ProA | 02.04.2015, 22:59 Uhr

Unnötige Heimniederlage gegen MBC trotz starker erster Hälfte

Phoenix Hagen muss eine unnötige Heimniederlage gegen den Mitteldeutschen BC verkraften. Trotz 18-Punkte-Führung zu Beginn des dritten Viertels setzte es am 29. Spieltag der Beko Basketball Bundesliga eine 65:70 (42:27)-Niederlage gegen die Wölfe aus Weißenfels. Vor 3.026 Zuschauern in der ENERVIE Arena konnten die Feuervögel in der zweiten Hälfte nicht mehr ausreichend punkten, während der MBC seine Dreier-Quote in die Höhe schraubte.

Niklas Geske erzielte 17 Punkte

Niklas Geske erzielte 17 Punkte

Topscorer Bell gegen Ex-Feuervogel Schwarz

Topscorer Bell gegen Ex-Feuervogel Schwarz

Standhardingers Bilanz: 13 Punkte, 7 Rebounds

Standhardingers Bilanz: 13 Punkte, 7 Rebounds

Das Personal:

Ex-Feuervogel Mark Dorris feierte nach einem knappen Jahr seine Rückkehr in die ENERVIE Arena – allerdings im Trikot der Gäste. Wie auch der zweite ehemalige Hagener in Diensten des MBC, Kapitän Malte Schwarz, wurde er bereits im ersten Viertel eingewechselt. Anstelle von Dorris blieb Darryll Webb als überzähliger siebter Importspieler draußen. Die Hausherren konnten die Partie ohne Verletzungssorgen angehen: Headcoach Ingo Freyer schickte zu Beginn neben Larry Gordon, Dino Gregory, Keith Ramsey und David Bell auch wieder Youngster Niklas Geske aufs Parkett.

Der Spielverlauf:

Larry Gordon verpasste einen frühen Korberfolg nach wenigen Sekunden. Auf der Gegenseite lochte Djordje Pantelic ein. Nach Ausgleich von Dino Gregory besorgte Kapitän David Bell per Freiwurf die erste Hagener Führung zum 3:2. Die mussten die Feuervögel zunächst auch nicht an die Gäste aus Weißenfels abtreten. Dafür gelang denen umso häufiger und in konstanter Abfolge der Ausgleich: Pantelic traf zum 6:6 (4.), Vilhjalmsson zum 8:8 (5.), Christian Standhardinger erst zum 10:10 (6.). und schließlich zum 12:12 (7.). Nach knapp acht Minuten brachte Pantelic die Wölfe mit zwei Freiwürfen wieder in Führung. Dass die Freude der Gegner nur kurz währte, war einem jungen Mann namens Fabian Bleck zuzuschreiben: Per Korbleger erzielte er erst den Ausgleich, dann die Führung und traf nach Foul von Wyrick auch noch den Extra-Freiwurf (10.).

Im zweiten Viertel brauchte Phoenix zwei Minuten bis zum ersten Treffer. Der erfolgreiche Schütze war Fabian Bleck (13.), der mit sieben Punkten nach gut vier Minuten Spielzeit zwischenzeitlich bester Hagener Werfer war. Nun enteilten die Feuervögel den Wölfen erstmals ein wenig: David Bell traf per Freiwurf zum 26:19. Nachdem der MBC durch Standhardinger bis auf zwei Punkte herangekommen war (14.), erhöhte Bell den Vorsprung – wieder per Freiwurf – auf acht Zähler (16.). Niklas Geske kämpfte sich im Alleingang durch die Defense der Wölfe und sorgte mit seinem Korbleger zum 36:26 kurz vor Ablauf der 24-Sekunden-Uhr für die erstmalige zweistellige Führung (17.). Mit konsequenter Verteidigung und viel Tempo in der Offense ließ Phoenix die Distanz zu den Gästen weiter wachsen: Mit 42:27 ging es in die Pause.

Geske eröffnete die zweite Hälfte mit einem erfolgreichen Dreipunktewurf. Danach taten sich die Feuervögel in der Vorwärtsbewegung deutlich schwerer gegen die besser verteidigenden Gäste. Erst dreieinhalb Minuten danach erlöste David Bell Phoenix mit einem weiteren Distanztreffer (25.). Die Trefferflaute der Gastgeber schlug sich auch im Ergebnis nieder: Massenats Dreier zum 48:39 ließ das Hagener Polster wieder auf einen einstelligen Wert schrumpfen (26.). Während die Wölfe in der ersten Hälfte nur einen einzigen von 15 Dreiern im Netz unterbringen konnten, trafen sie jetzt hochprozentig aus der Distanz – und in Person von Patrick Richard, Malte Schwarz und erneut Richard gleich dreimal hintereinander. Damit wechselte erstmals seit dem ersten Viertel die Führung (30.). Den 11:0-Lauf der Gäste beendete erst Niklas Geske eine halbe Minute vor Ende des dritten Viertels, der seinem Team damit die Führung zum 51:50 zurückholte.

