ProA | 14.03.2015, 20:55 Uhr

Phoenix Hagen bezwingt Schlusslicht Crailsheim

Das war ganz wichtig: Mit 91:84 (41:39) hat Phoenix Hagen das Auswärtsspiel bei den Crailsheim Merlins am 26. Spieltag der Beko Basketball Bundesliga für sich entschieden. In der hochspannenden Partie hatten beide Teams ihre starken und schwächeren Phasen: Das erste und dritte Viertel endeten pro Crailsheim, im zweiten und vierten Spielabschnitt waren die Feuervögel obenauf. Vor 2.886 Zuschauern in der Arena Hohenlohe wurde David Bell mit 28 Punkten zum Topscorer.

Phoenix Hagen besiegt die Merlins mit 91:84

Phoenix Hagen besiegt die Merlins mit 91:84

Dino Gregory lässt es beim Dunking krachen

Dino Gregory lässt es beim Dunking krachen

Die mitgereisten Hagener Fans

Die mitgereisten Hagener Fans

Das Personal:

Hagens Headcoach Ingo Freyer hatte keinen verletzten Spieler zu beklagen. Nicht mitgereist waren jedoch die Nachwuchsspieler Jonas Grof und Marcel Keßen, die für NOMA Iserlohn im Einsatz waren. Bei den Crailsheim Merlins kehrte nach zehnwöchiger Verletzungspause Chad Timberlake zurück, der sofort in die Starting Five rutschte.

Der Spielverlauf:

Crailsheim fand besser ins Spiel als die Gäste. Garrett Sim besorgte die ersten zwei Punkte der Partie. Nachdem Phoenix Hagen durch Larry Gordon zweimal kurzzeitig die Führung zum 2:3 und zum 4:5 übernommen hatte (2.), dominierten die Merlins das erste Viertel. Fünf Offensiv-Rebounds brachten den Hausherren viele Möglichkeiten zu punkten, auch im Abschluss war Crailsheim deutlicher sicherer. Phoenix dagegen kam nach Dino Gregorys Treffer zum 11:9 (4.) vier Minuten lang zu keinem Korberfolg, bis wieder Gregory den Bann brach und zum 17:11 einlochte (8.). Agafonovs Dreier zum 23:11 machte die Crailsheimer Führung erstmals zweistellig (9.). Mit 25:14 endete das für Hagen unglückliche erste Viertel.

Ins zweite Viertel startete Phoenix mit einer furiosen Aufholjagd. Gordon traf zum 25:16 (11.), Niklas Geske brachte zwei Freiwürfe zum 27:22 im Netz unter (12.). Diesmal blieben die Crailsheimer knapp drei Minuten ohne einen Punkt. Gregory sorgte mit einem krachenden Dunking zum 27:27 für den Ausgleich, vergab aber den Zusatz-Freiwurf nach Foul von Otule und verpasste so die Führung (13.). Die holte sich Gordon wenig später per Korbleger zum 28:29 (14.). Brown, Ramsey und Geske bauten den Vorsprung bis zum 28:37 weiter aus (16.). Über zwei Minuten kamen beide Seiten nur zu Fehlwürfen. Gegen Ende des zweiten Viertels fingen sich die Merlins wieder und legten nach, sodass es mit 39:41 in die Pause ging.

Anderthalb Minuten nach dem Seitenwechsel verschaffte Bell den Feuervögeln mit einem Dreier wieder ein kleines Polster (22.). Doch die Sicherheit aus dem zweiten Viertel war zwischenzeitlich verflogen. Crailsheim kämpfte sich rasch heran, übernahm durch einen Distanzwurf von Sim zum 48:46 erstmals seit zehn Minuten wieder die Führung (24.). Die Merlins knüpften jetzt an ihre starke Phase im ersten Spielabschnitt an. Höhepunkt war Otules Tip-in zum 59:51 (27.). Phoenix gab sich jedoch nie auf und wurde dafür in der letzten Minute des dritten Viertels belohnt. Larry Gordon traf erst zum 61:56, auf der Gegenseite vergab Sean Mosley. Schließlich verschaffte Gordon mit dem Buzzerbeater aus der Distanz seinem Team eine gute Ausgangsposition für das entscheidende letzte Viertel.

