ProA | 27.09.2014, 13:13 Uhr

20 Jahre G-Blocker: Viel erlebt, nichts bereut!

Inzwischen sind es zwei Dekaden ohne Kompromisse: Am 20. August 1994 gründeten 15 Männer den ersten Fanclub im Hagener Basketball – die „G-Blocker“. Die meisten von ihnen sind geblieben. Und dank veränderlicher Lebensschwerpunkte haben sich die G-Blocker auch längst emanzipiert. Die Herzdamen der Gründungsmitglieder traten nach und nach offiziell bei. Dem Club-Motto „Viel erlebt, nichts bereut!“ folgen heute über 40 Basketball-Verrückte. „Das Wichtigste für uns war schon immer der Zusammenhalt“, sagt Geschäftsführer Andreas Glitsch anlässlich des 20-jährigen Club-Jubiläums. „Wir verstehen uns alle super, wir sind im Kern immer mit den gleichen Leuten zusammen.“ Nur die Strukturen haben sich ein wenig geändert: „Die 15 Männer gehörten damals allesamt zum Vorstand“, sagt Rudolf Neuhaus, 2. Vorsitzender der G-Blocker, und ergänzt schmunzelnd: „Die meisten davon waren Getränkewarte.“ Ein eingetragener Verein sind die G-Blocker allerdings nie geworden.

20 Jahre G-Blocker!

20 Jahre G-Blocker!

Einmal im Jahr geht's auf große Tour

Einmal im Jahr geht's auf große Tour

Das Motto: Viel erlebt, nichts bereut!

Das Motto: Viel erlebt, nichts bereut!

Natürlich sind die Fans der ersten Stunde bei jedem Heimspiel von Phoenix Hagen dabei. Auch sonst unternehmen die Basketball-Liebhaber eine Menge gemeinsam. „Wir haben viele feste Traditionen“, sagt Andreas Glitsch, „das Saisonabschlussgrillen bei Rudolf im Garten, das Pfingstwandern und das Spießbratengrillen am Vatertag.“ Ganz besonders freuen sich die Mitglieder aber immer wieder auf die Auswärtstour. „Wir fahren jedes Jahr woanders hin“, so Glitsch. „Am liebsten sind wir in den alten Basketballstädten. Da weiß man den Basketball noch zu schätzen und es ist nicht so kommerziell.“ Dieses Jahr im April verschlug es die G-Blocker nach Bremen. Gemeinsam sahen sie den 75:67-Sieg bei RASTA Vechta. Neben dem Basketball stehen bei den dreitägigen Auswärtsfahrten auch ein Rahmenprogramm und ein gemeinsames Essen am ersten Abend an. „Und ein bisschen Kultur gehört natürlich auch dazu“, sagt Uli Teschner, 2. Kassenwart der G-Blocker. Den einen Höhepunkt in den letzten 20 Jahren gab es dabei nicht, denn: „Jede Fahrt ist ein Highlight!“

Zur Entstehungszeit der G-Blocker stand Brandt Hagen in der Finalserie um die Deutsche Meisterschaft gegen den Rekordmeister Leverkusen. Die Idee, einen Fanclub zu gründen, entstand im Bus zum Spiel – zumindest der Legende nach. „So ganz genau weiß das keiner mehr“, sagt Neuhaus. „Also haben wir uns irgendwann mal auf diese Version geeinigt.“ Die G-Blocker gründeten sich auf dem Höhepunkt des sportlichen Erfolges. 1994 wurde Brandt Hagen Pokalsieger und Deutscher Vizemeister. Der Erfolg habe aber nur indirekt zur Gründung eines Fanclubs geführt, versichert Neuhaus. „Der Andrang auf die Karten war zum Beispiel viel größer als vorher. Dadurch wurde es für uns immer schwieriger, etwas gemeinsam zu organisieren. Mit der Gründung des Fanclubs hatten wir das dann wieder besser im Griff.“

Einzelne Mitglieder der G-Blocker haben schon zehn Jahre vor der Gründung zusammen in der ehemaligen Ischelandhalle Basketballspiele besucht. Damals war Hagen noch mit zwei Vereinen in der 1. Bundesliga vertreten, dem SSV und dem TSV. Bei den G-Blockern vereinten sich Fans aus beiden Lagern. Zu Problemen führte das schon damals nicht. „Bei den Derbys hat natürlich jeder lautstark seinen Verein angefeuert, aber trotzdem haben wir alle friedlich nebeneinander gesessen“, sagt Neuhaus. Damals waren die Mitglieder noch häufig auf dem Heuboden zu finden. Wie kam es dann zum Stammplatz im namensspenden G-Block hinter dem Korb? „Wir wollten einen Platz in der Nähe zum Ausgang – damit die Schlange beim Bierholen nicht so groß ist“, sagt Glitsch und lacht. Ein Punkt für Ehrlichkeit.

Der Tiefpunkt in der Geschichte der G-Blocker war dann das Ende von Brandt Hagen. Am 29. Dezember 2003 wurde der Spielbetrieb eingestellt. „Die Insolvenz war schon ein harter Schlag“, sagt Rudolf Neuhaus. Davon unterkriegen ließen sich die G-Blocker jedoch nicht. Bis zur Gründung von Phoenix Hagen hielten sie dem Basketball auch ohne einen Vertreter in der 1. Bundesliga die Treue. „In der Zeit kamen sogar noch Mitglieder hinzu“, so Glitsch. Und als sich die Feuervögel schließlich ihren Weg aus der Asche bahnten, waren die G-Blocker natürlich sofort da. Ein großer Unterschied zwischen Brandt und Phoenix ist für den Fanclub ohnehin nicht spürbar.

„Damals wie heute hatten wir immer einen sehr guten Draht zu den Verantwortlichen“, erzählt Neuhaus. „Mit Oliver Herkelmann verbindet uns sehr viel“, betont Andreas Glitsch. Die Wertschätzung zwischen den G-Blockern und den Phoenix-Verantwortlichen beruht auf Gegenseitigkeit. „Natürlich ist es unfassbar schön, solch treue Fans zu haben, die seit 20 Jahren bei uns sind, und das über zwei Ligen und zwei Vereine hinweg“, sagt Oliver Herkelmann, Geschäftsführer von Phoenix Hagen. Die Gründungszeit der G-Blocker hat er als Spieler von Brandt Hagen selbst miterlebt. „Es ist einfach toll, dass die G-Blocker immer noch dabei sind. Sie sind mit dem Hagener Basketball wirklich durch gute und schlechte Zeiten gegangen.“ Und das wird hoffentlich auch in 20 Jahren noch so sein. Vielleicht sind dann ja schon die Enkelkinder dabei?

www.g-blocker.de

Fotos: Privat (2), Jörg Laube (1)

 


 
 
 
 

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