ProA | 21.03.2015, 20:42 Uhr

Phoenix hält bis zum Ende gegen Frankfurter Eurofighter mit

Kurz vor Schluss schnupperten sie noch am Erfolg, dennoch musste sich Phoenix Hagen den FRAPORT SKYLINERS mit 70:79 (31:37) geschlagen geben. Die Frankfurter ließen am 27. Spieltag der Beko Basketball Bundesliga über 40 Minuten keine Hagener Führung zu, mussten aber drei Minuten vor Ende den Ausgleich hinnehmen. Vor 3.145 Zuschauern in der ausverkauften ENERVIE Arena konnte Phoenix eine Niederlage letztlich aber nicht verhindern.

Keith Ramsey gegen Ex-Feuervogel Burtschi

Keith Ramsey gegen Ex-Feuervogel Burtschi

Voigtmann holte 26 Punkte und elf Rebounds

Voigtmann holte 26 Punkte und elf Rebounds

David Bell im Duell mit Quantez Robertson

David Bell im Duell mit Quantez Robertson

Das Personal:

Hagens Headcoach Ingo Freyer konnte personell aus dem Vollen schöpfen. Bei den FRAPORT SKYLINERS musste Trainer Gordon Herbert weiterhin auf Nationalspieler Danilo Barthel (Knochenmarködem im Fuß) verzichten. Die zuletzt ebenfalls lädierten Konstantin Klein (Oberschenkelverletzung) und Kevin Bright (Zerrung) waren wieder an Bord.

Der Spielverlauf:

Nach anderthalb Minuten sorgte Ex-Feuervogel Jacob Burtschi für die ersten zwei Punkte der Partie, kurz darauf legte Keith Ramsey für Phoenix Hagen nach (2.). Das erste Viertel begann relativ ausgeglichen, mit leichtem Vorteil für Frankfurt. Zwischenzeitlich gelang Dino Gregory per Freiwurf der 6:6-Ausgleich (4). Die Gäste kamen zu oft frei zum Distanzwurf, trafen von sieben Dreiern drei. In der Defense arbeiteten sie stark und machten es den Feuervögeln schwer. Auch weil Phoenix gegen Ende die Genauigkeit beim Wurf fehlte, konnten sich die SKYLINERS etwas absetzen und das erste Viertel endete mit 13:18.

Im zweiten Spielabschnitt punktete zunächst Zamal Nixon für die Feuervögel, Frankfurt revanchierte sich aber umgehend durch Sean Armand (12.). In der Folge blieb es beim knappen Vorsprung für die Hessen. National-Center Johannes Voigtmann baute die Führung per Tip-in zum 17:24 erstmals auf sieben Punkte aus (15.). Das konnten die Hausherren nicht auf sich sitzen lassen: Larry Gordon traf zunächst aus der Distanz, dann demonstrierte Ramsey mit einem krachenden Dunking Stärke und brachte Phoenix zurück (16.). Kleinere Nachlässigkeiten bestraften die Frankfurter aber sofort und stellten durch Mike Morrison und Armand den Abstand von sieben Punkten wieder her. Erneut bewiesen die Feuervögel Stehauf-Qualitäten: Mit einem sehenswerten Dreier von Youngster Niklas Geske und zwei Treffern von Gordon zum 29:30 kämpften sie sich bis auf einen Punkt heran (19.). Mit 31:37 ging es in die Pause.

Aus der Kabine kamen die Feuervögel mit hoher Aggressivität. Durch einen Korbleger von David Bell zum 37:39 war Phoenix nah dran am Ausgleich (22.). Doch immer wenn sie in Bedrängnis gerieten, schienen die SKYLINERS neue Kraft zu schöpfen und legten eine Schippe drauf. Voigtmanns Dunking zum 39:48 markierte die bis dahin höchste Führung (25.). Bei Phoenix kam jetzt Pech dazu: Brown und zweimal Gordon trafen von ihren zwei Freiwürfen jeweils nur einen. Doch da Frankfurt in dieser Phase nicht punktete, fand Hagen wieder Anschluss. Larry Gordon stahl erst Aufbauspieler Justin Cobbs den Ball und dunkte anschließend über den 2,11 Meter großen Voigtmann hinweg zum 44:48 (26.). Der rächte sich mit fünf Punkten in Folge. Cobbs sorgte mit einem Freiwurf zum 48:58 für die erste zweistellige Führung im Spiel (30.).

