easyCredit BBL | 06.03.2016, 13:28 Uhr

Alex Nolte: „Hobby zum Beruf gemacht”

Alex Nolte ist Trainer-Azubi bei Phoenix Hagen. Er ist Co-Trainer der Juniors (NBBL), Headcoach beim VFK Boele-Kabel (Oberliga) und Individualtrainer U16-U24. Im Interview spricht der 23-Jährige über seine Ausbildung, die Entwicklung von Spielern wie Geske und Grof – und darüber, was er statt Kaffeekochen für Matthias Grothe tun musste.

Alex Nolte (l.) mit Moritz Krume, ...

Alex Nolte (l.) mit Moritz Krume, ...

... dem Team von Phoenix Hagen ...

... dem Team von Phoenix Hagen ...

... und beim Abklatschen mit David Bell

... und beim Abklatschen mit David Bell

Alex, du bist Trainer-Azubi und sozusagen ein Headcoach der Zukunft. Wann hast du angefangen?
Mit 15 Jahren habe ich als U10-Trainer bei Boele-Kabel angefangen, nebenbei war ich als Spieler selbst aktiv. Nach dem TOP4 2012 in der Ischelandhalle, das ich als Spieler miterlebt habe, bin ich als Trainer bei Phoenix tätig geworden.

Was magst du besonders an deiner Arbeit?
Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht. Besonders mag ich am Job als Trainer die Beobachtung der Spieler. Einige Spieler habe ich schon über Jahre im Blickfeld und verfolge ihren Weg. Wenn ich an Niklas Geske oder Jonas Grof denke, bewundere ich ihre Entwicklung in den letzten Jahren. Mit Niklas stand ich 2012 als Spieler im NBBL TOP4. Seine Entwicklung als Spieler beeindruckt mich sehr. Der „kleine, dünne“ Niklas hat es echt geschafft, ein Bundesligaspieler zu werden. Seine körperliche und spielerische Entwicklung war in den letzten vier Jahren enorm. Jonas kenne ich über zehn Jahre. Seine Einstellung beeindruckt mich in jedem Training. Er gibt immer 100 Prozent und will sich in jedem Training verbessern.

Wie bist du dazu gekommen, Auszubildender im BBL-Trainerausbildungsprogramm zu werden?
Da muss ich vor allem Matthias Grothe danken. Sein Einsatz war wohl entscheidend, dass Phoenix einen Platz im Ausbildungsprogramm bekommen hat. Als Matthias mir das erste Mal von den Plänen erzählte, war mir sofort klar: Das ist das, was ich machen will.

Für alle die, die es dir gleichtun wollen: Was sind Bestandteile deiner Ausbildung?
In den ersten beiden Jahren haben wir Aufgaben auf einem Online-Campus, einer Art Berufsschule online am Computer, erledigen müssen. Wir hatten verschiedene Module wie z. B. Sportwissenschaft, Sportmedizin, Sportpsychologie, Sportmanagement usw. Ein weiterer Bestandteil sind Hospitationen im In- und Ausland. So durfte ich Eindrücke in Ludwigsburg, Oldenburg und Ulm sammeln. Anfang Februar war ich für neun Tage in Belgrad und durfte dort bei drei Clubs hospitieren. Das Highlight in Serbien war der Besuch des Spiels von Partizan Belgrad gegen Zadar. 8000 Fans und eine Stimmung, wie ich sie noch nie erlebt habe. Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist der ständige Austausch mit anderen Trainern. Durch die Ausbildung habe ich viele Trainer kennengelernt, mit denen ich im ständigen Austausch stehe.

Was für den Büro-Azubi das Kaffeekochen, ist für den Trainer-Azubi das …
…Wasserholen für Matthias Grothe. Das war meine erste Aufgabe als Azubi.

Wie gestaltet sich deine Arbeit während eines Spiels?
Im Spiel gebe ich überwiegend individuelle Anweisungen. Da wir Trainer ein gutes Team sind, wird alles zusammen diskutiert. Falk (Möller, Headcoach der Juniors, d. Red.) gibt dann die entscheidenden Anweisungen. Durch meine emotionale Art bin ich sehr nah am Spielgeschehen und kann auch gerne mal lauter werden.

Was ist generell dein Aufgabengebiet als Co-Trainer?
Meine Aufgaben als Co-Trainer in der NBBL sind sehr unterschiedlich. Auch im Training gebe ich meistens individuelle Anweisungen an die Spieler, aber durch die Zusammenarbeit mit Falk übernehme ich auch manchmal das Warmup oder gar das ganze Training. Vor dem TOP4 letztes Jahr habe ich viel Video geguckt und Frequenzen von Frankfurt geschnitten. Leider hat es nicht gereicht.

Hat es für die Spieler irgendeine Bedeutung, dass du als Trainer noch in der Ausbildung bist?
Ich glaube nicht. Das wäre eine gute Frage an meine Spieler. Gerade das Individualtraining mit den U24-Spielern zeigt mir, dass es kein Problem ist. Die Jungs sind Profis genug und wissen genau, wie weit sie bei mir gehen können.

Inwiefern hilft dir die viele praktische Arbeit bei den Juniors und bei VFK Boele-Kabel in deiner Ausbildung?
Ich bin sehr dankbar, dass ich mit meinen jungen Jahren so viel Verantwortung tragen darf. Auf der einen Seite will man niemanden enttäuschen, auf der anderen Seite gehören Fehler einfach dazu. Mit Matthias habe ich einen Ausbilder hinter mir, der immer ein offenes Ohr hat und mir viel mitgibt. Aber auch durch die Zusammenarbeit mit Ingo Freyer, Steven Wriedt oder Falk Möller lerne ich täglich Neues dazu.

Was ist dein berufliches Ziel für die Zukunft?
Mein Ziel ist es, jeden Spieler bestmöglich auszubilden. Natürlich wäre es schön, wenn in den nächsten Jahren ein Spieler in der Ischelandhalle aufläuft, den ich mit ausgebildet habe.

 


 
 
 
 

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