ProA | 15.11.2015, 19:32 Uhr

Spektakuläre Aufholjagd reicht nicht zum Sieg gegen Tübingen

Hoher Rückstand kurz nach der Pause, grandioses Comeback und letztlich doch eine bittere Niederlage: So lässt sich der Abend von Phoenix Hagen am 8. Spieltag der Beko Basketball Bundesliga zusammenfassen. Gegen die WALTER Tigers Tübingen stand am Ende ein 103:112. J.J. Mann traf in der 34. Minute zum 88:89 und heizte die 3.145 Zuschauer in der ausverkauften Arena am Ischeland damit noch einmal an. In Führung zu gehen, blieb Phoenix jedoch verwehrt.

J.J. Mann erzielte 18 Punkte

J.J. Mann erzielte 18 Punkte

Bell und Jefferson im Dialog mit Ingo Freyer

Bell und Jefferson im Dialog mit Ingo Freyer

Ivan Elliott (22 Pkt.) gegen Aleksandar Nadjfeji

Ivan Elliott (22 Pkt.) gegen Aleksandar Nadjfeji

Jared Jordan kam beim Debüt zu 16 Assists

Jared Jordan kam beim Debüt zu 16 Assists

Das Personal:

Bei Phoenix Hagen kam Center D.J. Covington nach seinem Debüt in Göttingen auch zu seinem ersten Einsatz im Heim-Trikot. Die WALTER Tigers Tübingen hatten derweil einen echten-Transfer-Hammer vermeldet: Jared Jordan wechselte an den Neckar! Der Aufbauspieler, der in der Beko BBL schon für Bonn und Bamberg aktiv war, ersetzt Jesse Sanders, der an einer seltenen Folgeerkrankung eines Magen-Darm-Infekts leidet. Die Feuervögel begannen wie schon zuletzt mit Brandon Jefferson, David Bell, Jonas Grof, Ivan Elliott und Owen Klassen. Für Tübingen standen neben Neuzugang Jordan Vladimir Mihailovic, William Buford, Aleksandar Nadjfeji und Bogdan Radosavljevic in der Starting Five.

Der Spielverlauf:

Playmaker Jordan, der am Freitag erstmals mit seinem neuen Team trainiert hatte, lenkte das Tübinger Spiel von Beginn an clever. Hauptsächlich hieß es in den Anfangsminuten jedoch: Phoenix gegen Radosavljevic. Der 22-jährige Center erzielte die ersten neun Punkte seines Klubs. Mit einem Dreier von Mihailovic zum 6:12 endete die Serie des 2-maligen Nationalspielers (4.). Phoenix zeigte in der Offense mehrmals ein schönes Zusammenspiel zwischen Grof und Klassen. Mehrmals waren die Feuervögel nahe am Ausgleich. Die Tigers behielten im ersten Viertel jedoch die Führung, am Ende beim Stand von 20:25.

Durch einen Korbleger von Buford und einen Dreier des eingewechselten Garlon Green zum 20:30 ging Tübingen erstmals zweistellig in Führung (12.). Phoenix antwortete mit einem Korbleger von Covington und einem Dreier von Jefferson. Bis auf vier Punkte kamen die Hausherren etwas später heran (13.). Doch nach einigen Hagener Unkonzentriertheiten und zwei Freiwürfen von Green wurde der Tübinger Vorsprung wieder zweistellig (14.). Mit einem äußerst sicheren Wurfhändchen setzten sich die Tigers weiter ab. Toarlyn Fitzpatrick traf per Freiwurf zum 43:60, was die bis dahin höchste Differenz von 17 Punkten bedeutete (19.). Das blieb auch der Halbzeitstand. In der Pause erspielten Schüler des Theodor-Heuss-Gymnasiums mit dem Projekt „Körbe für Namibia“ insgesamt 700 Euro, gestiftet von der Märkischen Bank.

Nach dem Seitenwechsel schien Tübingen immer weiter zu enteilen. Durch einen Treffer von Buford zum 43:65 führten die Gäste mit 22 Punkten (22.). Doch die schnelle Spielweise der Feuervögel brachte nun ihren Ertrag. Insbesondere Bell und Jefferson trafen. Auch in der Defense standen die Hagener sicherer. Beim Stand von 63:75 war der Tübinger Vorsprung auf 12 Punkte geschrumpft (27.). Daraufhin schienen sich die Tigers wieder gefestigt zu haben. Doch nach kurzer Zeit ging die Aufholjagd weiter. Knapp vor Viertelende lagen nur noch acht Punkte zwischen Hagen und Tübingen. Durch einen Treffer von Jordan in letzter Sekunde stand es 75:85, ehe das Schlussviertel begann.

