ProA | 19.04.2015, 19:07 Uhr

Phoenix Hagen gibt Sieg gegen Trier im letzten Viertel ab

Mit 70:77 (44:34) hat Phoenix Hagen am 31. Spieltag der Beko Basketball Bundesliga gegen die TBB Trier verloren. Über weite Strecken des Spiels hatten die Feuervögel vorne gelegen. Aufgrund einer langen Trefferflaute im Schlussviertel gaben sie ihre Führung vor 3.145 Zuschauern in der ausverkauften ENERVIE Arena am Ende doch noch her.

Larry Gordon gegen Schmidt und Samenas

Larry Gordon gegen Schmidt und Samenas

Dino Gregory beim Dunking

Dino Gregory beim Dunking

Topscorer Todd Brown gegen Adin Vrabac

Topscorer Todd Brown gegen Adin Vrabac

Jonas Grof bei seinem vierten Beko BBL-Einsatz

Jonas Grof bei seinem vierten Beko BBL-Einsatz

Das Personal:

Kapitän David Bell musste weiterhin aufgrund einer Ellbogenverletzung pausieren. Jonas Grof und Marcel Keßen, am Nachmittag noch für die Phoenix Juniors beim 85:61-Sieg über die Young Dragons aktiv, standen im Kader. Wie schon beim Spiel in Berlin am Donnerstag begann Phoenix Hagen mit Dino Gregory, Todd Brown, Keith Ramsey, Larry Gordon und Niklas Geske. Der Trierer Headcoach Henrik Rödl nominierte für seine Starting Five Adin Vrabac, Marko Lukovic, Mathis Mönninghoff, Stefan Schmidt und Jermaine Anderson.

Der Spielverlauf:

Was für ein Auftakt! Gerade einmal acht Sekunden nach Spielbeginn versenkte Niklas Geske bereits den ersten Dreier zur Hagener Führung. Dino Gregory und Keith Ramsey mit einem Dunking zum 7:0 bauten diese weiter aus (2.). Der schnellen, überfallartigen Offense der Hagener hatte Trier zunächst nicht viel entgegen zu setzen. Nach einem Dreier von Larry Gordon zum 12:3 (3.) sowie einem Dunking von Gregory zum 14:5 (4.) betrug der Vorsprung schnell jeweils neun Punkte. Doch Trier fand jetzt besser ins Spiel, punktete zuverlässiger und neutralisierte den Hagener Angriff für dreieinhalb Minuten. Erst beim Stand von 14:11 scorte Phoenix wieder, durch zwei Freiwürfe von Todd Brown (8.). Der im ersten Viertel eingewechselte Jonas Grof kam nach seinen Einsätzen in Berlin, in den ProB-Playoffs mit Iserlohn am Samstag und in der NBBL bereits zu seinem vierten Spiel in weniger als 72 Stunden. Phoenix hielt die Führung aufrecht, auch wenn Trier zwischenzeitlich auf bis zu zwei Punkte herankam.

Im zweiten Viertel lief die Hagener Offensive wieder heiß. Insbesondere aus der Nahdistanz waren die Feuervögel deutlich treffsicherer als die Gäste. Aber auch per Dreier trafen Zamal Nixon und Todd Brown. Dessen Wurf zum 30:22 (14.) brachte wieder ein ordentliches Polster. Die Hagener Leistung stabilisierte sich jetzt. Langsam, aber sicher enteilten die Hausherren den Trierern. Brown, der an seine starke Vorstellung aus dem Berlin-Spiel anknüpfte, war es auch, der mit einem weiteren Dreier zum 40:30 erstmals einen zweistelligen Vorsprung herstellte (19.). Zweistellig ging es auch in die Pause: mit einem 44:34 nach Treffer von Gordon.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich zunächst wenig am Status quo der Partie. In der Mitte des dritten Viertels jedoch zwangen die durch drei Korbleger in Folge von Schmidt, Lukovic und Mönninghoff auf 46:40 herangekommenen Trierer Phoenix-Coach Freyer zur Auszeit (24.). Doch auch danach bekamen die Hagener Trier nicht vollständig in den Griff. Der herausragende Akteur der Gäste, Jermaine Bucknor, brachte einen Dreier zum 50:47 im Korb unter (26.). Nach Treffern von Anderson und Samenas betrug der Hagener Vorsprung sogar jeweils nur noch zwei Punkte. Ein schöner Tip-in von Dino Gregory und Browns And-One-Spiel zum 59:52 (29.) brachten die nötige Sicherheit zurück.

