ProA | 17.10.2014, 23:10 Uhr

Hagen lässt in Weißenfels die Cleverness vermissen

Mit einer gleichermaßen unnötigen wie unglücklichen 79:80 (43:29)-Niederlage im Gepäck musste sich Phoenix Hagen auf den Heimweg aus Weißenfels machen. Vor 2.500 Zuschauer in der Stadthalle Weißenfels holte der Mitteldeutsche BC nach dem Wechsel einen 20-Punkte-Rückstand auf und sicherte sich so den vierten Sieg im fünften Spiel.

Oliver Clay blockte insgesamt fünf Würfe

Oliver Clay blockte insgesamt fünf Würfe

Hördur Vilhjalmsson tat sich schwer

Hördur Vilhjalmsson tat sich schwer

Moritz Krume stand in der Startformation

Moritz Krume stand in der Startformation

Das Personal:

Phoenix Hagen hatte unter der Woche mit großen Sorgen zu kämpfen. Todd Brown (Oberschenkelprobleme), Urule Igbavboa (Grippe) und Nikita Khartchenkov (Fingerverletzung) konnten nicht trainieren, fuhren aber mit nach Weißenfels. Fabian Bleck ist am Donnerstag im Training umgeknickt und zog sich dabei eine Bänderverletzung zu. Der Mitteldeutsche BC konnte in Bestbesetzung auflaufen. Die Gastgeber starteten mit Simonas Serapinas, Christian Standhardinger, Djordje Pantelic, Patrick Richard und Hördur Vilhjalmsson. Phoenix Hagen begann mit David Bell, Zamal Nixon, Moritz Krume, Larry Gordon und Keith Ramsey.

Der Spielverlauf:

Die Feuervögel gingen fokussiert und mit starker Defense in die Partie. Die Hagener nahmen den Gastgebern nicht nur ihre Distanzwürfe, sondern konnte sich durch hohe Intensität auch unter den Körben ein Gleichgewicht erarbeiten. Moritz Krume sorgte für einen schnelle 12:2-Führung. Beide Mannschaften verloren im ersten Viertel aber leicht den Ball, was phasenweise für ein wildes Hin und Her sorgte. Dank wichtiger Offensivrebounds führte Phoenix nach zehn Minuten mit 18:15.

Acht Punkte von Larry Gordon, der insbesondere vor der Pause stark war, ließen die Hagener zu Beginn des zweiten Abschnitts auf 30:19 enteilen. Die Mannschaft von Ingo Freyer diktierte ganz klar das Tempo und nahm dem MBC seinen Rhythmus. Mit Gordon, Keith Ramsey und David Bell hatten die Hagener zudem drei konstante Scorer. Bell besorgte mit einem Buzzerbeater den 43:29-Pausenstand aus der Distanz. Während der MBC nur acht Dreier nehmen durfte und keinen einzigen davon nutzen konnte, gestaltete Phoenix den Rebound fast ausgeglichen (24:23).

Auch in den ersten Minuten der zweiten Hälfte änderte sich nichts am Geschehen auf dem Parkett. Weißenfels wirkte konsterniert gegen die aggressive Hagener Defense mit schnellen Händen. Keith Ramsey stopfte den Ball zum 49:29 in die Reuse (22.). Phoenix überdrehte jetzt allerdings und hielt den Mitteldeutschen BC dadurch im Spiel. Trainer Silvano Poropat hatte plötzlich seine Formation gefunden. Ryan Nicholas, im bisherigen Saisonverlauf kaum ein Faktor beim MBC, nutzte die Hagener Unkonzentriertheit immer wieder zu leichten Punkten. Und Aufbauspieler Frantz Massenat führte nun wesentlich besser Regie als Hördur Vilhjalmsson zu Beginn.

Dennoch behielt Phoenix Hagen zunächst noch die Kontrolle. Larry Gordon versenkte einen Dreier zum 54:41 (27.). Aber der MBC blieb ruhig, ließ den Ball jetzt viel besser laufen und nutzte immer wieder Missmatches unter dem Korb zu einfachen Punkten. Phoenix nahm einen 60:53-Vorsprung mit ins Schlussviertel. Doch die Gäste hatten jetzt eine Menge Probleme: Beim Rebound gerieten sie deutlich ins Hintertreffen gegen jetzt viel kompaktere Weißenfelser. Offensiv machte sich Hagen das Leben selbst schwer durch viele Einzelaktionen. Fastbreaks blieben fast ganz aus.