Während die ENERVIE Arena zu einem Hexenkessel wurde, korrigierten die Feuervögel ihre Leistung aus dem dritten Viertel. Mit mehr Aggressivität erkämpften sie sich Bälle, wurden vorne gefährlicher und machten hinten dicht. Erst nach über vier Minuten gelang den Wölfen ein Treffer: ein Dreier von Beckham Wyrick, der den 53:53-Ausgleich markierte. Auch die Hagener ließen zunächst noch ein paar sichere Körbe liegen, wurden dann aber sicherer im Abschluss. Geskes Korbleger zum 60:53 verschaffte die nötige Sicherheit für die Crunchtime (36.). In der Defense hatte Phoenix den MBC für über drei Minuten aus dem Spiel genommen, bis Richard aus der Distanz traf (37.). Die letzten Minuten boten Hochspannung. Marc Liyanage per Dreier und Pantelic per Korbleger sorgten für den Ausgleich, Massenat mit zwei Freiwürfen für die Führung (39.). Jetzt lief bei Phoenix nichts mehr zusammen. Vilhjalmsson setzte den Schlusspunkt per Freiwurf.

Das Fazit:

Bitter machte diese Niederlage besonders der große Hagener Vorsprung zur Pause. Aber der MBC schaffte es, Phoenix Hagen sein Spiel aufzuzwingen und das Tempo zu drosseln. Bemerkenswert waren die in beiden Halbzeiten extrem variierenden Dreier-Quoten der Gäste: Versenkten die Wölfe in der ersten Hälfte gerade einmal sieben Prozent ihrer Distanzwürfe im Netz, waren es in der zweiten satte 62 Prozent. Unter den Körben war Phoenix mit 30 zu 44 Rebounds unterlegen. Bei den Feuervögeln trugen die jungen deutschen Spieler viel Verantwortung. Moritz Krume und Fabian Bleck spielten mehr als solide. Niklas Geske, der mit 17 Punkten und über 28 Minuten Spielzeit Karriere-Bestwerte aufstellte, wurde zweitbester Scorer hinter David Bell mit 19 Zählern.

Die Trainerstimmen:

Ingo Freyer (Phoenix Hagen): „Wir haben in der ersten Halbzeit sehr gut verteidigt. Auch nach der Pause war die Defense okay. Es lag vor allem an unserer Offensive im dritten Viertel. Wir hatten 15 Punkte Vorsprung, die Verteidigung war gut. Man hatte nicht das Gefühl, dass das Spiel kippen könnte. Dann haben wir einfache Korbleger vergeben und der MBC hat begonnen, seine Dreier zu treffen. Davon haben wir uns nicht mehr erholt. Ich hatte auch den Eindruck, dass viele meiner Spieler auf dem Zahnfleisch gehen. Unsere Bank konnte uns heute keine Energie geben. Dazu haben wir den Rebound krass abgegeben. Es gab heute viele Gründe für die Niederlage.“

Silvano Poropat (Mitteldeutscher BC): „Es war das gleiche Spiel wie in Weißenfels, zum Glück für uns auch mit dem gleichen Ausgang. Mir war klar: Wenn es einen hohen Score gibt, dann verlieren wir. Wenn es ein niedriges Ergebnis gibt, sind unsere Chancen gut. Wir haben es heute geschafft, Hagen auf 65 Punkte zu halten. Das ist eine große Leistung. Nach der Pause haben wir zu 100 Prozent unser Spiel gemacht. Es war weder schnell noch schön, aber effektiv und klug. Vor der Pause hatten wir zu viel Respekt vor der Hagener Aggressivität, das haben wir in der zweiten Hälfte verbessert. Gratulation an meine Mannschaft, der Klassenerhalt ist fast geschafft.“

Die Statistik:

Phoenix Hagen – Mitteldeutscher BC 65:70 (42:27)

Phoenix Hagen: Bell (19/1), Geske (17/2), Gordon (8), Bleck (7), Gregory (6), Nixon (3), Brown (3/1), Ramsey (2), Krume.

Mitteldeutscher BC: Richard (14/4), Standhardinger (13), Vilhjalmsson (11/1), Pantelic (9, 14 Reb.), Massenat (7/1, 8 Ass.), Wyrick (7/1), Schwarz (3/1), Clay (3), Liyanage (3), Dorris.

Zuschauer: 3.026

Schiedsrichter: Nesa Kovacevic, Johannes Hack, Tamer Arik

Technischer Kommissar: Volker Coners

Stationen: 8:8 (5.), 20:16 (10.), 30:24 (15.), 42:27 (20.), 48:34 (25.), 51:50 (30.), 58:53 (35.), 65:70 (40.).

 


 
 
 
 

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