ProA | 08.11.2014, 21:03 Uhr

Braunschweiger Löwen beißen sich in Hagen durch

Der erste Heimsieg lässt weiter auf sich warten: Phoenix Hagen hat mit 82:91 (35:42) gegen die Basketball Löwen Braunschweig am 8. Spieltag der Beko Basketball Bundesliga verloren. Vor 3.013 Zuschauern in der ENERVIE Arena mussten sich die Feuervögel trotz einer starken Kampfleistung mit einem 15:0-Lauf ab Mitte des dritten Viertels am Ende geschlagen geben.

David Bell gegen drei Braunschweiger

David Bell gegen drei Braunschweiger

Laufduell zwischen Zamal Nixon und Dru Joyce

Laufduell zwischen Zamal Nixon und Dru Joyce

Keith Ramsey erzielte 18 Punkte

Keith Ramsey erzielte 18 Punkte

Das Personal:

Die Basketball Löwen Braunschweig waren ohne Verletzungssorgen nach Hagen gereist. Bei Phoenix kehrten Urule Igbavboa und Arber Tolaj zurück. Verzichten musste Headcoach Ingo Freyer weiterhin auf Fabian Bleck (Bänderriss).

Der Spielverlauf:

Nachdem die Basketball Löwen Braunschweig den Sprungball für sich entschieden hatten, ließ der erste Treffer der Partie recht lange auf sich warten. Dafür war es umso spektakulärer, wie Zamal Nixon Phoenix nach knapp anderthalb Minuten per Dreier in Führung brachte (2.). Die gaben die Hagener so schnell auch nicht wieder her. Zwischen zwei Körben von Braunschweigs Kapitän Kyle Visser verwandelte David Bell seine Freiwürfe, anschließend eröffnete auch Larry Gordon mit drei Zählern zum 8:4 sein Punktekonto (3.). Auf beiden Seiten schlichen sich in der Anfangsphase Fehlwürfe und Ballverluste in das Spiel, sodass auch die Punkteausbeute zunächst gering blieb. Mehrfach kämpften sich die Löwen bis auf zwei Punkte heran, doch die Feuervögel behaupteten ihre Führung wacker. So verhinderte Todd Brown beim Stand von 16:14 erst den Braunschweiger Ausgleich und traf im Gegenzug selbst für Phoenix (9.). Mit Nixons Treffer zum 20:16 endete das erste Viertel.

Zu Beginn des zweiten Viertels traf Igbavboa doppelt und baute die Hagener Führung auf 24:19 aus (12.). Doch nun nach einer Braunschweiger Stärkephase verkürzte erst Trent Lockett per Dreier auf 29:28 (15.), bevor Visser die erste Führung der Löwen perfekt machte (16.). Nach erneuten Führungswechseln drohte Braunschweig dank Lockett zu enteilen (17.). Doch während Tim Abromaitis bei zwei Versuchen hintereinander keinen Dreier im Netz unterbringen konnte, eroberten Keith Ramsey und Bell die Hagener Führung zurück (18.). Kurz vor der Halbzeit drehte Braunschweig dann noch einmal auf. Nicolai Simon, Visser, Abromaitis und Immanuel McElroy scorten. In die Pause ging es mit 35:42.

Nach dem Seitenwechsel baute Braunschweigs neuer Spielmacher Dru Joyce die Führung aus (21.). Mit einem Dreier von Brown hielt sich Phoenix im Spiel (22.), doch auch Braunschweigs Lockett traf für drei (24.). Im Rückstand erwiesen sich die Feuervögel als mindestens ebenso bissig wie die Löwen: Nach Defensiv-Rebound von Abromaitis erkämpfte sich Kapitän Bell den Ball und traf (24.). Nachdem die Löwen auf zwölf Punkte enteilt waren, sorgte Ramsey erst mit einem beherzten Dunking für neuen Mut und holte sich auf der Gegenseite den Defensiv-Rebound (27.). Als Gordon den Rückstand auf fünf Punkte verkürzte (28.), bebte die ENERVIE Arena. Und die lautstarke Unterstützung der Fans zahlte sich aus: Erst vergab Braunschweigs Derrick Allen beide Freiwürfe, dann wuchtete Igbavboa den Ball ins Netz (29.). Die Löwen zeigten sich nun deutlich zahmer, fast schon eingeschüchtert, als auch Joyce zwei Freiwürfe vergab. Gordon brachte die Feuervögel auf einen einzigen Zähler heran (30.). Hagen zeigte sich in dieser Phase deutlich sicherer. Im Gegensatz zu den Braunschweiger Schützen verwandelte Igbavboa beide Freiwürfe zur ersten Führung seit zwölf Minuten. Kurz vor Ende des dritten Viertels blockte Nixon einen Dreierversuch von Simon, sodass es bei der Hagener 57:56-Führung blieb.

