ProA | 15.04.2015, 22:16 Uhr

Aufholjagd im Schlussviertel reicht nicht zum Sieg in Berlin

Die Feuervögel von Phoenix Hagen haben zwar eine Sensation verpasst, aber mit 74:78 (40:52) letztlich nur knapp bei ALBA BERLIN verloren. Am 30. Spieltag der Beko Basketball Bundesliga kämpfte sich eine junge Hagener Mannschaft nach zwischenzeitlichem 20-Punkte-Rückstand auf bis zu drei Punkte im letzten Viertel zurück. Vor 7.277 Zuschauern in der Berliner o2 World gingen am Mittwochabend aber dennoch die Albatrosse als Sieger vom Parkett.

Topscorer Brown und Krume unter dem Korb

Topscorer Brown und Krume unter dem Korb

Larry Gordon erzielte 18 Punkte

Larry Gordon erzielte 18 Punkte

Jonas Grof holte acht Punkte in zwölf Minuten

Jonas Grof holte acht Punkte in zwölf Minuten

Das Personal:

David Bell unterzog sich am Montag einer Operation am Ellbogen und wird daher für den Rest der Saison ausfallen. Im ersten Spiel ohne den Kapitän in dieser Spielzeit berief Headcoach Ingo Freyer Dino Gregory, Keith Ramsey, Todd Brown, Larry Gordon und Niklas Geske in die Starting Five. ALBA BERLIN begann mit Alex Renfroe, Leon Radosevic, Jamel McLean, Clifford Hammonds und Alex King.

Der Spielverlauf:

Phoenix Hagen startete gut in die Partie. Mit viel Sicherheit im Abschluss und einer ordentlichen Defense-Leistung präsentierten sich die Feuervögel in den ersten Minuten des Spiels. Die erste Hagener Führung besorgte Larry Gordon per Dunking zum 2:4. Nach zwischenzeitlichem Führungswechsel brachte Keith Ramsey die Gäste wieder nach vorn (2.). Ein Dreier von Todd Brown zum 9:15 bedeutete einen Sechs-Punkte-Vorsprung (4.). Danach allerdings geriet die Hagener Offensiv-Maschine ins Stocken. Erst nach über zwei Minuten gelangen den Feuervögeln in Person von Dino Gregory wieder Punkte (6.). Die Führung war inzwischen aufgrund eines 9:0-Laufes der Albatrosse dahin. Auf bis zu sieben Punkte zogen die Hausherren, die jetzt besser in die Partie fanden, im ersten Spielabschnitt davon. Gegen Ende des Viertels wechselte Ingo Freyer Nachwuchsspieler Jonas Grof zu dessen drittem Beko BBL-Einsatz ein.

Per Korbleger und Extra-Freiwurf nach einem Foul sorgte Radosevic mit dem 33:23 für einen erstmaligen zweistelligen Vorsprung der Hauptstädter. Dank eines starken Larry Gordon, der dreimal hintereinander punktete, konnten die Feuervögel den Rückstand in kurzer Zeit halbieren (13.). Hagen hielt sich im Spiel, auch weil Berlin nicht mehr so stark punktete wie zu Beginn. Nach Browns Korbleger zum 38:34 war der Ausgleich wieder in Reichweite (15.). Ab Mitte des zweiten Viertels kehrte die Berliner Treffsicherheit allerdings zurück, während Phoenix schwächelte. ALBA gelangen elf Punkte in Serie. Wie bereits im ersten Viertel blieben die Feuervögel erneut über zwei Minuten ohne einen Treffer, bis Brown zum 49:36 scorte (17.). Jonas Grof holte sich mit einem krachenden Dunking zum 50:40 seine ersten Punkte des Spiels (20.). Mit der Halbzeit-Sirene gelang Alex Renfroe auf der Gegenseite noch ein Tip-in.

Die ersten Punkte in der zweiten Halbzeit gehörten Phoenix: Todd Brown traf beide Freiwürfe zum 52:42. In den nächsten Minuten tat sich Phoenix aber schwer und ließ ALBA weiter davonziehen. Reggie Reddings Freiwürfe zum 64:44 sorgten für die mit 20 Punkten höchste Differenz des Spiels (26.). Wie durch einen Weckruf meldete sich Phoenix mit Treffern von Grof, Gregory und Brown zurück (27.). Beim Stand von 64:50 blieb es dann für knapp drei Minuten, bis Gordon zwei Freiwürfe traf (30.). Ein Dreier von Niels Giffey beendete den 8:0-Lauf der Gäste, bevor Niklas Geske noch zwei Treffer per Freiwurf nachlegte.

