ProA | 11.10.2014, 23:15 Uhr

Der Meister gibt sich in Hagen keine Blöße

Alles gegeben und doch verloren: Mit 74:97 (34:42) unterlag Phoenix Hagen im zweiten Heimspiel der Saison dem amtierenden Deutschen Meister FC Bayern München. 3.145 Zuschauer in der ausverkauften ENERVIE Arena sahen kampfstarke Feuervögel, die den Bayern einiges abverlangten, aber vor allem in der Schlussphase den Klassenunterschied anerkennen mussten.

Zamal Nixon gegen Bryant und Djedovic

Zamal Nixon gegen Bryant und Djedovic

Keith Ramsey blockt John Bryant

Keith Ramsey blockt John Bryant

Larry Gordon im Fast Break, rechts Gavel

Larry Gordon im Fast Break, rechts Gavel

Das Personal:

Bei den Bayern kehrte Anton Gavel nach einer Schulterblessur zurück. Weiter verletzt fehlten Bryce Taylor (Adduktorenprobleme), Paul Zipser (Innenbanddehnung) sowie Yassin Idbihi (Nackenprobleme). Auch Top-Talent Vasilije Micic kam nicht zum Einsatz. Phoenix Hagen dagegen konnte wie bereits zuletzt in Bestbesetzung auflaufen.

Der Spielverlauf:

Im Vorfeld der Partie hatte Bayern Münchens Trainer Svetislav Pesic vor dem schnellen Spiel der Hagener gewarnt. Wie um ihn zu bestätigen, legte Phoenix gleich rasant los: Larry Gordon schnappte sich das Spielgerät und hatte nach nur vier Sekunden die erste Chance des Spiels. Die ersten Punkte sicherte sich jedoch auf der anderen Seite Bayerns Nihad Djedovic. Nachdem Keith Ramsey und Todd Brown nach Bayern-Führung jeweils ausgeglichen hatten, bescherte Zamal Nixon Phoenix mit seinem Dreier zum 7:6 die erstmalige Führung (3.). Brown lochte wenig später nach einem Treffer von Bryant zur 9:8-Führung ein (4.) und schnappte sich nach dem Bayern-Angriff sogar noch den Defensiv-Rebound, um die Führung zu verteidigen (5.). Doch die Bayern ließen nicht locker: Bryant und Benzing scorten und verschafften ihrem Team einen ersten kleinen Vorsprung. Savanovic besorgte mit seinem Treffer zum 13:23 die bis dahin höchste Führung der Bayern (10.). Mit 16:25 endete das erste Viertel, in dem sich früh die Hagener Schwäche unter den Körben erkennen ließ: Fünf zu 15 lautete nach den ersten zehn Minuten die Rebound-Bilanz.

In der Viertel-Pause wurde der älteste Basketball-Fanclub Deutschlands für sein 20-jähriges Bestehen geehrt: die G-Blocker! Geschäftsführer Oliver Herkelmann überreichte den Fans ein von allen Spielern signiertes Trikot mit der Nummer 20 und dem Namen des Fanclubs auf dem Rücken. Auf dem Parkett ging es rasant weiter: Stimac traf doppelt zum 16:29 (12.), Gordon traf anschließend zum 18:29. Ein Signal für die Hagener, weiter anzugreifen: Keith Ramsey erzielte erst sieben Punkte in nur einer Minute und legte den Ball schließlich für Fabian Bleck auf, der per Dreier auf 28:30 verkürzte (14.). Die Halle tobte angesichts dieser sensationellen Aufholjagd. Und die Feuervögel blieben weiter dran: Nach Treffern von Anton Gavel und Jan-Hendrik Jagla verkürzte Ramsey im dritten Hagener Versuch innerhalb von Sekunden auf 30:34 (17.). In die Pause ging es schließlich mit 34:42.