Auch in den letzten zehn Minuten blieb es spannend, angefangen bei Vrabac' Korbleger zum 59:56. Wenig später war es dann passiert: Vrabac, der sieben Punkte in Serie erzielte, besorgte den 61:61-Ausgleich (34.). Ein spektakulärer Block von Larry Gordon verhinderte zunächst die erste Trierer Führung im ganzen Spiel durch Marko Lukovic, der alleine auf den Hagener Korb zugelaufen und zum Dunking hochgesprungen war (35.). Doch kurz darauf ließ sich Stefan Schmidt den Führungswechsel per Korbleger nicht nehmen. Die Hagener taten sich in der Offense jetzt extrem schwer, erzielten sechseinhalb Minuten am Stück keinen Treffer mehr. Dabei hatten die Feuervögel noch Glück, dass sich Trier trotz eines 9:0-Laufes nicht entscheidend absetzen konnte. Den Bann brach schließlich Larry Gordon mit einem Dreier zum 64:65 (38.). Bei den Trierern fand indessen auch Topscorer Ricky Harris ins Spiel, der per Korbleger, Freiwurf und aus der Distanz acht Punkte hintereinander traf. Auf bis zu neun Punkte erhöhte Trier jetzt den Vorsprung und entschied damit das Spiel. Den Schlusspunkt zum 70:77 setzte Dino Gregory.

Das Fazit:

Wieder einmal erlebt Phoenix Hagen ein bitteres Heimspiel. Entscheidend für die Niederlage ist das Schlussviertel mit sechseinhalb Minuten ohne einen Treffer. Bis dahin hatten die Feuervögel eine solide Leistung gezeigt, doch am Ende fehlten die Ideen und das Durchsetzungsvermögen. Mit der Trierer Zonenverteidigung taten sich die Gastgeber schwer, was die für Hagener Verhältnisse geringe Trefferausbeute von 70 Punkten belegte. Die Statistiken zeugten von einem ausgeglichenen Spiel: Mit 46 zu 45 Prozent Trefferquote aus dem Feld lag Phoenix leicht vorne, beim Rebound mit 34 zu 38 Abprallern leicht zurück. Überragender Akteur der TBB Trier war Jermaine Bucknor, der seine 19 Punkte allein in den ersten drei Vierteln erzielte. Am Ende lief dann auch noch Ricky Harris heiß. Bei Phoenix Hagen reichten auch die erneut starke Leistung von Topscorer Todd Brown (20 Punkte) und die 18 Zähler von Larry Gordon nicht zum Erfolg.

Die Trainerstimmen:

Ingo Freyer (Phoenix Hagen): „Wir haben das Spiel auf eine ähnliche Art verloren wie einige andere Spiele zuvor. Am Ende fehlte die Qualität, auch weil David Bell nicht dabei war. Wir wollen und müssen die jungen Spieler fördern, doch das klappt nicht immer gleich gut. Dann wird zu viel gepasst, es fehlt das Selbstvertrauen, Schüsse werden nicht genommen. Wir konnten unser Spiel heute nicht durchsetzen, hatten keine Ballgewinne und Schnellangriffe. Trier hat uns ins Setplay gezwungen, damit hatten wir Probleme. Es tut mir sehr leid, was in Trier passiert. Wir stehen eigentlich Jahr für Jahr nebeneinander in der Tabelle. Das gemeinsame Ziel hieß immer, die Klasse zu halten.“

Henrik Rödl (TBB Trier): „Wir hatten zuletzt nicht viel zu lachen, da tut so ein Sieg gut. Wir haben gut gespielt, ich bin stolz auf mein Team, das hart gearbeitet hat. Es ist ein schönes Gefühl, mal für zwei Stunden abzuschalten. Mit David Bell hat Hagen heute ein wichtiger Spieler gefehlt, der vielleicht Antworten auf unsere Zonenverteidigung gehabt hätte. Es sind immer komische Spiele gegen Hagen. Diesmal haben wir beide Partien gewonnen, letztes Jahr haben wir beide Spiele verloren. Wir haben großen Respekt voreinander. Es ist unglaublich, was Hagen mit dem schmalen Budget leistet. Es ist stark, dass Hagen und Trier mit den beschränkten Möglichkeiten seit Jahren in der Liga geblieben sind. Schade für uns, dass es vorerst wahrscheinlich kein weiteres Spiel gegen Hagen geben wird.“

Die Statistik:

Phoenix Hagen – TBB Trier 70:77 (44:34)

Phoenix Hagen: Brown (20/3), Gordon (18/2), Gregory (14, 9 Reb.), Bleck (6), Geske (5/1), Nixon (5/1), Ramsey (2), Grof, Igbavboa.

TBB Trier: Bucknor (19/3), Harris (13/1), Anderson (12/2), Lukovic (10), Vrabac (7/1), Schmidt (4, 10 Reb.), Samenas (4), Kramer (4), Mönninghoff (4).

Zuschauer: 3.145 (ausverkauft)

Schiedsrichter: Robert Lottermoser, Anne Panther, Armin Mutapcic

Technischer Kommissar: Darius Moczulski

Stationen: 14:7 (5.), 20:16 (10.), 33:26 (15.), 44:34 (20.), 48:44 (25.), 59:54 (30.), 61:63 (35.), 70:77 (40.).

 


 
 
 
 

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