ProA | 30.12.2014, 21:55 Uhr

Bell-Böller bringt den Sieg zum Jahresabschluss

Es bleibt eine kuriose Saison für Phoenix Hagen: Während die Feuervögel in eigener Halle große Probleme haben, holten sie sich mit einem 85:81 (38:44) bei den Artland Dragons bereits den fünften Auswärtssieg. Vor 3.000 Zuschauern in der Artland Arena sorgte David Bell in einer dramatischen Schlussphase für den Erfolg.

David Bell entschied die Partie

David Bell entschied die Partie

Todd Brown kam auf 18 Punkte

Todd Brown kam auf 18 Punkte

Keith Ramsey sammelte 9 Rebounds

Keith Ramsey sammelte 9 Rebounds

Fabian Bleck war insbesondere defensiv stark

Fabian Bleck war insbesondere defensiv stark

Das Personal:

Phoenix Hagen musste auf Larry Gordon (Muskelfaserriss), Jonas Grof (Sprunggelenksverletzung) und Marcel Keßen (Nationalmannschaft) verzichten. Bei den Artland Dragons gab David Holston nach einer Gehirnerschütterung sein Comeback. Die Gastgeber begannen mit Holston, Anthony Graves, Brandon Thomas, Lawrence Hill und Anthony King. Phoenix Hagen startete mit Zamal Nixon, David Bell, Todd Brown, Keith Ramsey und Dino Gregory.

Der Spielverlauf:

Die Gäste begannen sehr konzentriert, übten viel Druck auf die Quakenbrücker Guards aus und setzten sich durch Todd Brown schnell auf 11:4 ab, der ein überragendes erstes Viertel spielte. Dabei erlaubten sich die Feuervögel noch den einen oder anderen leichten Ballverlust. Die Dragons versuchten es erfolglos aus der Distanz und gingen das hohe Hagener Tempo mit. Die Feuervögel schlossen ihrerseits sicher ab und kamen zunehmend zu leichten Punkten. Niklas Geske beendete das erste Viertel mit einem Korbleger zum 19:27 im Anschluss an einen Offensivrebound.

Dass Phoenix Hagen im zweiten Viertel den Rhythmus verlor, lag vor allem an der Zonenverteidigung der Gastgeber, gegen die sich die Mannschaft von Ingo Freyer sehr schwer tat. Die Fehler in der Hagener Offensive halfen Quakenbrück zurück ins Spiel. Vor allem trafen die Dragons nun ihre Distanzwürfe. Ein weiteres Manko: Die in dieser Phase deutliche Rebound-Unterlegenheit. Guido Grünheid brachte die Artland Dragons mit 39:38 in Führung (19.). Phoenix verlor nun jeden Zugriff auf die Partie und war nicht undankbar, dass beim Stande von 44:38 die Pausensirene ertönte.

Nach dem Wechsel waren die Hagener gleich wieder darum bemüht, das Tempo zu erhöhen. Jedoch ließen sie zu viele Würfe liegen – und gaben den Dragons die Möglichkeit zu etlichen Offensivrebounds. Zwischenzeit lag die Rebound-Überlegenheit der Mannschaft von Tyron McCoy bei 28:15. David Holston erhöhte per Korbleger auf 48:38 (22.). Sehr positiv: Phoenix Hagen behielt die Ruhe und verlor nie den Glauben an die eigene Qualität. David Bell brachte die Gäste wieder auf 51:47 heran (26.), doch Ballverluste gegen die Zonenverteidigung sorgten postwendend wieder für einen Zehn-Punkte-Rückstand (47:57). Phoenix Hagen arbeitete weiter hart in der Verteidigung, war nun wieder präsenter beim Rebound und kämpfte sich so heran. Fabian Bleck verkürzte zum Ende des dritten Viertels auf 58:57 (30.).

