easyCredit BBL | 04.11.2016, 23:17 Uhr

Phoenix Hagen schnuppert in Berlin an der Sensation

Ein starkes Schlussviertel hätte fast zum ersten Saisonsieg von Phoenix Hagen geführt, und das ausgerechnet auswärts bei ALBA BERLIN. Letztlich unterlagen die Gäste am 8. Spieltag der easyCredit Basketball Bundesliga knapp mit 77:81 (31:41). Nach einem 17-Punkte-Rückstand kämpften sich die Feuervögel eine Minute vor Ende auf zwei Punkte heran und boten den 7.788 Zuschauern in der Mercedes-Benz Arena überraschende Spannung.

Hagens David Bell gegen Berlins Peyton Siva

Hagens David Bell gegen Berlins Peyton Siva

Double-double für Topscorer Owen Klassen

Double-double für Topscorer Owen Klassen

Headcoach Ingo Freyer mit Marcel Keßen

Headcoach Ingo Freyer mit Marcel Keßen

Das Personal:

Hagens Headcoach Ingo Freyer blieb mit David Bell, David Godbold, Chris Hass, Owen Klassen und Trent Plaisted seiner Starting Five aus dem Würzburg-Spiel treu. Jeremy Dunbar (Sprunggelenksverletzung) fiel aus. Nach auskuriertem Muskelfaserriss gehörte Richie Williams wieder zum Kader, kam aber nicht zum Einsatz. Für die Gastgeber begannen Ismet Akpinar, Dragan Milosavljevic, Dominique Johnson, Niels Giffey und Elmedin Kikanovic. Mit Handverletzungen fehlten die Forwards Malcolm Miller und Tony Gaffney.

Der Spielverlauf:

Die Feuervögel erwischten einen schwierigen Start. Ihre schnellen Würfe fanden ihr Ziel nicht, die Berliner gingen mit 7:0 in Führung (5.). Hagens erste Punkte erzielte Klassen per Freiwurf. Der erste Treffer aus dem Feld durch Adam Hess zum 12:5 (7.) war der Beginn einer kleinen Aufholjagd: Bell und Plaisted erhöhten auf 12:9 (9.). Kurz vor Viertelende sorgte Berlins Peyton Siva, der im Fallen einen Dreier traf und auch den Bonus-Freiwurf versenkte, für einen Zwischenstand von 18:11.

Jetzt platzte auch der Knoten bei Chris Hass. Erst eröffnete der Flügelspieler mit dem 20:13 das zweite Viertel für Hagen (12.). Später brachte er Phoenix mit zwei Treffern hintereinander zum 25:22 wieder ganz nah an die Gastgeber heran (16.). Auch nach Hess’ Dreier zum 33:29 war ein Ausgleich nicht weit entfernt (17.). Für Berlin punktete der eingewechselte Bogdan Radosavljevic fleißig. Hagen dagegen tat sich in der Offense wieder schwer, sodass es mit 41:31 in die Kabine ging.

Von 43:31 auf 46:40 in unter zwei Minuten: Das war vor allem Owen Klassen zuzuschreiben, dem in dieser Zeit drei Korbleger und ein Defensiv-Rebound gelangen. ALBA BERLIN schien nun aber drauf und dran zu sein, den Sieg festzuzurren. Mit bis zu 17 Punkten lagen die Albatrosse vorn, erstmals nach Treffer von Kikanovic zum 59:42 (27.). Die Feuervögel legten noch einmal etwas an Intensität zu und kämpften sich auf 66:56 zurück (30.).

Im Schlussviertel wurde es dann eng, als die Dreier der Feuervögel endlich zuverlässig fielen. Hass zum 74:67 (36.), Bell zum 74:70 (37.), Hess zum 77:73 (38.) – der Rückstand schrumpfte. Klassens Korbleger zum 79:77 eine Minute vor Ende machte den Ausgang völlig offen. Doch der entscheidende Treffer wollte Hagen nicht mehr gelingen. Berlin stand in der Defense sicher und gewann mit 81:77.

Das Fazit:

Zu Spielbeginn und Mitte des dritten Viertels sah es gar nicht gut aus für die Feuervögel. Mit Leidenschaft und hohem Einsatz erhielten sie sich aber bis zuletzt die Chance auf einen Sieg – es wäre der erste überhaupt für Phoenix in Berlin gewesen. Die zweite Halbzeit entschieden die Gäste sogar mit 46:40 für sich. Bei den Gastgebern spielte sicher auch eine Rolle, dass sie noch am Mittwoch im EuroCup eine doppelte Overtime für den 124:115-Sieg gegen Lietuvos Rytas Vilnius gebraucht hatten. Hagens Topscorer Owen Klassen sicherte sich mit 16 Punkten und 11 Rebounds ein Double-double. Neben dem Kanadier trafen auch Bell, Hass und Hess (je 13) sowie Marcel Keßen (10) zweistellig, was für den 19-Jährigen ein Career-High bedeutete.

Die Trainerstimmen:

Ahmet Caki (ALBA BERLIN): „Nach dem harten EuroCup-Spiel vor zwei Tagen waren meine Spieler heute müde. Hagen spielt einen ungewöhnlichen Basketball, der sehr gefährlich ist. Sie haben talentierte Spieler, die gut punkten können. In den ersten 25 Minuten haben wir defensiv einen guten Job gemacht. Aber in den letzten 15 Minuten sah das Spiel komplett anders aus. Nachdem ich anfing durchzuwechseln, verloren wir oft den Ball und damit auch den Rhythmus auf beiden Seiten des Feldes. Aber ich bin froh, dass wir in der entscheidenden letzten Minute das Spiel wieder kontrolliert und diesen wichtigen Sieg nach Hause gebracht haben.“

Ingo Freyer (Phoenix Hagen): „Glückwunsch an Berlin, aber auch an meine Spieler, dass sie es in der schwierigen Situation, in der wir sind, trotzdem geschafft haben, hier in Berlin eine Chance auf den Sieg zu haben. Und das alles ist uns trotz unserer Schwierigkeiten und unserer Verletzten gelungen. Unser Kapitän David Bell musste 37 Minuten spielen, weil seine Mitspieler im Aufbau den Ball verloren haben. Am Ende hatte er in der Defense leider nicht mehr genug Energie.“

Die Statistik:

ALBA BERLIN – Phoenix Hagen 81:77 (41:31)

ALBA BERLIN: Kikanovic (18), Milosavljevic (17/3), Siva (16/4), Radosavljevic (12), Johnson (7/1), Carter (4), Vargas (3/1), Akpinar (2), Giffey (2), Atsür, Schneider.

Phoenix Hagen: Klassen (16, 11 Reb.), Bell (13/2, 9 Ass.), Hass (13/3), Hess (13/3), Keßen (10), Godbold (6), Plaisted (4, 7 Reb.), Jasinski (2), Grof, Zahner-Gothen.

Stationen: 7:2 (5.), 18:11 (10.), 25:20 (15.), 41:31 (20.), 52:42 (25.), 66:56 (30.), 72:64 (35.), 81:77 (40.).

Zuschauer: 7.788

 


 
 
 
 

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