Massenat war es vorbehalten, zum 65:65 auszugleichen. Ein wilder Dreier von Patrick Richard aus acht Metern bedeutete einen Angriff später die erste MBC-Führung (68:65, 35.). Phoenix schlug noch einmal zurück mit dem überragenden Keith Ramsey. Vier Punkte des Amerikaners, der insgesamt auf 25 Zähler kam, brachten den Gästen die 72:68-Führung. Ramsey musste im Anschluss mit fünf Fouls vom Feld – ein echter Nachteil in einer hektischen Schlussphase. 26 Sekunden vor dem Ende traf Richard nur einen von zwei Freiwürfen zum 78:77. Sechs Sekunden vor Ablauf der Uhr wurde Larry Gordon gefoult. Er nutzte beide Freiwurfgelegenheiten zum 78:79. 1,2 Sekunden verblieben auf der Uhr, als Gordon dann auf der Gegenseite Richard beim Korbleger foulte. Der blieb ebenfalls cool, traf beide Versuche zum 80:79. Nach einer Auszeit von Ingo Freyer scheiterte Nikita Khartchenkov aus zehn Metern.

Das Fazit:

Phoenix Hagen zeigte nach einer schweren Trainingswoche über lange Zeit eine starke Leistung und sah wie der sichere Sieger aus. Der Mitteldeutsche BC behielt allerdings die Ruhe, stellte sich im letzten Drittel der Partie viel besser auf die Hagener Defense ein und zwang der Mannschaft von Ingo Freyer das eigene Tempo auf. Phoenix Hagen versäumte es, im dritten Viertel den Sack zuzumachen und forcierte das Tempo unnötig bei einer 20-Punkte-Führung. Der MBC nahm das Angebot an und hatte am Ende auch das nötige Glück in einem Herzschlagfinale. Phoenix Hagen kassierte unter dem Strich eine unnötige Niederlage.

Die Trainerstimmen:

Silvano Poropat (Mitteldeutscher BC):„Nach einem Rückstand von 20 Punkten ist es super für uns, dass es am Ende gut ausgegangen ist. Wir müssen aber auch feststellen, dass wir es auf Grund der ersten Halbzeit nicht verdient gehabt hätten, zu gewinnen. Wir sind in das Spiel mit zu hohen Erwartungen gegangen, dadurch waren die Spieler sehr gehemmt. Hagen hat sehr aggressiv und ohne Angst gespielt und uns wirklich große Probleme bereitet. Alles, was sie probiert haben, hat funktioniert, bei uns hat nichts funktioniert. In der zweiten Halbzeit haben wir uns gesammelt. Wir hatten keine große Erwartungen und haben Schritt für Schritt zurück ins Spiel gefunden. Wir haben ein paar Sachen umgestellt, in erster Linie im Kopf, aber auch taktisch. Und dann hat es angefangen zu funktionieren. Vielleicht waren auch die drei Siege, die wir im Rücken hatten, ausschlaggebend für das Momentum und den letzten Willen.“

Ingo Freyer (Phoenix Hagen): „Wir haben in der ersten Halbzeit gut gespielt. Wir haben die Dreier genommen und sehr konzentriert im Angriff gespielt, wir haben wenige Turnover produziert, dadurch konnte der MBC wenig Fastbreaks laufen. In der zweiten Halbzeit haben wir gut angefangen, aber dann überdreht. Wir haben einige Aktionen Eins-gegen-eins im Fullcourt forciert, die manchmal ganz gut sind. Aber wenn man mit 20 Punkten führt, kann man auch mal einen Gang zurückschalten und etwas Ruhiges ansagen. Das ist und zwei-, dreimal in Folge passiert und dadurch ist der MBC zu einfachen Körben und wieder ins Spiel gekommen. Klar war in den letzten zehn, 15 Minuten das Momentum auf Seiten des MBC – da entscheiden dann Kleinigkeiten. Wir haben den letzten Pfiff nicht bekommen, die bekommen ihn. Aber es liegt nicht an den letzten ein, zwei Minuten, wenn man mit 20 Punkten führt und das Spiel verliert. Da sind wir nicht abgezockt genug, das Spiel nach Hause zu schaukeln.“

Die Statistik:

Mitteldeutscher BC – Phoenix Hagen 80:79 (29:43)

Mitteldeutscher BC: Richard (20/3), Massenat (18, 9 Ass.), Standhardinger (13, 9 Reb.), Nicholas (11/2), Pantelic (9, 10 Reb.), Serapinas (5/1), Schwarz (2), Clay (2, 5 BS), Vilhjalmsson, Liyanage.

Phoenix Hagen: Ramsey (25), Gordon (20/3), Bell (19/1), Nixon (7/1), Igbavboa (4), Geske (2), Krume (2), Brown, Khartchenkov.

Zuschauer: 2.500

Schiedsrichter: Robert Lottermoser, Dominik Bejaoui, Michael Gutting

Technischer Kommissar: Robert Daumann

Stationen:10:12 (5.), 15:18 (10.), 21:30 (15.), 29:43 (20.), 36:49 (25.), 53:60 (30.), 68:65 (35.), 80:79 (40.).

Fotos: www.simon-werbung.de

 


 
 
 
 

Facebook 

 
 
 

Tweets