ProA | 17.10.2015, 22:20 Uhr

Phoenix holt trotz Gießener Aufholjagd den zweiten Saisonsieg

Den zweiten Saisonsieg und den ersten vor heimischem Publikum feierte Phoenix Hagen am Samstagabend. Mit 86:83 (49:39) schlugen die Feuervögel den Aufsteiger GIESSEN 46ers am 4. Spieltag der Beko Basketball Bundesliga. Dabei trotzten sie vor 3.145 Zuschauern in der ausverkauften Arena am Ischeland, in der Phoenix erstmals nach der neuen Bestuhlung der Sparkassen-Tribüne spielte, einer Aufholjagd der Gäste im Schlussviertel. Nachdem die Hagener nach 30 Minuten mit 73:57 geführt hatten, siegten sie letztlich zwar knapp, aber nicht unverdient.

Gießens DiLeo verletzte sich gegen Spielende

Gießens DiLeo verletzte sich gegen Spielende

David Bell wurde mit 25 Punkten Topscorer

David Bell wurde mit 25 Punkten Topscorer

Ivan Elliott im Kampf um den Ball

Ivan Elliott im Kampf um den Ball

Das Personal:

Neben dem weiterhin verletzten D.J. Covington musste Phoenix-Headcoach auf die Doppellinzenzler Marcel Keßen und Moritz Krume verzichten, die für Kooperationspartner NOMA Iserlohn in Wolfenbüttel antraten. Dem Gießener Trainer Denis Wucherer fehlten Eric Palm (gebrochener Finger) und Maurice Pluskota (Stressfraktur im Unterschenkel). Bei Phoenix gab Jonas Grof sein Starting-Five-Debüt in der Beko BBL. Er begann neben Brandon Jefferson, David Bell, Ivan Elliott und Owen Klassen. Für Gießen starteten Cameron Wells, Braydon Hobbs, Yorman Polas Bartolo, Suleiman Braimoh und Ekenechukwu Ibekwe, der sich im Spiel gegen Bamberg die Nase gebrochen hatte und mit einer Maske spielte.

Der Spielverlauf:

Gießen gewann den Sprungball und ging durch Bartolo zunächst in Führung. Die übernahm Phoenix erstmals nach knapp vier Minuten: Elliott hatte per Dreier zum 8:8 ausgeglichen, Jefferson traf wenig später ebenfalls aus der Distanz. Mit reichlich Power im Vorwärtsgang konnte Phoenix einen kleinen Vorsprung aufbauen. Viele zweite Bälle durch insgesamt neun Offensiv-Rebounds im ersten Viertel trugen dazu bei. Die höchste Distanz in diesem Spielabschnitt betrug nach Korbleger von Elliott zum 23:15 acht Punkte (9.). Es waren die letzten Hagener Punkte im ersten Viertel. Gießen dagegen traf jetzt besser, sodass das Viertel mit 23:20 endete.

Auch im zweiten Viertel konnte Phoenix seine Schnelligkeit ausspielen. Noch wichtiger als der Zug zum Korb waren jedoch die vielen Dreier-Versuche, während Gießen kaum aus der Distanz warf. Das Hagener Konzept ging auf: Kapitän David Bell stellte per Dreipunktewurf zum 40:32 den alten Höchst-Abstand von acht Punkten wieder her (15.). Danach dauerte es knapp zwei Minuten, bis überhaupt wieder aus dem Feld gescort wurde. Gießen wurde etwa ab Mitte des Viertels sicherer und kämpfte sich heran. Doch dank einer sehr konzentrierten Hagener Defense-Leistung in den letzten drei Minuten ging es beim Stand von 49:39 mit der ersten zweistelligen Führung in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel lief die Hagener Offensiv-Maschine endgültig heiß. Die Distanzwürfe fielen jetzt fast nach Belieben ins Netz, insbesondere von Bell und Hess. Unter dem Korb war Phoenix weiter dominant. Gleich drei Offensiv-Rebounds holten die Feuervögel in einer Aktion, die Hess schließlich mit seinem Treffer zum 62:43 veredelte (25.). Auch in der Defense stand Phoenix gut und ließ den Gießenern wenig Raum. Brandon Jefferson knackte per Freiwurf zum 69:49 erstmals die Marke von 20 Punkten Abstand (27.). Beim Start der letzten zehn Minuten verkündete die Anzeigetafel ein für Hagen äußerst angenehmes Ergebnis von 73:57.

