ProA | 07.03.2015, 20:44 Uhr

Tabellenführer Bamberg erst im Schlussviertel zu stark

Phoenix Hagen lieferte den Brose Baskets einen großen Kampf, der letztlich aber nicht belohnt werden sollte. Zu groß war die Qualität der Bamberger im Schlussviertel. Vor 3.145 Zuschauern in der ausverkauften ENERVIE Arena siegten die Oberfranken mit 70:57 (36:31).

Fabian Bleck gegen zwei Bamberger

Fabian Bleck gegen zwei Bamberger

David Bell wurde Topscorer mit 19 Punkten

David Bell wurde Topscorer mit 19 Punkten

Todd Brown kam auf 10 Zähler

Todd Brown kam auf 10 Zähler

Das Personal:

Bei den Brose Baskets gab NBA-Neuzugang Darius Miller sein Debüt. Hagen startete mit Zamal Nixon, David Bell, Larry Gordon, Keith Ramsey und Dino Gregory. Bamberg begann mit Bradley Wanamaker, Karsten Tadda, Ryan Thompson, Elias Harris und Trevor Mbkawe.

Der Spielverlauf:

Phoenix Hagen spielte von Beginn eine aggressive und konzentrierte Verteidigung. Die Feuervögel machten die eigene Zone eng. Das ließ den Gästen den einen oder anderen freien Distanzwurf, brachte aber auch Ballgewinne. Offensiv taten sich die Hagener schwer gegen die körperlich überlegenen Bamberger. Die wenigen guten Wurfchancen ließen sie zu häufig aus. Erst Larry Gordon fand den Offensivrhythmus: Zwei Dreier des Hagener Forwards brachten die 12:10-Führung (7.). Die Gäste dominierten aber den Rebound weiter klar und gewannen das erste Viertel mit 19:16.

Eine gute Defensive hielt Phoenix Hagen weiter in der Partie. Bamberg hatte Mühe mit der wechselnden, aggressiven Verteidigung. Ein Dreier von David Bell zum 23:27 (24.) brachte die Mannschaft von Ingo Freyer auch offensiv endlich wieder besser ins Spiel. Niklas Geske führte jetzt klug Regie. Keith Ramsey nutzte dessen Anspiele, um die Partie wieder auszugleichen (29:29, 18.). Eine schlechte Trefferquote und ein, zwei leichte Fehler brachten die Hagener in der Schlussphase um ein besseres Halbzeitergebnis als das 31:36.

Phoenix kam mit großem Engagement aus der Kabine. Der hohe Druck in der Verteidigung zeigte definitiv Wirkung bei den Brose Baskets. Ballgewinn um Ballgewinn verzeichneten die Hagener jetzt. Als dann auch noch David Bell in der Offensive übernahm, begann die stärkste Hagener Phase im Spiel: Ein 11:0-Run brachte den Feuervögeln die 42:36-Führung. Erst Daniel Theis brach nach fast sechs Minuten im dritten Abschnitt nach einem Offensivrebound den oberfränkischen Offensivfluch (42:38). Doch Phoenix hatte jetzt unbändiges Selbstvertrauen und verteidigte die knappe Führung. Bamberg profitierte in dieser Phase von Neuzugang Darius Miller, der sein Team im Spiel hielt.

Mit einem überraschenden 49:47-Vorsprung ging es ins Schlussviertel. Jetzt zeigten die Bamberger, warum sie das derzeit heißeste Team in der Beko BBL sind. Janis Strelnieks und Dawan Robinson eröffneten den letzten Abschnitt mit Dreiern – zwei echte Wirkungstreffer. Hagens Trefferquote ging derweil wieder deutlich in den Keller – auch, weil die Bamberger Defense jetzt noch einmal konsequenter wurde. Vier Minuten blieb Phoenix ohne eigenen Korb. Gleichzeitig gelang es den Bambergern nun auch, eigene Ballverluste zu vermeiden. Die Baskets hatten alles unter Kontrolle und siegten souverän mit 70:57.

Das Fazit:

Hagen zeigte defensiv eine seiner besten Saisonleistungen. Damit es für eine Überraschung reicht, muss aber auch offensiv alles passen. Gegen die gute Bamberger Transition-Defense kamen die Feuervögel nie zu Fastbreaks. Gleichzeitig waren die eigenen Wurfquoten (25 % Dreier, 43 % Zweier, 60 % Freiwürfe) zu wenig für einen Erfolg. So konnten die Bamberger ihre klare Reboundüberlegenheit (49:27) ausspielen und – nach durchaus größeren Schwierigkeiten – im Schlussviertel die Kontrolle übernehmen. Die größere Erfahrung, Tiefe und Qualität des Bamberger Kaders gaben letztlich den Ausschlag – trotz der 22 Ballverluste.

Die Trainerstimmen:

Ingo Freyer (Phoenix Hagen): „Glückwunsch an Bamberg. Wir haben es geschafft, drei Viertel dran zu bleiben. Es war ein hervorragendes drittes Viertel, in dem wir sehr aggressiv und intensiv gespielt haben, mit vielen Emotionen. Im vierten Viertel sind die Bamberger leider weggezogen. Sie haben viele Dreier getroffen, die sie vorher nicht so konstant getroffen hatten. Schade, dass wir die Partie nicht über 40 Minuten so ausgeglichen gestalten konnten. Aber wir können aus diesem Spiel viel mitnehmen und müssen uns jetzt voll auf Crailsheim konzentrieren.“

Andrea Trinchieri (Brose Baskets): „Ein sehr schwieriges Spiel für uns. Es ist hart, in fremder Halle gegen eine so gut eingestellte Mannschaft zu spielen. Ein wichtiger Sieg für uns, viele andere Teams hätten solche Spiele verloren. Wir hatten leichte Probleme, aber das einzige, was zählt, ist dass wir dieses Auswärtsspiel gewonnen haben. Jetzt können wir uns auf den Russland-Trip konzentrieren.“

Die Statistik:

Phoenix Hagen – Brose Baskets 57:70 (31:36)

Phoenix Hagen: Bell (19/5, 7 Reb., 4 Ass.), Brown (10), Gordon (9/2), Ramsey (8, 7 Reb.), Gregory (7, 4 BS), Nixon (2), Bleck (2), Geske, Igbavboa.

Brose Baskets: Wanamaker (12/1, 4 St.), Theis (11, 8 Reb.), Mbakwe (9, 14 Reb., 3 BS), Strelnieks (9/1), Robinson (9/2), Harris (7/1), Miller (7/1), Thompson (6), Tadda, Bagaric.

Zuschauer: 3.145 (ausverkauft)

Schiedsrichter: Moritz Reiter, Konstantin Simonow, Radeesh Kattur

Technischer Kommissar: Walter Schrauzer

Stationen: 6:10 (5.), 16:19 (10.), 25:29 (15.), 31:36 (20.), 42:36 (25.), 49:47 (30.), 51:60 (35.), 57:70 (40.).

 


 
 
 
 

Facebook 

 
 
 

Tweets