ProA | 14.12.2014, 22:28 Uhr

Heimniederlage gegen Göttingen trübt Gregory-Comeback

Auch im siebten Anlauf wurde nichts aus dem ersten Heimsieg: Phoenix Hagen hat die Partie am 13. Spieltag der Beko Basketball Bundesliga gegen die BG Göttingen mit 88:93 (48:45) verloren. Vor 3.145 Zuschauern in der ausverkauften ENERVIE Arena hatte das lange Zeit ausgeglichene Spiel am Ende einen unglücklichen Ausgang für die Feuervögel.

Jamal Boykin erzielte 19 Punkte

Jamal Boykin erzielte 19 Punkte

Keith Ramsey gegen drei Göttinger

Keith Ramsey gegen drei Göttinger

Rückkehrer Dino Gregory holte 10 Rebounds

Rückkehrer Dino Gregory holte 10 Rebounds

Das Personal:

Dino Gregory ist zurück in Hagen! Eine weitere gute Nachricht für Ingo Freyer: Fabian Bleck, der unter der Woche wegen einer Grippeerkrankung mit dem Training aussetzen musste, war einsatzbereit. Nicht dabei war Jonas Grof, der im Training mit NOMA Iserlohn umgeknickt war. Wie schon beim Sieg in Bonn vor einer Woche stand Niklas Geske neben Larry Gordon, Keith Ramsey, Urule Igbavboa und David Bell in der Starting Five. Die BG Göttingen musste auf Harper Kamp verzichten, der sich am Freitag im Training eine schwere Fußverletzung zugezogen hatte.

Der Spielverlauf:

Göttingens Neuzugang Raymar Morgan eröffnete die Partie mit einem verworfenen und einem getroffenen Freiwurf. Auf der Gegenseite brachte Igbavboa die Hagener in Führung. Nachdem sich Morgan die Führung zwischenzeitlich zurückgeholt hatte, übernahm erneut Phoenix. Niklas Geske legte den Ball zum 8:3 ins Netz (3.). Riesenjubel in der 4. Spielminute, als Dino Gregory zum ersten Mal seit dem 1. Mai wieder im Phoenix-Dress den Basketball-Court betrat. Göttingen schaffte unterdessen dank des überragenden Morgan den Ausgleich (5.). Robert Kulawick, der per Dreier die 13:10-Führung der Veilchen herstellte, war erst der zweite erfolgreiche Schütze der BG an diesem Abend – die zehn Punkte zuvor hatte Morgan im Alleingang erzielt. Nachdem Zamal Nixon die Feuervögel ebenfalls per Dreier wieder heranbrachte, legte David Godbold einen weiteren Treffer aus der Distanz nach (6.). Kurz darauf brachte eine lange nicht mehr gesehene Szene die Halle zum Beben: Dino Gregory schnappte sich den Offensiv-Rebound und wuchtete den Ball anschließend ins Netz (7.). Und die Dino-Show ging weiter: Nach seinem Ballgewinn unter dem eigenen Korb sprintete Zamal Nixon los. Dessen Assist vollendete Keith Ramsey zur erneuten Hagener Führung (8.). Beim nächsten Angriff erkämpfte sich Gregory am Boden liegend den Ball, Larry Gordon veredelte die Aktion mit seinem Treffer zum 21:18 (9.). Alex Ruoff glich per Dreier noch einmal aus. Mit 24:21 endete das erste Viertel.

David Bell baute den Hagener Vorsprung mit zwei Freiwürfen aus (11.). Jamal Boykin traf für Göttingen, bevor Bell zwei weitere Freiwürfe nachlegte. Gordon sorgte mit seinem Treffer zum 30:23 für die höchste Differenz in der ersten Hälfte (12.). Doch mit Ruoff, Boykin und Morgan startete Göttingen einen 9:1-Lauf und übernahm so die Führung (15.). Dank Nixons Dreier lag Phoenix wieder vorne. Ruoff traf zum 34:34-Ausgleich. Dino Gregory brachte Phoenix in Führung, die sich dann David Godbold per Dreier zurückholte (16.). Todd Brown antwortete erst mit einem Dreier und dunkte schließlich zur 41:39-Führung ein (18.). Nach Dreier von David Bell brannte die ENERVIE Arena förmlich, Göttingens Trainer Johan Roijakkers war zur Auszeit gezwungen. Doch das Momentum blieb zunächst bei Phoenix: Der Angriff durch Boykin wurde abgewehrt, im Gegenzug tanzte sich Nixon fast die vollen 24 Sekunden durch die Göttinger Reihen und legte den Ball elegant zum 46:39 ins Netz (19.). Nach Ballverlust von Nixon lochte Godbold zum Pausenstand von 48:45 ein.

