ProA | 03.10.2012, 19:56 Uhr

Hagen unterliegt Gießen: Wer nicht trifft, verliert!

Alles war bereitet, doch der Schlussakkord klang traurig. Phoenix Hagen verlor das Auftaktspiel der Beko Basketball Bundesliga-Saison 2012/2013 gegen die LTi GIESSEN 46ers mit 68:73 (31:35). Vor 3.145 Zuschauern in der ausverkauften ENERVIE Arena scheiterten die Feuervögel vor allem an ihrer eigenen Offensive.

Abe Lodwick & Co kassierten eine Heimschlappe

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Dino Gregory im Flugduell

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Dabei war der Rahmen geradezu festlich. Das Philharmonische Orchester Hagen spielte zehn Minuten vor Spielbeginn die neue Phoenix-Hymne und erntete donnernden Applaus. Die Mannschaftsvorstellung mit Videos auf den Leinwänden und auf den neuen LED-Banden war besonders stimmungsvoll, weil sie von einer ganz besonderen Fan-Aktion begleitet wurde. Ein 200 m² großes und 30 kg schweres Transparent mit der Aufschrift „Macht euch bereit für die Ische-Hölle“ und viele gelbe und blaue Fahnen fügten sich zu einer fantastischen Choreografie zusammen.

Gute Voraussetzungen für ein tolles Spiel eigentlich – doch der Beginn wirkte gleich sehr verkrampft. Phoenix verteidigte gut, fand offensiv aber keinen Rhythmus. Über drei Minuten blieb die Partie punktlos, bevor Ryan Brooks Gießen mit 2:0 in Führung brachte. Hagen versuchte es vornehmlich aus der Distanz, aber ohne jeden Erfolg. Besser wurde es, als Larry Gordon von der Bank kam. Er gefiel insgesamt mit einer guten Schussauswahl und vielen Rebounds. Ein überschaubares 12:12 stand nach zehn Minuten auf der Anzeigetafel. Dafür angelte sich Phoenix rekordverdächtige 17 Rebounds – wohlgemerkt ebenfalls im ersten Viertel.

Die Partie blieb eng im zweiten Abschnitt. Als Phoenix einzunicken drohte, stellte Davin White den Wecker mit einem spektakulären Baseline-Dunking inklusive Foul. Es stand 21:21 (16.). Und die Stopf-Therapie schien zu wirken. David Bell traf endlich einen Dreier zum 24:24. Es war der erste Erfolg im elften Team-Versuch! Zwei oder drei kleine Unachtsamkeiten der Feuervögel zum Ende der ersten Hälfte bescherten Gießen um die starken Ryan Brooks und LaQuan Prowell trotzdem einen knappen 35:31-Vorsprung zur Pause.

Alles sollte jetzt besser werden. Oder doch nicht? Aus der Kabine kamen die Gäste eindeutig wacher zurück – und vor allem aggressiver. Phoenix warf weiter aus der Distanz und blieb ohne Erfolg. Die Überlegenheit beim Rebound ging in dieser Phase auch verloren. Gießen nutzte diese Schwächen jetzt konsequent aus und setzte sich bis auf 50:35 ab (25.). Hagen war einfach zu oft den „berühmten Tick“ zu spät dran. Vor allem gelang den Gastgebern zu keinem Zeitpunkt richtiger Lauf. Dazu war die Wurfquote einfach zu schwach und auch Ballgewinne und damit verbundene Fastbreaks blieben aus.

Trainer Ingo Freyer setzte nun auf eine kleine Formation und hatte damit Erfolg. Larry Gordon, bester Hagener an diesem Abend, brachte sein Team per Korbleger auf 52:57 heran (31.). Es wurde laut in der ENERVIE Arena, doch die Gäste präsentierten sich weiter ausgesprochen ballsicher und zeigten eine weitere Qualität: Sie machten die „Big Points“, gerne auch mit Ablauf der Schussuhr. Dennoch: David Bell schloss einen der wenigen Hagener Schnellangriffe zum 61:62 ab (36.). Zwei Szenen nur wenig später waren aber symptomatisch für diesen Abend: Larry Gordon verkürzte aus der Distanz auf 64:66, Phoenix verteidigte im Anschluss gut und kassierte mit Ablauf der 24-Sekunden-Uhr dennoch einen Dreier von Jimmy Baxter zum 64:69 (38.). Bis auf 68:71 kam Hagen eine halbe Minute vor dem Ende noch einmal heran; den Rest erledigte Gießen dann von der Freiwurflinie.

Es war ein Abend der besonderen Zahlen. Phoenix traf nur 27 seiner 75 Würfe (Gießen: 30 von 72); Phoenix gewann den Rebound mit 51:42. Den Gegner auf 73 Punkten zu halten, so bemerkte Ingo Freyer im Anschluss zu Recht, ist nicht eben schlecht. Fünf von 27 Dreiern zu treffen hingegen schon. Und so blieb am Ende die banale Phrasenschwein-Weisheit: Wer nicht trifft, verliert.

Trainerstimmen:

Ingo Freyer: “Wir haben gut verteidigt zu Beginn und die Spielzüge der Gießener gestoppt. Ich war allerdings sehr überrascht, wie schlecht wir geworfen haben. Unsere drei Stützen Adam Hess, Davin White und David Bell haben von 18 Dreierversuchen nur einen getroffen. Dann ist es schwer für uns, regelmäßig zu scoren. 73 Gegenpunkte sind okay, das Problem war heute unsere Offensive. Daran müssen wir arbeiten. Wir müssen die Emotionen auf anderen Wegen hochhalten, wenn wir nicht treffen. Gut, dass wir schon in drei Tagen wieder spielen.“

Mathias Fischer: „Es war heute mein erstes Bundesliga-Spiel. Natürlich kenne ich Hagen noch von früher. Die Stimmung ist fantastisch, es war sehr laut. Es ist uns sehr gut gelungen, den Ball zu bewegen und den freien Spieler zu finden. Wir haben mit 15 Punkten geführt, dann hatten wir einen Einbruch. Das hat mir nicht gefallen. Am Ende haben wir gut exekutiert, darum haben wir gewonnen. Ich bin sehr froh, mit einem Auswärtssieg gestartet zu sein.“

Phoenix Hagen: Gordon (20/4, 12 Reb.), Bell (12/1), White (11), Lodwick (8), Hess (6), Gregory (5), Kruel (2), Wendt (2), Schoo (2).

LTi GIESSEN 46ers: Brooks (25/1), Prowell (16/2), Harris (13/2, 9 Ass.), Baxter (10/1), Ortner (9, 15 Reb.), Fields, Faßler, Spohr, Weiser.

Stationen: 4:4 (5.), 12:12 (10.), 18:19 (15.), 31:35 (20.), 35:50 (25.), 47:57 (30.), 59:62 (35.), 68:73 (40.).

Zuschauer: 3.145 (ausverkauft)

 


 
 
 
 

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