ProA | 23.10.2015, 23:08 Uhr

Am Ende stürzt Phoenix aus der Achterbahn

In einem unterhaltsamen Spiel der Beko Basketball Bundesliga gewannen die s.Oliver Baskets gegen Phoenix Hagen mit 97:82 (53:33). 3.140 Zuschauern in der ausverkauften s.Oliver Arena sahen eine Partie, bei der das klare Endergebnis über eine starke Hagener Aufholjagd nach dem Wechsel hinwegtäuscht.

Tommy Lee Smith und Seth Tuttle

Tommy Lee Smith und Seth Tuttle

David Bell litt unter Rückenproblemen

David Bell litt unter Rückenproblemen

Owen Klassen kam auf 14 Punkte

Owen Klassen kam auf 14 Punkte

J.J. Mann auf dem Weg zum Korb

J.J. Mann auf dem Weg zum Korb

Das Personal:

Die s.Oliver Baskets mussten auf Ruben Spoden (Wadenverletzung) verzichten. Bei Phoenix Hagen fehlte weiterhin D.J. Covington (Bänderriss). Würzburg startete mit Dru Joyce, Maurice Stuckey, Lamonte Ulmer, Seth Tuttle und Brendan Lane. Bei Hagen begannen Brandon Jefferson, David Bell, Ivan Elliott, Adam Hess und Owen Klassen.

Der Spielverlauf:

Die Partie hatte von Beginn an ein enorm hohes Tempo. Der beeindruckende Maurice Stuckey brachte Würzburg mit zwei Dreiern schnell mit 11:5 in Führung (3.). Mit aggressiver Defense nahmen die Gastgeber vor allem David Bell aus der Partie. Gegen die athletischen Würzburger hatten die Hagener defensiv Probleme. Die Quote der Baskets blieb hoch: Lamonte Ulmer erhöhte mit einem weiteren Dreier auf 26:12 (8.). Mit Niklas Geske und Jonas Grof im Backcourt kam Phoenix Hagen etwas besser ins Spiel. Grof war es auch, der das Ergebnis zur Viertelpause auf 28:20 stellte.

Immer wieder holten sich die Feuervögel nun ihre eigenen Fehlwürfe mit Offensivrebounds zurück. J.J. Mann traf aus der Distanz zum 32:26 (13.). Aufbauspieler Dru Joyce, den Hagen recht gut im Griff hatte, kam zurück – und Phoenix Hagen produzierte nach einer Würzburger Auszeit wieder Fehler. Sebastian Betz erhöhte auf 40:26 (14.). Das zeigte Wirkung bei den Hagenern, die in der Schlussphase der ersten Hälfte völlig von der Rolle waren. Die Ballverluste häuften sich, offensiv ging jeder Rhythmus verloren. Mit einem klaren 53:33 für die s. Oliver Baskets ging es in die Pause.

Phoenix Hagen musste nicht nur den deutlichen Rückstand verkraften. Den Gästen fehlte nach dem Wechsel auch Kapitän David Bell aufgrund von Rückenproblemen. Umso bemerkenswerter war es, wie sich Hagen zurück in die Partie kämpfte. Die Mannschaft von Ingo Freyer reagierte auf die fehlenden Sicherheit bei den Distanzwürfen und attackierte immer wieder den Würzburger Korb. Nach und nach zeigte das Wirkung, zumal die Würzburger nun ihrerseits gegen die Hagener Zonenverteidigung den Offensivrhythmus verloren. Und die Feuervögel hatten Brandon Jefferson. Der kleine Aufbauspieler lief nun richtig heiß und sammelte alleine im dritten Viertel 17 Punkte. Jefferson verkürzte mit seinen Dreiern zunächst auf 65:56 (28.), dann auf 65:59 (29.) und mit Ablauf des dritten Abschnitts gar auf 65:64. Hagen gewann das Viertel mit 31:12.

Da war es fast schade, dass der Lauf durch eine zweiminütige Pause unterbrochen wurde. Das berühmte Momentum wechselte nun allmählich wieder die Seite. Joshiko Saibou traf aus der Ecke zum 72:66 (32.). Ivan Elliott brachte Phoenix mit zwei Dreiern noch einmal auf 81:79 heran (37.). Langsam verließen die tapferen Hagener nun auch die Kräfte. Die Entscheidung fiel beim Stande von 87:81. J.J. Mann scheiterte mit einem Dreier, im Gegenzug traf Lamonte Ulmer beide Freiwürfe zum 89:81 (29.). Danach hatten die Gastgeber alles im Griff, weil den Hagenern leichte Fehler in der Offensive unterliefen.