In der Crunchtime bäumte sich Gießen auf, kam jetzt schneller zum Abschluss. Die Gäste ließen den Abstand wieder einstellig werden, als Braydon Hobbs zum 78:69 traf (36.). Nachdem Phoenix nur noch mit fünf Punkten lag, sorgte Elliott mit einem Dreier zum 83:75 anderthalb Minuten vor Schluss für neuen Mut. Das sollte es aber noch nicht gewesen sein: Gießen war durch einen Dreier von DiLeo zum 84:83 bei 21 Sekunden auf der Uhr nahe am Ausgleich. DiLeo zog sich dabei vermutlich eine schwere Bänderverletzung zu. Zwei erfolgreiche Freiwürfe von Hess ließen die Gastgeber aufatmen. Ein Raunen ging durch die Halle, als Braimoh und Wells in den letzten Sekunden von der Dreierlinie vergaben, ehe Bell den Rebound holte und Ball und Sieg festhielt.

Das Fazit:

Drei Viertel lang dominierte Phoenix Hagen das Tempo und beherrschte vor allem den offensiven Rebound. Phoenix traf selbst gut aus der Distanz und ließ den Gästen kaum Raum für eigene Distanzwürfe. Im letzten Viertel drosselte Phoenix Hagen dann das Tempo. Einige Ballverluste zerstörten den eigenen Rhythmus und brachten Gießen noch einmal in Schlagdistanz. Insgesamt ein verdienter Hagener Erfolg, der am Ende noch einmal unnötig ins Wackeln geriet.

Die Trainerstimmen:

Ingo Freyer (Phoenix Hagen): „Insgesamt ist der Sieg verdient. Wir haben drei gute Viertel gespielt. Das lässt hoffen, unsere Intensität hat heute gestimmt. Die Turnover am Ende haben wehgetan. Daran müssen wir arbeiten, dann gewinnen wir etwas leichter. Wir haben Gießen die Dreier wegnehmen können, das war sehr wichtig. Die Siege gegen den Mitteldeutschen BC und gegen Gießen haben in dieser frühen Phase große Bedeutung für uns, nun werden die nächsten vier Spiele den Weg weisen. Insgesamt bin ich zufrieden.“

Denis Wucherer (GIESSEN 46ers): „Es war ein verdienter Sieg für Hagen. Wir hatten über drei Viertel nicht die Energie der Hagener und haben ihre Stärken nicht ausreichend respektiert, vor allem beim Offensiv-Rebound. Als wir den Schlüssel zum Spiel gefunden hatten, war es fast schon zu spät. Wir haben 26 Offensiv-Rebounds zugelassen und nur 20 Prozent unserer Dreier getroffen, das ist zu wenig.“

Die Statistik:

Phoenix Hagen – GIESSEN 46ers 86:83 (49:39)

Phoenix Hagen: Bell (25/6, 8 Reb., 9 Ass.), Elliott (13/3, 9 Reb.), Klassen (11, 9 Reb.), Hess (10/2), Grof (7), Jefferson (7/2), Smith (7), Geske (4/1), Mann (2).

GIESSEN 46ers: Bartolo (17), DiLeo (14/1), Wells (13/1, 8 Ass.), Braimoh (11), Ibekwe (11), Lischka (6), Zazai (5), Hobbs (5/1), Wragge (1), Schoo.

Stationen: 16:12 (5.), 23:20 (10.), 40:32 (15.), 49:39 (20.), 62:45 (25.), 73:57 (30.), 78:65 (35.), 86:83 (40.).

Zuschauer: 3.145 (ausverkauft)

Fotos: Stefan Rauscher / Digitalfoto Matthias

 


 
 
 
 

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