Die zweite Hälfte eröffnete Morgan mit seinem Treffer zum 48:47 (22.). Es kam zum aus Hagener Sicht schmerzlichen Wiedersehen mit Dominik Spohr: Der Ex-Feuervogel brachte seine Veilchen per Dreier in Führung (23.). Godbold und der ehemalige NBA-Spieler El-Amin mit seinem Treffer zum 48:54 erhöhten (24.). David Bell brachte zwei Freiwürfe im Netz unter, doch erneut traf der gebürtige Hagener Spohr einen Dreier. Boykin sorgte mit seinem Treffer zum 50:59 für die höchste Göttinger Führung der Partie. Erst Zamal Nixon half Phoenix mit einem Dreier zurück ins Spiel (25.). Dino Gregory brachte mit seinem Dunking zum 59:63 den Korb zum Wackeln und die Halle zum Jubeln (27.). Nun schnupperte Phoenix mehrmals am Führungswechsel: Erst traf David Bell zum 66:67 und nach Dreier von Boykin ebenfalls für drei zum 69:70 (29.). Ramsey holte die Anfang des dritten Viertels verloren gegangene Führung schließlich zurück. El-Amin brachte seine Farben zunächst per Dreier wieder nach vorne, doch Igbavboa konnte ausgleichen. Beim Stand von 73:73 begannen in einer bis dahin völlig offenen Partie die letzten zehn Minuten.

Und auch diese blieben lange offen: Beide Teams scheiterten mit ihren Angriffen, erst nach knapp zwei Minuten traf Göttingens Dominik Bahiense de Mello zum 73:75 (32.). Morgan legte nach, für Hagen beförderte Gregory den Ball nach abgepralltem Ramsey-Wurf ins Netz (34.). Todd Brown konnte erneut ausgleichen (35.). Nach fünf sehr trefferarmen Minuten ging es in die entscheidende Phase der Partie. Ein Sieger zeichnete sich lange Zeit nicht ab, dafür blieb das Spiel hoch spannend: Bis kurz vor Schluss betrug die Differenz zwischen beiden Teams im letzten Viertel nur ein einziges Mal mehr als drei Punkte. Die erste Hagener Führung in diesem Spielabschnitt holte sich Brown, der diese anschließend mit zwei Freiwürfen zum 82:79 ausbaute (37.). Beim Stand von 84:83 konnte David Bell den Ball nicht im Korb unterbringen, auf der Gegenseite brachte Morgan Göttingen wieder in Führung, Ruoff legte zwei Freiwürfe nach (40.). 25 Sekunden vor Schluss traf der eingewechselte Niklas Geske für den gefoulten David Bell nervenstark beide Freiwürfe. Doch auch El-Amin verwandelte beide Freiwürfe. Phoenix war zum Dreipunktewurf gezwungen, aber Ramsey vergab. Daraufhin versuchte Phoenix durch Fouls, Zeit zu gewinnen, aber Morgan und Boykin trafen ihre Freiwürfe, sodass es am Ende aus Hagener Sicht zu einer 88:93-Niederlage kam.

Das Fazit:

Bei der Rückkehr von Dino Gregory blieb der von den Fans ersehnte erste Heimsieg aus. Obwohl Phoenix auch dank Gregory unter den Körben deutlich stärker war und den Rebound mit 37 zu 30 gewann, reichte es am Ende nicht zum Sieg. Über 40 Minuten spielte Göttingen tough und clever und hielt in der Schlussphase auch die Konzentration hoch. Eine Minute vor Schluss brachte Raymar Morgan Göttingen in Führung, der Hagener Gegenangriff scheiterte. Obwohl die Feuervögel aggressiv angriffen, konnten sie den Rückstand nicht aufholen. Göttingen kam damit zum bereits fünften Auswärtssieg der Saison.

Die Trainerstimmen:

Ingo Freyer (Phoenix Hagen): „Göttingen verfügt über ein starkes Team, auch und gerade auswärts. In der ersten Hälfte waren wir nicht so schlecht, aber wir hatten leider eklatante individuelle Fehler, darum haben wir zur Pause nicht höher geführt. Göttingen war tougher in den direkten Duellen und hat teilweise härter verteidigt. Die knappe Niederlage am Ende ist die eine Sache – aber man muss die ganzen 40 Minuten sehen. Jeder von uns muss sich an die eigene Nase fassen und über die gesamte Zeit konzentriert bleiben. Da müssen wir uns verbessern.“

Johan Roijakkers (BG Göttingen): „Das war kein leichter Sieg für uns. Mit Harper Kamp mussten wir auf einen wichtigen Spieler verzichten. Er hat sich im Training am Fuß verletzt, vermutlich ist es schlimmer. Wir haben das aber sehr gut aufgefangen. Mein besonderes Lob geht heute an Alex Ruoff und an Raymar Morgan. Das waren am Ende Blocks auf NBA-Niveau. Ich bin insgesamt sehr zufrieden mit allen Spielern.“

Die Statistik:

Phoenix Hagen – BG Göttingen 88:93 (48:45)

Phoenix Hagen: Bell (22/2, 6 Ass.), Nixon (17/3), Brown (15/1), Gregory (13, 10 Reb.), Gordon (8), Igbavboa (5), Ramsey (4), Geske (4), Bleck.

BG Göttingen: Morgan (28, 10 Reb.), Boykin (19/1), Ruoff (12/2, 11 Ass.), Godbold (12/2), El-Amin (9/1), Spohr (6/2), Bahiense de Mello (4), Kulawick (3/1), Njei.

Zuschauer: 3.145 (ausverkauft)

Schiedsrichter: Dr. Martin Matip, Henning Frölich, Dominik Bejaoui

Technischer Kommissar: Peter George

Stationen: 10:13 (5.), 24:21 (10.), 34:34 (15.), 48:45 (20.), 53:59 (25.), 73:73 (30.), 77:79 (35.), 88:93 (40.).

 


 
 
 
 

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