ProA | 21.10.2012, 18:40 Uhr

Heißes Duell geht an die TBB Trier

Eine bittere 78:83 (40:41)-Heimniederlage kassierte Phoenix Hagen gegen die TBB Trier. In einer zu jeder Zeit engen Partie der Beko Basketball Bundesliga behielten die Gäste um den überragenden Barry Stewart in der Schlussphase von der Freiwurflinie die Nerven.

Schmerzhafte: Phoenix unterliegt Trier

Schmerzhafte: Phoenix unterliegt Trier

Seiferth, Gregory und Linhart

Seiferth, Gregory und Linhart

Es war ein seltsam unterhaltsames Spiel, was die 3.012 Besucher in der ENERVIE Arena zu sehen bekamen. Intensiv war es immer, von großem Einsatz geprägt und von zwei gut organisierten Mannschaften ausgetragen. Es war eine Partie mit Szenen, die sich einprägten. Die erste Hälfte brachte alleine zwölf geblockte Würfe, von denen sechs auf das Konto des agilen Dino Gregory gingen.

Trier startete die Partie über die langen Leute und hatte damit Erfolg. Phoenix sah nicht allzu gut aus gegen Brian Harper und Andreas Seiferth. Die bekannt-solide Verteidigung der Gäste machte den Hagenern das Leben erwartet schwer. Doch eigentlich machte Phoenix seine Sache gar nicht schlecht, ließ aber ein paar leichte Würfe aus der Nahdistanz liegen. Wesentlich schlimmer: Trier beherrschte mehr und mehr den Rebound und erarbeitete sich so zusätzliche Wurfchancen.

Nach einem Korbleger von Joshiko Saibou führte Trier mit 24:16 (11.). Phoenix war anschließend in zwei, drei Szenen defensiv nachlässig und brachte so Triers Shooting Guard Barry Stewart ins Spiel, der im ersten Viertel punktlos geblieben war. Das hatte fatale Folgen, denn Stewart sollte seine heiße Hand nicht wieder verlieren. Die Hagener Antwort auf Barry Stewart hieß allerdings David Bell. Eine gute Minute brauchte er, und mit drei Dreiern aus einem 29:36 ein 38:36 für Phoenix zu machen. Zur Pause führte die TBB knapp mit 41:40.

Nach dem Wechsel präsentierte sich die Mannschaft von Ingo Freyer wesentlich ballsicherer. Den besseren Start erwischten dennoch die Trierer. Andreas Seiferth traf zum 47:40. Larry Gordon glich per Dreier zum 47:47 aus und dunkte wenig später nach einem Ballgewinn von Ole Wendt zum 57:58. Zum Ende des dritten Viertels hatten die Hagener dennoch drei Probleme: Sie ließen zu viele Offensivrebounds zu, verloren Davin White vorübergehend mit einer Platzwunde im Gesicht und kassierten zu allem Überfluss einen backsteinartigen Buzzerbeater aus acht Metern von Mathis Mönninghoff zum 57:63.

Trier drosselte im letzten Viertel weiter das Tempo. Phoenix versuchte es darauf mit drei Guards plus Larry Gordon auf dem Feld – und hatte Erfolg. Gordon holte die Führung zurück (66:65, 36.). Doch die TBB hatte ja noch Barry Stewart. Der US-Amerikaner antwortete mit fünf Punkten zum 66:70. Eine Minute vor Schluss dann die Entscheidung: David Bell verpasste beim Stande von 69:73 zwei Freiwürfe und traf nach gewonnenem Offensivrebound auch einen Dreierversuch nicht. Trier kontrollierte den Vorsprung jetzt und brachte die Partie mit neun von zehn verwandelten Freiwürfen sicher heim.

Die Gäste gewannen das kampfbetonte Spiel am Ende nicht unverdient, weil sie den Rebound klar dominierten (40:27) und sich dabei auch 14 Bälle am offensiven Brett greifen konnten. Und sie hatten Barry Stewart, der wichtige Dreier traf und wie seine Teamkollegen gute Nerven von der Freiwurflinie bewies. 

Trainerstimmen:

Ingo Freyer: „Kurze Konzentrationsmängel haben heute entschieden. Wir haben nicht schlecht gespielt. Wir hatten defensiv drei, vier Blackouts, die Trier ausgenutzt hat. Stewart war zunächst nicht in der Partie, dann haben wir ihm zwei freie Dreier gelassen. Das war entscheidend. Ich ärgere mich auch über ein paar verpasste Chancen und zu viele zweite Gelegenheiten für Trier. Wenn wir das unterbinden, steht es zur Halbzeit anders. Insgesamt kann ich meinem Team keinen Vorwurf machen. Alle haben gekämpft. Am Ende haben wir leider auch Freiwürfe liegen lassen.“

Henrik Rödl: „Wir sind sehr froh über den Sieg. Trier gegen Hagen ist immer ein besonderes Spiel – man weiß nie, was passiert. Es war ein besonderer Sieg für uns in einem Spiel, das mit Bell und Stewart von zwei unglaublichen Shooting Guards geprägt wurde.  Hut ab vor meinem Team! Wir haben zwar am Ende ein wenig geschwommen, aber die Freiwürfe gemacht. Es war ein unglaublich enges Spiel, aber darauf waren wir vorbereitet.“

Phoenix Hagen: Bell (28/6), Gordon (19/3), Kruel (11), Gregory (10, 6 BS), White (8, 9 Ass.), Schoo (2), Wendt, Lodwick, Hess.

TTB Trier: Stewart (28/4), Linhart (10), Seifert (10), Bucknor (10/1), Harper (9), Howell (7/1), Mönninghoff (5/1), Chikoko (2), Saibou (2), Doreth.

Stationen: 9:10 (5.), 14:20 (10.), 25:29 (15.), 40:41 (20.), 47:51 (25.), 57:63 (30.), 64:65 (35.), 78:83 (40.).

Zuschauer: 3.012

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