Das begann aus Hagener Sicht bestmöglich mit dem 61:61-Ausgleich durch Urule Igbavboa (31.). Kapitän Bell eroberte mit einem Dreier die Führung und legte noch einen weiteren zum 63:67 nach (33.). Gordon erhöhte auf sieben Punkte (35.). Hagen wurde in der Schlussphase zum Gejagten. Es blieb eng, Crailsheim verkürzte durch Otule auf 78:81 (38.). Keith Ramsey hatte zwei wichtige Aktionen in Folge: Erst punktete er nach eigenem Offensiv-Rebound, kurz darauf gelang ihm ein Steal gegen Otule. Im folgenden Angriff schraubte David Bell die Führung auf sieben Punkte hoch, bei anderthalb Minuten auf der Uhr. Dieser Rückstand war für die Merlins trotz hoher Willensstärke nicht mehr zu knacken. Bell und Gordon erhöhten die Hagener Punkte-Ausbeute von der Freiwurflinie. Den Schlusspunkt zum 84:91 setzte bei seinem Comeback Chad Timberlake.

Das Fazit:

Der Sieg gegen den Tabellenletzten Crailsheim verschafft Phoenix Hagen Luft im Kampf um den Klassenerhalt. Mit viel Einsatz kämpften sich die Feuervögel zweimal zurück, nachdem sie in Rückstand geraten waren. In der Schlussphase hielten sie die Konzentration hoch und blieben nervenstark. Die Merlins nahmen zwar zwölf Würfe mehr als Phoenix (76:64), trafen davon aber nur 39,5 Prozent. Bei den Feuervögeln saß dagegen jeder zweite Versuch aus dem Feld. Angeführt wurde die Hagener Wurf-Abteilung von Topscorer David Bell mit 28 Zählern und Larry Gordon, der auf 22 Punkte kam. Die höhere Freiwurfquote der Merlins und deren Rebound-Überlegenheit (45:36) fielen nicht ins Gewicht.

Die Trainerstimmen:

Ingo Enskat (Crailsheim Merlins): „Glückwunsch an meinen Namensvetter. Ich bin eigentlich mit sehr vielen Situationen unzufrieden. Wir haben sehr viele einfache Fehler gemacht. Wir haben den Ball zu einfach ins Aus geworfen, einfache Würfe verpasst, zu schnell den Ball verloren. Das sind Kleinigkeiten, wenn es mal passiert, aber nicht, wenn dies ständig passiert. Man muss in der Lage sein, sein eigenes Spiel aufrecht zu halten. Wir haben heute zu viele Fehler gemacht. Das müssen wir abschalten, sonst können wir solche engen Spiele nicht gewinnen.“

Ingo Freyer (Phoenix Hagen): „Ich bin begeistert von der Atmosphäre; es ist nicht einfach hier zu spielen. Denn die Fans pushen ihre Heimmannschaft. Dankeschön aber auch an unsere Fans, die gut dagegen gehalten haben und uns unterstützt haben. Wir haben es geschafft, auswärts gut dagegen zu halten, und haben am Ende das Spiel mit den richtigen Leuten nach Hause gebracht. Zum Spielende hin hat David Bell die entscheidenden Dreier verwandelt und war maßgeblicher Spieler für den Erfolg. Es war für uns sehr wichtig, dieses Spiel zu gewinnen.“

Die Statistik:

Crailsheim Merlins – Phoenix Hagen 84:91 (39:41)

Crailsheim Merlins: Sim (18/3, 7 Ass.), Otule (18, 9 Reb.), Timberlake (17/1), Mosley (15/1, 11 Reb., 4 Ass., 3 St.), Agafonov (12/2, 8 Reb.), Johnson (2), Moore (2), Saibou, Dioubate, Sebald.

Phoenix Hagen: Bell (28/5), Gordon (22/2, 7 Reb.), Brown (15/2), Gregory (10), Ramsey (8, 11 Reb., 4 Ass.), Geske (4), Igbavboa (4), Nixon, Bleck.

Zuschauer: 2.886

Schiedsrichter: Nesa Kovacevic, Anne Panther, Nicolas Brendel

Stationen: 15:9 (5.), 25:14 (10.), 28:35 (15.), 39:41 (20.), 55:51 (25.), 61:59 (30.), 69:76 (35.), 84:91 (40.).

 


 
 
 
 

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