ProA | 17.11.2017, 17:14 Uhr

Weggefährten erinnern an Matthias Grothe

Das Heimspiel von Phoenix Hagen gegen die HEBEISEN WHITE WINGS Hanau ist für die Feuervögel auch die erste Partie vor heimischem Publikum ohne Headcoach Matthias Grothe, der am 31. Oktober 2017 im Alter von 39 Jahren verstarb. Vor dem Spiel erinnern sich einige von Grothes Weggefährten aus dem Umfeld von Phoenix Hagen an die gemeinsame Zeit oder verraten ihre schönste Erinnerung an „Matze“.

Spohr & Co. teilen ihre Erinnerungen an Matze

Spohr & Co. teilen ihre Erinnerungen an Matze

Dominik Spohr:
„Trikotnummern haben im Sport eine ganz besondere Bedeutung. Man sieht haufenweise kleine Jungs in Messi- oder Ronaldo-Trikots. Sie wollen ihren Idolen nacheifern und so werden wie sie. Ich war zwar kein kleiner Junge mehr, als ich zu meiner ersten Profistation außerhalb von Hagen, nach Gießen, aufgebrochen bin. Trotzdem war mir klar, dass für mich nur eine Rückennummer infrage kommt. Auch als ich ein Jahr später zur BG Göttingen wechselte, trug ich auf dem veilchenblauen Trikot die Nummer 9. Diese Nummer wird in Hagen nicht mehr vergeben, weil sie nach dem Karriereende von Matthias Grothe unter die Hallendecke gezogen wurde. Eine Geste, die im Basketball einem Ritterschlag gleicht. Ich habe mich für diese Nummer entschieden, weil Matze immer ein echtes Vorbild war. Sportlich, aber vor allem menschlich, war er einer der Spieler, die mich in meiner Karriere am meisten geprägt und beeindruckt haben. Als er mich dieses Jahr zurück nach Hagen geholt hat, war ich überglücklich und auch ein bisschen stolz, weil das heißen musste, dass ich mich in seinem Sinne entwickelt hatte. Dass er mir dann gegen jede Regel auch noch seine Nummer 9 angeboten hat, war wieder typisch Matze. Persönliche Befindlichkeiten waren immer dem Wohle des Teams untergeordnet. Und er dachte sich wohl, wenn ich die lieb gewonnene Nummer unbedingt behalten wollte, sollte ich sie bekommen. Ich habe aber selbstverständlich aus Respekt abgelehnt. Jetzt ist Matthias nicht mehr bei uns, aber das, was ihn einzigartig gemacht hat, werde ich nie vergessen.“
Dominik Spohr spielte von 2006 bis 2010 an der Seite von Matthias Grothe bei Phoenix Hagen. Anfang 2017 holte Grothe den heute 28-Jährigen als ersten Spieler zum ProA-Team und machte ihn zum Kapitän.

Marco Hollersbacher:
„Matze war immer an meiner Seite, hat mir Selbstbewusstsein gegeben und an mich geglaubt, auch in schlechen Zeiten. Er war an der Seitenlinie ein Vorbild, ein Motivator und hat uns Spielern immer geholfen, 110 Prozent auf dem Spielfeld zu geben. Meine schönste Erinnerung mit Matze war der Sieg in Berlin im dritten Playoffspiel, was für unser Team den Einzug ins JBBL-TOP4 bedeutete. Er war nicht nur mein Trainer, sondern auch Freund und wie ein zweiter Vater für mich. Matze wird immer in meinem Herzen bleiben und ich bin sehr dankbar, so einen Mensch kennengelernt zu haben.“
Marco Hollersbacher wurde bei den Phoenix Hagen Youngsters in der JBBL von Matthias Grothe trainiert. Im Frühjahr 2017 sorgte Grothe dafür, dass der damals 16-Jährige mit seinem ersten Profivertrag ausgestattet wurde.

Hans-Uwe Schröer:

„Ich erinnere mich gerne an Matzes 30. Geburtstag zurück. Mitten in der Feier war Oma weg. Oma war damals schon über 80. ,Wenn Oma was getrunken hat und gut drauf ist, dann überdreht sie gerne, da muss ich echt aufpassen’, sagte Matze und war dann verschwunden, tauchte nach einigen Minuten jedoch beruhigt wieder auf. Oma war gesund und rockte mit etwa 50 Jahre jüngeren Männern zur Neuen Deutschen Welle auf der Tanzfläche. Eine kleine Anekdote, die seinen Familiensinn nochmal beschreibt.“
Hans-Uwe Schröer hat als Hallensprecher und Teammanager von Phoenix Hagen viele Jahre mit Matthias Grothe verbracht und auch private Momente mit ihm geteilt.

Patrick Seidel:
„Matthias wird immer ein Teil von uns bleiben. Wir bei Phoenix Hagen wussten schon immer, was für ein herausragender Mensch und Sportler er war und haben ihn stets mit großer Freude und voller Überzeugung als Gesicht unseres Neuanfangs bezeichnet, wissentlich, dass diese Aufgabe in den richtigen Händen liegen wird.“
Patrick Seidel ist seit dem Sommer 2016 Geschäftsführer von Phoenix Hagen und beförderte den damaligen Jugendkoordinator und JBBL-Trainer Matthias Grothe im Februar 2017 zum neuen Headcoach des ProA-Teams.

Hans-Peter „Speedy“ Middeldorf:
„Eine der vielen bewegenden Erinnerungen an Matze war das Spiel in Bayreuth in der Aufstiegssaison. Dieser Krimi zum 66:67! Matze hatte ein Offensiv-Foul aufgenommen, lag rückwärts auf dem Parkett und trommelte vor Freude.“
„Speedy“ ist seit vielen Jahren ehrenamtlicher Mitarbeiter von Phoenix Hagen und hat auch unzählige Spiele von Matthias Grothe live erlebt – vermutlich fast so viele wie Matze selbst ...

Bernd Kruel:
„In mindestens 20 Jahren, in denen wir mal mehr, mal weniger intensiv gemeinsam Basketball gespielt und gelebt haben, sind unzählige Dinge passiert und Erinnerungen geblieben. Matze wusste, wie man Ziele erreicht und was man dafür tun muss. Jeder seiner Schützlinge wird von seinen zukünftigen Erfolgen (sportliche und private) einen Teil Matze widmen. Maja, den Kids sowie der gesamten Familie wünschen wir viel Kraft und Zuversicht für alles, was kommen wird.“
Bernd Kruel spielte viele Jahre zusammen mit Matthias Grothe als Profi – von 1998 bis 2002 bei Brandt Hagen und von 2008 bis 2010 bei Phoenix Hagen. Im Februar 2017 wurde er, während Grothe zum Headcoach des ProA-Teams ernannt wurde, als Mitarbeiter von Phoenix Hagen im Bereich Sponsoring/Vertrieb vorgestellt.

Alex Nolte:
„Matze ist der Mensch, der mich die letzten sechs Jahre geprägt hat wie kein anderer. Die Trainerausbildung war der Anfang. Er hatte immer ein offenes Ohr für mich und ich bin unendlich dankbar, dass ich ihm über die Schultern gucken durfte. Ausbilder, Vorbild, Legende, Freund – für Matze gibt es 1000 Wörter, die ihn beschreiben.“
Alex Nolte wurde von Matthias Grothe als Trainer-Azubi zu Phoenix Hagen geholt und lernte viele Jahre von ihm. Im Sommer 2017 beerbte er ihn auf den Posten als Jugendkoordinator und JBBL-Headcoach.

 


 
 
 
 

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