ProA | 05.02.2016, 22:18 Uhr

Schwache Hagener Leistung in Braunschweig

Von einem Einbruch in der Mitte des zweiten Viertels konnte sich Phoenix Hagen bei den Basketball Löwen Braunschweig nicht mehr erholen. Vor 2.882 Zuschauern in der Volkswagen Halle unterlagen die Feuervögel in einem Spiel der Beko Basketball Bundesliga mit 79:93 (42:37). Dabei führten die Gäste zwischenzeitlich bereits mit 18 Punkten.

J.J. Mann erzielte 24 Punkte

J.J. Mann erzielte 24 Punkte

Niklas Geske kam auf 11 Zähler

Niklas Geske kam auf 11 Zähler

Kenneth Frease spielte überragend

Kenneth Frease spielte überragend

Julian Jasinski gab sein Debüt

Julian Jasinski gab sein Debüt

Das Personal:

Bei Braunschweig gab Jermaine Anderson sein Debüt, der den verletzten Derek Needham ersetzt. Nicolai Simon (Pferdekuss) konnte wieder spielen. Bei den Gastgebern starteten neben Anderson und Simon auch Keaton Grant, Tyrone Nash und Kenneth Frease. Für Phoenix Hagen begannen Brandon Jefferson, David Bell, J.J. Mann, Ivan Elliott und Owen Klassen.

Der Spielverlauf:

Phoenix Hagen startete aggressiv und unterband mit einer  hohen Verteidigung die Braunschweiger Distanzwürfe. Dafür kam der bullige Center Kenneth Frease sehr gut in die Partie. Er alleine konnte allerdings nicht verhindern, dass die treffsicheren Hagenern sich schnell einen Vorsprung erspielten. D.J. Covington, J.J. Mann und Niklas Geske warfen einen 25:13-Vorsprung nach zehn Minuten heraus.

Mann war es auch, dem die Anfangsphase des zweiten Viertels gehörte. Mit zwei Dreiern ließ er die Feuervögel auf 33:16 enteilen. Frease kam nun zurück ins Spiel. Mit ihrem Center machten sich die Löwen daran, den 20:38-Rückstand aufzuholen. Das gelang nicht nur, weil die lange Garde der Hagener den Braunschweiger Center nicht kontrollieren konnten. Leichte Ballverluste der Feuervögel ließen die Mannschaft von Trainer Raoul Korner binnen vier Minuten bis auf 37:41 verkürzen. Für die 42:37-Halbzeitführung waren vor allem Mann (15 Punkte) und Covington (11) verantwortlich. Bei den Löwen überragte Frease mit 16 Zählern und 8 Rebounds.

Die Gäste konnten auch nach der Pause ihren Rhythmus nicht wiederfinden. Zu viele Bälle gingen ohne Not verloren. Jermaine Anderson brachte die Löwen mit 49:48 in Führung. Hagen hatte große Probleme auf den kleinen Positionen, während bei Braunschweig neben Frease nun auch Jermaine Anderson und Keaton Grant bestens ins Spiel kamen. Phoenix-Coach Ingo Freyer stellte auf Zonenverteidigung um. Das bereitete den Gastgebern aber nur kurzzeitig Probleme. Die Löwen bewegten den Ball gut und waren stark beim Offensivrebound. Nach 30 Minuten führte Braunschweig mit 60:57.

Per Dreipunktewurf sammelte David Bell seine ersten Zähler der Partie (65:62, 32.). Hagen gelangen nun aber defensiv keine Stopps mehr. Die Löwen wirkten einfach konzentrierter und aggressiver. Mit einem 10:0-Lauf, den der überragende Kenneth Frease zum 75:62 beschloss (25.), machten die Niedersachsen den Sack zu. Erst als das Spiel entschieden war, kamen auch wieder die Hagener regelmäßiger zu Punkten. Am Ende siegte Braunschweig mit 93:79.

Das Fazit:

Es war ein verdienter Erfolg der Gastgeber. Hagen verlor in der Mitte des zweiten Viertels zunächst defensiv die Aggressivität, leistete sich in der Folge große Konzentrationsmängel im Ballvortrag und kam dadurch auch offensiv aus dem Rhythmus. Nach dem Wechsel konnten die Hagener ihre Aggressivität nicht wiederfinden. Offensiv blieb vieles Stückwerk. Die ballsicheren Löwen richteten sich am überragenden Kenneth Frease, der auch als verkappter Spielmacher gefiel, wieder auf und hatten die Partie in der zweiten Hälfte klar im Griff.

Die Trainerstimmen:

Raoul Korner: „Das war heute ein Spiel unter extrem schwierigen Voraussetzungen. Denn mit dem Ausfall von Derek Needham wurde der Mannschaft das Herz genommen. Aber Jermaine (Anderson) hat gezeigt, wie viel Qualität er hat. Es ist nicht selbstverständlich, dass er uns nach nur drei Trainingseinheiten so führt und wir uns insgesamt nur drei Ballverluste leisten. Das zeigt, dass wir trotz schnell spielender Hagener nicht unsere Struktur verloren haben. Sicherlich waren wir in den ersten 15 Minuten nur ein Passagier in dieser Begegnung. Wir waren verunsichert, ohne Rhythmus und J.J. Mann hat uns vorgeführt. Aber die Ballverluste der Hagener waren der Knackpunkt. Danach ist unsere Energie gestiegen und wir konnten in den Fahrersitz des Spiels wechseln und fortan das Spiel kontrollieren. Dass der Sieg mit 14 Punkten Differenz ausfiel, war das i-Tüpfelchen. Und dass wir aus einem -18 Rückstand einen +14 Sieg machen, macht es doppelt schön.“

Ingo Freyer: „Natürlich beglückwünsche ich Braunschweig zum Sieg. Aber sie haben nicht gewonnen, weil sie so stark waren, sondern weil wir uns katastrophale Ballverluste erlaubt haben. Die haben wir in einer Phase begangen, in der wir stark und im Spiel waren. Und die Ballverluste sind im Ballvortrag meiner besten Spielern unterlaufen und in einer Form geschehen, wie sie das ganze Jahr nicht passieren. Und dann haben wir leider nicht die Qualität und mentale Stärke im Kader, um uns aus dem Loch zu ziehen. Wir haben es auch nicht geschafft, den 13-Punkte-Vorsprung aus dem Hinspiel zu retten, weil die Köpfe so tief hingen, dass wir das nicht mehr hinbiegen konnten. Sicherlich gab es auch Lichtblicke durch die Leistungen unserer jungen Spieler. Aber gerade von unseren gestandenen Spielern war das heute im Kollektiv das schlechteste Spiel der Saison. Und deshalb haben wir verloren.“

Die Statistik:

Basketball Löwen Braunschweig: Grant (23/4), Frease (22, 15 Reb., 7 Ass.), Anderson (21/1), Nash (11), Amaize (8/1), Simon (4), Theis (3/1), Gertz (1), Bogdanov, Stevens.

Phoenix Hagen: Mann (24/4), Covington (13, 7 Reb.), Geske (11/1), Jefferson (9/3), Klassen (8), Hess (7/1), Bell (5/1), Grof (2), Elliott, Keßen, Jasinski.

Zuschauer: 2.882

Stationen: 5:12 (5.), 13:25 (10.), 21:38 (15.), 37:42 (20.), 49:48 (25.), 60:57 (30.), 75:62 (35.), 93:79 (40.).

 


 
 
 
 

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