Das letzte Viertel begannen die Feuervögel so aggressiv und konzentriert, wie sie das dritte beendet hatten. Nach Treffer von Ramsey beendete Lucas Gertz den 15:0-Lauf der Hagener, der bereits Mitte des dritten Viertels begonnen hatte. Mit einem erneuten Dunking von Ramsey und einem Dreier von Brown wuchs die Führung auf sechs Punkte (32.). Doch das Spiel blieb hart umkämpft, einige Führungswechsel folgten. Nach Nixons Ausgleich zum 70:70 (36.) setzten sich die Löwen ab und starteten ihrerseits einen 11:0-Lauf. Auch als die Niederlage absehbar wurde, ließen sich die Feuervögel nicht hängen: Nixon traf gegen Ende des Spiels noch zwei Dreier. Den Schlusspunkt der Partie zum 82:91 setzte David Bell.

Das Fazit:

Nachdem die Feuervögel den ersten Rückstand noch mit Leidenschaft aufgeholt hatten, war Braunschweig am Ende konsequenter. Unter den Körben unterlag Hagen mit 27 zu 44 Rebounds. Ein kleines Trostpflaster war die 100-prozentige Freiwurfquote der Hagener, die fast doppelt so hoch war wie die der Braunschweiger. Aus dem Feld jedoch zeigten sich die Löwen um Topscorer Lockett (22 Punkte, 89 Prozent Wurfquote), Kapitän Visser (16 Punkte, 73 Prozent) und Allen (13 Punkte, 100 Prozent) extrem treffsicher und ließen sich den Sieg letztlich nicht mehr nehmen.

Die Trainerstimmen:

Ingo Freyer (Phoenix Hagen): „Der Braunschweiger Sieg ist verdient. Wir haben sehr viel von dem umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Wir müssen aber anerkennen, dass Braunschweig stärker war. Sie haben ihre Athletik und die Größenvorteile ausgenutzt. Allen, Visser und Lockett haben hochprozentig aus der Nahdistanz geworfen. Kompliment an meine Mannschaft für den 15:0-Run. Wir haben danach nichts mehr getroffen und das Momentum war bei Braunschweig. Die mentale Stärke bei uns war dann weg.“

Raoul Korner (Basketball Löwen Braunschweig): „Das war ein wichtiges Spiel für uns, weil wir auswärts lange nicht mehr gewonnen haben. Die Partie kann darum richtungsweisend für uns sein. Wir haben ein gutes zweites Viertel gespielt und haben uns einen guten Vorsprung erkämpft. Dann haben wir nicht mehr getroffen – und ein Vorsprung gegen Hagen kann eigentlich gar nicht hoch genug sein. Im letzten Viertel haben wir uns dann wieder gefunden. Wir hatten wichtige Stopps und haben den Kopf nicht verloren. Auch der Rebound war entscheidend.“

Die Statistik:

Phoenix Hagen – Basketball Löwen Braunschweig 82:91 (35:42)

Phoenix Hagen: Ramsey (18), Gordon (16/2), Nixon (15/3, 6 Ass.), Brown (13/3), Bell (12), Igbavboa (8), Geske, Khartchenkov.

Basketball Löwen Braunschweig: Lockett (22/2), Visser (16, 11 Reb.), Abromaitis (13/1, 6 Ass.), Allen (13), Joyce (12/2, 8 Reb., 6 Ass.), Simon (7/1), McElroy (6), Gertz (2), Adler.

Zuschauer: 3.013

Schiedsrichter: Moritz Reiter, Max Kindervater, Jonas Reiter

Technischer Kommissar: Peter George

Stationen: 10:6 (5.), 20:16 (10.), 29:28 (15.), 35:42 (20.), 42:51 (25.), 57:56 (30.), 68:70 (35.), 82:91 (40.).

 


 
 
 
 

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