ProA | 23.01.2015, 22:03 Uhr

Phoenix Hagen scheitert nur knapp an starken Ulmern

In einer bis zum Schluss spannenden Partie hat Phoenix Hagen mit 96:98 (45:53) gegen ratiopharm ulm verloren. Am 19. Spieltag der Beko Basketball Bundesliga kämpften sich die Feuervögel gleich zweimal nach zweistelligem Rückstand bis zum Ausgleich zurück. Dafür belohnt wurden die Hagener allerdings nicht, die sich Ulm vor 3.145 Zuschauern in der ausverkauften ENERVIE Arena am Ende knapp geschlagen geben mussten.

Tim Ohlbrecht war der stärkste Ulmer

Tim Ohlbrecht war der stärkste Ulmer

Niklas Geske im Duell mit Per Günther

Niklas Geske im Duell mit Per Günther

Todd Brown kam auf 22 Punkte

Todd Brown kam auf 22 Punkte

Das Personal:

Bei Phoenix Hagen kehrte Larry Gordon nach seinem Muskelfaserriss zurück. Ebenfalls einsatzbereit waren Todd Brown, dem nach einem Ellbogenschlag im letzten Spiel bei medi bayreuth drei Zähne gerichtet werden mussten, und Dino Gregory, der sich in Bayreuth eine Oberschenkelzerrung zugezogen hatte. Ulms Trainer Thorsten Leibenath musste auf den am Finger verletzten Power Forward Boris Savovic verzichten.

Der Spielverlauf:

Dino Gregory gewann den Sprungball, die ersten zwei Punkte der Partie sicherte sich aber ratiopharm ulm durch Nationalspieler Tim Ohlbrecht. Nach Treffern von Brown und Gregory ging Phoenix erstmals in Führung (2.). Die ersten fünf Minuten des Spiels blieben extrem ausgeglichen, wobei die Feuervögel meist etwas die Nase vorn hatten. So besorgten Kapitän Bell und Brown die Führung, nachdem Ulms Topscorer Will Clyburn jeweils ausgeglichen hatte. Beide Teams begegneten sich auf Augenhöhe, erst gegen Ende des ersten Viertels konnte Ulm durch einen Dreier von Deonte Burton auf zwischenzeitlich acht Punkte davonziehen (10.). Der beim Korbleger gefoulte Zamal Nixon verwandelte den anschließenden Freiwurf, sodass das erste Viertel beim Stand von 22:27 endete.

Das zweite Viertel begann Phoenix sehr rasant und kämpfte sich durch Ramsey und Nixon bis auf einen Punkt heran (11.). Zwei schnelle Gegentreffer von Burton und Isaiah Philmore folgten. Nach Bells Wurf zum 31:36 (14.), begann eine schwächere Phase der Hausherren: Vorne fehlte jetzt das Wurfglück und auch defensiv ließ Hagen nach. Die Gäste nutzten das eiskalt aus und konnten sich nun deutlich auf 31:47 absetzen (17.). Erst Fabian Bleck stoppte den 11:0-Lauf der Ulmer. Ein Weckruf für Phoenix: Bis zur Halbzeit konnten die Feuervögel den Rückstand auf acht Punkte und damit um die Hälfte reduzieren. Mit Bells Dreier zum 45:53 ging es in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel blieben beide Teams lange ohne Punkterfolg, bis Ulms Maarten Leunen ein Dreier gelang (23.). Nun startete Phoenix die große Aufholjagd. Besonders fleißig scorte Todd Brown, der den Ball in gut einer Minute dreimal ins Netz legte. Auch Nixon, Gordon und Bleck trafen in dieser Phase, in der Phoenix Stück für Stück den Ulmer Vorsprung zum Schmelzen brachte. Die Fans in der ENERVIE Arena wurden immer lauter, als per Korbleger erst Gordon zum 65:70 und Bleck wenig später zum 67:70 trafen (29.). Beim Dreier von Brown zum 70:70-Ausgleich bebte die Halle (30.). Die entscheidenden zehn Minuten begannen beim Stand von 70:74.