Phoenix legte jetzt defensiv weiter zu, konnte aber im Angriff seine Chancen nicht nutzen. Auch die Dragons kamen aber kaum zu Punkten. Als Hagen für einen Moment die Kontrolle über die Quakenbrücker Distanzwerfer verlor, nutzten die diese Gelegenheit gnadenlos aus. Lawrence Hill traf zum 67:66, Holston legte zum 70:66 nach und erneut Hill erhöhte auf 78:72 (39.). 24 Sekunden vor dem Ende stand Anthony King an der Freiwurflinie, um den Sack zuzumachen. Er traf beide Versuche zum 80:76.

Dann wurde es spektakulär: Nach einer Auszeit von Ingo Freyer versenkte Todd Brown aus einem Einwurfsystem heraus den Dreier zum 80:79. Nur zwei Sekunden war die Uhr heruntergelaufen. Phoenix entschied sich zum schnellen Foul. Lawrence Hill traf nur den zweiten Freiwurf zum 81:79. Die Hagener hatten den letzten Angriff der Partie. Und sie hatten David Bell. Der Mannschaftskapitän spielte eiskalt die Uhr herunter, streifte seinen Gegenspieler Hill am Block ab und versenkte den Dreier aus acht Metern zum 81:82. Drei Sekunden waren noch zu spielen. Bell fing anschließend den schnellen Pass von Hill ab und wurde gefoult. David Holston bekam zudem ein Technisches Foul. Bell versenkte alle drei Freiwürfe zum 85:81-Auswärtssieg.

Das Fazit:

Phoenix Hagen behielt auch in schweren Phasen immer die Ruhe, verteidigte über die meiste Zeit gut und konnte im entscheidenden letzten Viertel auch den Rebound dominieren. Niklas Geske und Fabian Bleck rechtfertigten ihre ausgebaute Einsatzzeit mit guten Leistungen. Der Glaube an die eigene Auswärtsstärke und Nerven aus Stahl bei David Bell machten am Ende den Unterschied.

Die Trainerstimmen:

Tyron McCoy. „Es ist hart, so zu verlieren. Es ist momentan eine harte Zeit für unser Team. Wir müssen einen Weg aus dieser schweren Zeit finden. Wir haben das Spiel langsam begonnen und nicht versucht, unseren Stil zu spielen. Wir haben zu schnell gespielt und deswegen Ballverluste produziert, die Hagen ausgenutzt hat. Das hatte natürlich auch mit dem defensiven Druck zu tun, den Hagen gut ausgeübt hat. Am Ende war es so wie bei vielen Spielen im Dezember. Wir hatten das Spiel unter Kontrolle, haben dann aber einen einfachen Korbleger vergeben und sind nervös geworden, als das Spiel enger wurde. Wir müssen es schaffen, diese engen Spiele erfolgreich abzuschließen. Es sind inzwischen zu viele enge Spiele, die wir auf der falschen Seite beenden.“
 
Ingo Freyer: „Wir haben überraschend gut angefangen, waren sehr konzentriert und hatten eine starke Körpersprache. In den letzten zwei, drei Minuten des zweiten Viertels hatten wir einen Hänger, den Artland ausgenutzt und sich auf unser schnelles Spiel eingelassen hat. Dass wir aus der Halbzeit gekommen sind und die letzten beiden Viertel gewonnen haben, spricht für uns. Es war ein knapper, aber verdienter Sieg.“

Die Statistik:

Artland Dragons: Holston (17/2, 8 Ass.), Graves (15/2), Hill (15/2, 8 Reb.), Thomas (12/1, 7 Reb.), King (9, 8 Reb.), McCray (4), Doreth (3/1), Horner (2), Seiferth (2), Grünheid (2), Toppert.

Phoenix Hagen: Bell (23/4, 5 Ass.), Brown (18/2, 7 Reb.), Gregory (12), Nixon (10/1), Geske (7), Ramsey (6, 9 Reb.), Bleck (5), Igbavboa (4).

Zuschauer: 3.000 (ausverkauft)

Schiedsrichter: Boris Schmidt, Carsten Straube, Dominik Bejaoui

Technischer Kommissar: Ingo Holsten

Stationen: 12:14 (5.), 19:27 (10.), 23:32 (15.), 44:38 (20.), 51:44 (25.), 58:57 (30.), 64:66 (35.), 81:85 (40.).

 


 
 
 
 

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