Das letzte Viertel eröffnete David Bell mit einem Sprungwurf aus der Nahdistanz zum 52:58. Bei den Frankfurtern herrschte zunächst Ladehemmung: Erst nach zweieinhalb Minuten traf Quantez Robertson wieder. Das 54:64 durch Cobbs (34.) erschien zunächst als schwere Hypothek, doch aufzugeben war nie eine Option für die Feuervögel. Wie beflügelt durch den Rückstand hatten sie jetzt ihre stärkste Phase und schnupperten am Ausgleich. Bei Ramseys Treffer zum 66:68 nach feiner Vorarbeit von Nixon brannte die ENERVIE Arena förmlich (36.). Kurz darauf war es dann soweit: David Bell traf den Dreier zum 69:69 (38.). Doch Phoenix Hagen verpasste es in den letzten drei Minuten, die entscheidenden Würfe zu nehmen. Die SKYLINERS übernahmen die Führung und spielten souverän die Uhr herunter. Den Schlusspunkt zum 70:79 setzte Justin Cobbs per Freiwurf.

Das Fazit:

Eine weitere Heimniederlage für Phoenix Hagen. Die größte Schwäche der Feuervögel liegt unter den Körben: Mit 24:43 waren sie beim Rebound unterlegen. Allein Frankfurts Voigtmann holte sich elf Abpraller. Zudem wurde der 22-jährige Nationalspieler mit 26 Punkten Topscorer. Dass es Phoenix Hagen trotz der schwachen Rebound-Bilanz und einer Dreier-Quote von nur 17 Prozent (Frankfurt: 29 Prozent) schaffte, die Partie drei Minuten vor Schluss völlig offen zu halten, ist bemerkenswert. Mit viel Einsatz zwangen sie die SKYLINERS zu 19 Turnovers, während sie selbst nur neun hinnehmen mussten, und konnten neun Steals verbuchen. Am Ende spielten sich die Frankfurter, die sich unter der Woche für das Top Four der EuroChallenge qualifizierten, konzentriert zum Sieg.

Die Trainerstimmen:

Ingo Freyer (Phoenix Hagen): „Frankfurt hat verdient gewonnen. Die Mannschaft ist wirklich tough und schwer zu spielen. Sie haben uns ihren Stempel aufgedrückt. Wir konnten unsere Schnelligkeit heute nicht ausspielen. Im Rebound war uns Frankfurt sehr überlegen, wir haben zudem schlecht Freiwürfe und Dreier geworfen. Dann ist es schwer zu gewinnen. Trotzdem waren wir bis zum Ende dran. Auf diese Qualität, die das ermöglicht hat, müssen wir aufbauen. Wir wollen noch ein paar Spiele gewinnen, vor allem in eigener Halle. Das sind wir unseren Fans schuldig. Leider hat es heute nicht gereicht – auch, weil Frankfurt gerade einen sehr guten Rhythmus hat.“

Gordon Herbert (FRAPORT SKYLINERS): „In Hagen herrscht immer eine großartige Basketball-Atmosphäre. Es ist uns gut gelungen, das Spieltempo zu kontrollieren. Wir haben unser Spiel gespielt, zumindest über drei Viertel. Wenn Hagen in der Defensive so zulegt wie im letzten Viertel, dann sind sie sehr schwer zu spielen mit ihren vielen Stopps.“

Die Statistik:

Phoenix Hagen – FRAPORT SKYLINERS 70:79 (31:37)

Phoenix Hagen: Gordon (18/1, 7 Reb.), Ramsey (14), Bell (11/1), Gregory (10), Geske (6/2, 6 Ass., 3 St.), Nixon (6), Bleck (2), Igbavboa (2), Brown (1).

FRAPORT SKYLINERS: Voigtmann (26/1, 11 Reb.), Armand (14/2, 9 Reb.), Cobbs (13, 7 Ass.), Burtschi (12), Robertson (5/1), Morrison (5), Bright (3/1), Klein (1), Doornekamp.

Zuschauer: 3.145 (ausverkauft)

Schiedsrichter: Markus Hesse, Carsten Straube, Jonas Reiter

Technischer Kommissar: Peter George

Stationen: 10:12 (5.), 13:18 (10.), 20:24 (15.), 31:37 (20.), 41:48 (25.), 50:58 (30.), 59:66 (35.), 70:79 (40.).

 


 
 
 
 

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