Nach Blecks Sprungwurf zum 72:75 bauten die Ulmer ihre Führung durch einen Dreier von Schwethelm und einen Korbleger von Hess aus. Bei Günthers Korbleger zum 77:87 (34.) war der Vorsprung noch zweistellig, als Phoenix' Schlussoffensive begann. Diese eröffnete David Bell per Tip-in (35.). Zamal Nixon traf einen sehenswerten Dreier nach Assist von Keith Ramsey, der kurz darauf einen Alley oop vollendete, zu dem Nixon die Vorarbeit geleistet hatte (36.). Phoenix kämpfte sich immer weiter heran, Larry Gordon verkürzte per Korbleger zum 88:89 auf einen Punkt (37.). Schließlich war es Ramsey, der per Sprungwurf aus der Distanz zum 94:94-Ausgleich traf (39.). Nach zwei Freiwürfen vom Ex-Hagener Hess blieb eine Minute vor Schluss auch David Bell an der Linie cool und glich zum 96:96 aus. Ulms Tim Ohlbrecht traf, der letzte Angriff gehörte Hagen. Neun Sekunden waren noch auf der Uhr, doch sowohl Bell als auch Brown scheiterten aus der Distanz. So blieb es bei der knappen 96:98-Niederlage für Phoenix Hagen.

Das Fazit:

Basketball kurios in der ENERVIE Arena: Phoenix Hagen gewann fast alle wesentlichen Statistiken knapp, holte stolze 21 Offensiv-Rebounds und erarbeitete sich 21 Würfe mehr als der Gast aus Ulm. Dennoch ging das Spiel verloren. Vor allem von der Freiwurflinie und aus der Nahdistanz ließen die Feuervögel zu viel liegen. Mit einer bravourösen kämpferischen Leistung machten sie einen 16-Punkte-Rückstand wett, konnten das Spiel am Ende aber nicht komplett wenden. Letztendlich verloren die Hagener die enge Partie von der Freiwurflinie (Hagen 9/17, Ulm 22/31) – und weil der von Tim Ohlbrecht heftig bearbeitete David Bell 30 Sekunden vor dem Ende mit einem Korbleger beim Stand von 96:96 scheiterte.

Die Trainerstimmen:

Ingo Freyer (Phoenix Hagen): „Ulm ist wie eine Spitzenmannschaft aufgetreten. Kompliment an mein Team, dass wir die Partie bis zum Ende offengehalten haben. Ulm hatte mehr Freiwürfe, David Bell bekommt eine Minute vor dem Ende den Pfiff nicht, das wäre das fünfte Foul von Ohlbrecht gewesen und zwei Freiwürfe für uns. Es sind halt immer Kleinigkeiten, die so ein Spiel entscheiden. Natürlich sind wir jetzt enttäuscht.“

Thorsten Leibenath (ratiopharm ulm): „Wir sind sehr glücklich über den Sieg. Wir haben das Spiel über die meiste Zeit dominiert. Dann haben wir zu viele Offensiv-Rebounds zugelassen, dadurch ist Hagen wieder ins Spiel gekommen. Unsere kämpferische Leistung war hervorragend. Offensiv haben wir viel richtig gemacht.“

Die Statistik:

Phoenix Hagen – ratiopharm ulm 96:98 (45:53)

Phoenix Hagen: Brown (22/4, 10 Reb.), Bell (18/2, 6 Reb., 6 Ass.), Nixon (16/3), Bleck (10), Gordon (9/1), Ramsey (7/1), Igbavboa (6), Gregory (6), Geske (2).

ratiopharm ulm: Ohlbrecht (23, 13 Reb.), Burton (12/1), Klobucar (11/1), Günther (10/1, 8 Ass.), Philmore (10, 7 Reb.), Clyburn (9), Leunen (8/2), Harris (6/2), Schwethelm (5/1), Hess (4).

Zuschauer: 3.145 (ausverkauft)

Schiedsrichter: Robert Lottermoser, Nesa Kovacevic, Tamer Arik

Technischer Kommissar: Peter George

Stationen: 12:12 (5.), 22:27 (10.), 31:45 (15.), 45:53 (20.), 53:62 (25.), 70:74 (30.), 82:87 (35.), 96:98 (40.).

 


 
 
 
 

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