Das Fazit:


Stimmung wie auf dem Jahrmarkt und die Achterbahn als Attraktion: In einem unterhaltsamen Spiel mit großer Amplitude war die Vorstellung der Hagener vor der Pause letztlich zu schwach, um nach dem Wechsel die Früchte der spektakulären Aufholjagd ernten zu können. Die Feuervögel ließen sich von der hohen Intensität der Gastgeber in einer begeisterten Halle zunächst den Schneid abkaufen. Phoenix ließ leichte Punkte aus Schnellangriffen zu und traf auf einen athletischen und schnellen Gegner, der zunächst auch herausragend aus der Distanz traf. Großen Charakter bewies die Mannschaft von Ingo Freyer dann nach der Pause – und auch große Qualität, und das ohne Punkte von David Bell und Adam Hess. Mit einer konzentrierten Zonenverteidigung und einem starken Brandon Jefferson machte Phoenix auf beeindruckende Art und Weise in einem Viertel den aussichtslosen Rückstand wett. Erst als die Konzentration schwand und die Feuervögel im Schlussviertel zu viele Offensivrebounds zuließen, bekam Würzburg das Spiel wieder besser in den Griff. Das Ergebnis fiel am Ende zu deutlich aus, der Sieg der starken Gastgeber war jedoch verdient.

Die Trainerstimmen:

Douglas Spradley: „Gegen Hagen kann man nie sagen, dass das Spiel vorbei ist – auch nicht, wenn man mit 20 Punkten führt. Wir waren in der ersten Halbzeit die dominierende Mannschaft, haben sehr selbstbewusst gespielt und attackiert. In der zweiten Halbzeit hat Hagen auf die 2-3-Zone umgestellt, und wir sind oft nur rumgestanden. Dadurch wurde meine Mannschaft unsicher, und Hagen hat das sehr gut ausgenutzt. Ich hatte meine Jungs in der Pause gewarnt, dass Hagen irgendwann die Dreier treffen wird. Genau das ist dann auch passiert. Ich bin aber zufrieden damit, dass meine Mannschaft trotzdem ruhig geblieben und nicht in Panik geraten ist. Wir haben dann im Angriff wieder die besseren Entscheidungen getroffen, und plötzlich waren wir wieder vorne. Für mich geht das Ergebnis in Ordnung. Hagen hat ein Viertel dominiert, wir haben die anderen drei Viertel deutlich gewonnen.“

Ingo Freyer: „Würzburg hat eine sehr starke Mannschaft, sie sind sehr athletisch und haben gute Aufbauspieler, aber auch gute große Leute. Wir haben am Anfang versucht, aggressiv zu verteidigen. Würzburg hat gegen unsere Ganzfeldpresse aber gut dagegen gehalten und wir haben zu viele Fastbreaks zugelassen. In der ersten Halbzeit waren sie uns auch in der Athletik überall überlegen, obwohl wir mehr Offensivrebounds geholt haben. Sie haben im Eins gegen Eins dominiert und waren zu Recht mit 20 Punkten vorne. Im 3. Viertel haben wir mit Zonenverteidigung begonnen und hinten ruhiger gespielt. Da waren wir auf einmal mental im Vorteil und sind wieder heran gekommen. Danach war es ein enges Spiel. Würzburg konnte den Sieg über die Runden bringen, weil wir am Ende im Angriff zu viele Fehler gemacht haben. Das muss ich meiner jungen Mannschaft aber zugestehen. Die Niederlage ist mit 15 Punkten für meinen Geschmack etwas zu hoch ausgefallen.“

Die Statistik:

s.Oliver Baskets – Phoenix Hagen 97:82 (53:33)

s.Oliver Baskets: Stuckey (17/3), Long (15, 4 St.), Ulmer (14/1), Coleman (13), Lane (12), Tuttle (10), Betz (6/2), Saibou (5/1), Joyce (3/1, 7 Ass.), Ugrai (2).

Phoenix Hagen: Jefferson (23/4), Elliott (18/3), Klassen (14), Geske (10/2), Mann (9/1), Grof (4), Smith (4), Hess, Bell.

Stationen: 17:10 (5.), 28:20 (10.), 42:28 (15.), 53:33 (20.), 61:45 (25.), 65:64 (30.),  81:73 (35.), 97:82 (40.).

Zuschauer: 3.140 (ausverkauft)

 


 
 
 
 

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