Anders als es der 20-Punkte-Rückstand im dritten Viertel erwarten ließ, wurde es noch einmal spannend. Nach Freiwürfen von Fabian Bleck (33.) und einem Dreier von Todd Brown zum 69:61 (34.). waren die Hagener wieder auf acht Punkte dran. Diesen Abstand stellten erneut Brown (35.) und später Dino Gregory (38.) nach Treffern von ALBA wieder her. Browns Wurf zum 73:67 zwei Minuten vor Ende des Spiels ließ Phoenix zumindest an einer Sensation schnuppern. Gregory und Gordon vergaben jedoch wichtige Würfe, während Hammonds zwei Freiwürfe traf (40.). Die letzten Sekunden waren hoch rasant: Zunächst traf Jonas Grof, dann Larry Gordon per Dreier und schließlich wieder Grof. King, Hammonds und McLean trafen jeweils nur einen von zwei Freiwürfen, dennoch blieb es beim Sieg für Berlin.

Das Fazit:

Nach dem Aus in der Euroleague und im Halbfinale des Beko BBL TOP FOUR fuhr ALBA BERLIN wieder einen Sieg ein. Dass es am Ende noch einmal dermaßen knapp wurde und der Vorsprung von 20 auf bis zu drei Punkte schmolz, zeugt vom enormen Kampfgeist der Feuervögel. Topscorer Todd Brown (21 Punkte) und Larry Gordon (18) gaben in der Offense ordentlich Gas. Bei den jungen deutschen Spielern überzeugten nicht nur Niklas Geske und Fabian Bleck, sondern besonders Jonas Grof, der mit acht Punkten einen Karriere-Bestwert aufstellte. Auch Arber Tolaj und Moritz Krume bekamen ihre Einsatzzeiten. Dass es schließlich nicht zu einem Sieg reichte, lag unter anderem am Rebound-Verhältnis. Mit 32 zu 43 Abprallern war Phoenix unter den Körben unterlegen. Die Wurfquote war nicht der entscheidende Faktor: Die Feuervögel trafen 59 Prozent ihrer Würfe aus der Nahdistanz, die Albatrosse nur 47 Prozent. Die Werte bei den Distanz- und Freiwürfen lagen bei beiden Teams in ähnlichen Bereichen.

Die Trainerstimmen:

Sasa Obradovic (ALBA BERLIN): „Nach den letzten Niederlagen hatten wir uns ein stärkeres Statement für heute vorgenommen. Aber vielleicht stecken meinem Team immer noch die letzten Spiele in der Euroleague und beim TOP FOUR in den Knochen. Es ist nur drei Tage her und meine Spieler sind keine Maschinen. Wir haben heute nicht so gespielt, wie ich es erwartet habe, aber wir haben gewonnen und stehen insgesamt gut in der Liga da.“

Ingo Freyer (Phoenix Hagen): „ALBA hat die Qualität, auch nach so einer harten Woche, wie sie sie hinter sich haben, dieses Spiel zu gewinnen. Allerdings waren wir so nah dran wie nie zuvor, einen Sieg in Berlin zu holen. In der ersten Halbzeit sahen wir nicht gut aus und hatten auch etwas Pech mit unseren Würfen. Aber in der zweiten Halbzeit haben wir konstant unseren Rhythmus gehalten und ALBA durch das konsequente Doppeln aus dem Tritt gebracht. Kompliment auch an unsere jungen Spieler, die heute sehr gut für unseren verletzten Routinier David Bell in die Bresche gesprungen sind.“

Die Statistik:

ALBA BERLIN – Phoenix Hagen 78:74 (52:40)

ALBA BERLIN: Giffey (14/4, 7 Reb.), McLean (12, 7 Reb.), Banic (12), Hammonds (11/2), Redding (10, 7 Ass.), Radosevic (9), Renfroe (6), King (3), Freese (1), Vargas, Wohlfarth-Bottermann, Akpinar.

Phoenix Hagen: Brown (21/2, 7 Reb.), Gordon (18/2), Gregory (11, 7 Reb.), Grof (8), Geske (5/1), Bleck (5), Igbavboa (4), Ramsey (2, 6 Ass.), Nixon, Tolaj, Krume.

Zuschauer: 7.277

Schiedsrichter: Clemens Fritz, Mathias Rucht, Carsten Straube

Technischer Kommissar: Jörg Gitzler

Stationen: 14:15 (5.), 30:23 (10.), 42:34 (15.), 52:40 (20.), 62:44 (25.), 67:54 (30.), 71:63 (35.), 78:74 (40.).

 


 
 
 
 

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