascal, den Albatrossen hast du in Berlin zwei Punkte eingeschenkt. Wie sehr beeinflusst einen jungen Spieler wie dich die Reputation einer Mannschaft wie eben ALBA BERLIN?
Zahner-Gothen:
Für mich persönlich ist jedes Bundesliga-Spiel etwas Besonderes. Klar, dass Spiele wie gegen Bamberg, Bayern oder wie eben gegen Berlin nochmal was anderes sind. Das sind schließlich gestandene Profis, die seit vielen Jahren auf höchstem Niveau Basketball spielen.

Wir haben nun einen kleinen Blick auf den Anfang eurer Karrieren geworfen, bleibt noch die Frage: Wo wollt ihr hin? Oder – um es mit den Worten der Personalchefs dieser Nation zu sagen – wo seht ihr euch in fünf Jahren?
Jasinski:
Das ist eine schwierige Frage. Wenn ich überlege, dass ich vor etwa fünf Jahren mit dem Basketball angefangen habe, da hätte ich wahrscheinlich nicht im Traum gedacht, dass ich mal in der Beko BBL spielen werde. Ich bin auf jeden Fall erst am Anfang meiner Karriere und habe noch sehr viel vor und große Ziele, für die ich jeden Tag hart arbeite.
Zahner-Gothen: Ich persönlich lebe im Hier und Jetzt. In fünf Jahren werde ich hundertprozentig immer noch Basketball spielen, so viel weiß ich schon. Schließlich kann ich mir ein Leben ohne Basketball nicht vorstellen. Ich wünsche mir dafür, dass ich weitestgehend verletzungsfrei bleiben werde.

 


 
 
 
 

Tickets online bestellen