Spätestens in den letzten zehn Minuten hatten die Hagener ihre ganze Energie beisammen. Der Drang auf die erste Führungsübernahme und den Sieg war deutlich zu spüren. Hess traf alle drei Freiwürfe zum 80:87 (31.). Klassen dunkte zum 82:89 ein, musste kurz darauf aber mit fünf Fouls vom Feld (33.). Durch Dreier von Jefferson und Mann stand es plötzlich 88:89 (34.). Die Tübinger waren sichtlich verunsichert, das Momentum lag klar auf Seiten der Feuervögel. Mit einem Korbleger und einem Dreier von Buford stabilisierten die Tigers sich wieder (36.). Die Crunchtime bot Hochspannung: Elliott knackte per Dreier die 100-Punkte-Marke, Tübingen lag noch drei Zähler vorn (38.). Auf der Gegenseite traf Buford aus der Distanz. Durch Freiwürfe schraubte sich das Ergebnis auf 103:110 hoch, bei 30 Sekunden auf der Uhr. Phoenix konnte die letzten zwei Angriffe nicht mehr nutzen. Den Schlusspunkt zum 103:112 setzte Garlon Green.

Das Fazit:

Ausgeglichenes Rebound-Verhältnis mit je 33 Abprallern, nur geringfügig abweichende Trefferquoten aus dem Feld – ein Spiel durchaus auf Augenhöhe. Den Unterschied machte nicht zuletzt die Tübinger Neuverpflichtung Jared Jordan aus. Der Spielmacher hatte den größten Spielanteil seines Teams und kam auf acht Punkte und sagenhafte 16 Assists. Topscorer wurde William Buford mit 30 Punkten. Unabhängig von der Niederlage bewiesen die Feuervögel hohe Moral: Nach einem Rückstand von 22 Zählern kamen sie im Schlussviertel bis auf einen Punkt heran. Mit der Ganzfeldpresse und hoher Aggressivität brachten sie Tübingen aus dem Konzept. Insgesamt war es ein sehr attraktives Spiel mit einem nicht unverdienten Sieger.

Die Trainerstimmen:

Ingo Freyer (Phoenix Hagen): „Am Anfang war es ein Spiel auf Augenhöhe. Der letzte Tübinger Dreier im ersten Viertel war bitter. Wir haben versucht, Tübingen die Dreier wegzunehmen, das hat im zweiten Viertel nicht geklappt. Da haben wir unseren Rhythmus verloren, Tübingen hat da auch schwere Würfe getroffen und war uns in dieser Phase mental deutlich überlegen. In der zweiten Hälfte haben wir mit mehr Aggressivität und mit viel Risiko gespielt. Tübingen ist stark in diesem Jahr und durch die Verpflichtung von Jared Jordan noch einmal besser geworden.“

Igor Perovic (WALTER Tigers Tübingen): „Das war ein wichtiges Spiel für beide Mannschaften. In der ersten Hälfte waren wir sehr gut, da haben wir alles kontrolliert. In der zweiten Halbzeit hat Hagen auch die schweren Würfe sehr gut getroffen. Insgesamt haben wir sehr gut zusammengespielt, 38 Assists sind ein Rekord. Ich bin sehr zufrieden und glücklich mit dem Spiel, das wir ohne Jared Jordan nicht gewonnen hätten.“

Die Statistik:

Phoenix Hagen – WALTER Tigers Tübingen 103:112 (43:60)

Phoenix Hagen: Elliott (22/4), Jefferson (21/6, 8 Ass.), Mann (18/2), Klassen (14), Bell (13/1, 10 Ass.), Hess (9/2), Covington (4), Grof (2), Geske.

WALTER Tigers Tübingen: Buford (30/2), Green (24/3), Fitzpatrick (16/3), Mihailovic (10/1, 8 Ass.), Radosavljevic (9), Jordan (8, 16 Ass.), Nadjfeji (6), Russell (5/1), Agva (4).

Stationen: 10:12 (5.), 20:25 (10.), 35:43 (15.), 43:60 (20.), 58:71 (25.), 75:86 (30.), 88:91 (35.), 103:112 (40.).

Zuschauer: 3.145 (ausverkauft)

Galerie: Phoenix Hagen vs. WALTER Tigers Tübingen

 


 
 
 
 

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