Nach dem Seitenwechsel bauten die Bayern durch Heiko Schaffartzik und John Bryant zunächst ihre Führung auf 34:47 aus. Gordon und Nixon hielten Phoenix im Spiel – genau wie zuvor München trafen sie erst per Dreier und anschließend aus der Nahdistanz (23.). Doch Bayern hatte das Spiel weiter im Griff: Gavel und Djedovic sorgten für eine doch recht hohe Führung von 39:56 (25.). Die Feuervögel gaben sich jedoch zu keinem Zeitpunkt des Spiels auf und warfen alles in die Waagschale. Exemplarisch für den Hagener Kampfgeist, wie Ramsey Gavel den Ball abluchste, den Nixon dann entschlossen im Netz versenkte (27.). Trotzdem arbeiteten die Bayern weiter am Ausbau ihrer Führung, die Robin Benzing zwischenzeitlich auf 21 Punkte erhöhte (28.). Nach einem Dreier von Ramsey zum 52:68 brach die Halle in Jubel aus (30.), den auch Schaffartzik mit zwei erfolgreichen Freiwürfen nicht trüben konnte.

Die letzten zehn Minuten begannen vielversprechend: Wieder traf Ramsey für drei und lieferte kurz darauf noch zwei Punkte hinterher (32.). Sehenswert war auch der Alley oop von Brown nach Vorarbeit von Gordon (33.), der die Fans trotz eines 59:72-Rückstands jubeln ließ, als hätte man den Deutschen Meister in die Knie gezwungen. Brown ackerte weiter, kämpfte sich unter dem Bayern-Korb durch und traf zum 63:78 (35.). Nun allerdings ließen bei den Feuervögeln langsam auch die Kräfte nach, was die Bayern mit neun Punkten ausnutzten, während Phoenix in dieser Zeit nur einen Punkt verbuchte. Wieder war es Brown, der diese kurze Schwäche-Phase mit seinem 66:87-Treffer beendete (38.). Auch die Schlussphase bestimmten die Bayern, besonders Djedovic punktete weiterhin zuverlässig. Für Phoenix erzielte Brown zum Abschluss noch einen Dreier (40.). Seinen letzten Treffer gab Kapitän Bell erst kurz nach Ertönen der Sirene ab, sodass es schließlich beim 74:97-Sieg für Bayern München blieb.

Das Fazit:

Die Feuervögel stemmten sich engagiert und kampfstark gegen die Übermacht aus München. Auch die jungen deutschen Spieler Fabian Bleck, Moritz Krume und Niklas Geske kämpften sich regelrecht in die Partie. Der Sieg der Bayern, die noch stärker besetzt sind als in der letzten Saison, war letztendlich aber nie gefährdet. Der Deutsche Meister behielt vor allem beim Defensiv-Rebound die Oberhand und spielte auch die Wurfstärke ihrer Stars wie Nihad Djedovic, mit 22 Punkten Topscorer der Partie, und John Bryant (21 Punkte) aus.

Die Trainerstimmen:

Ingo Freyer (Phoenix Hagen): „Es war ein verdienter Sieg für die Bayern. Dennoch geht ein Kompliment an meine Mannschaft. Wir haben über 40 Minuten gekämpft und umgesetzt, was wir wollten – soweit es gegen einen Gegner dieser Qualität für uns möglich war. Wir haben gut verteidigt, trotz der 97 Gegenpunkte. So müssen wir auch gegen andere Teams verteidigen, dann bin ich zuversichtlich.“

Svetislav Pesic (FC Bayern Basketball): „Ich bin zufrieden mit dem Ergebnis. Gerade, weil heute einige Spieler bei uns etwas krank waren. Wir haben defensiv sehr viel investiert, das war stark. Gegen eine Mannschaft wie Hagen ist es wichtig, dass man defensiv gute Beine hat. Das haben wir gezeigt – und darum haben wir gewonnen.“

Die Statistik:

Phoenix Hagen – FC Bayern München 74:97 (34:42)

Phoenix Hagen: Ramsey (19/3), Brown (19/1, 11 Reb.), Nixon (14/2), Gordon (11/1), Igbavboa (4), Bleck (3/1), Bell (2), Krume (2), Geske.

FC Bayern München: Djedovic (22/1, 10 Reb.), Bryant (21, 10 Reb.), Gavel (11/1,7 Ass.), Schaffartzik (10/2), Savanovic (10/2), Stimac (0), Staiger (6/2), Benzing (4), Jagla (3).

Zuschauer: 3.145 (ausverkauft)

Schiedsrichter: Oliver Krause, Mathias Rucht, Dr. Enrico Streit

Technischer Kommissar: Peter George

Stationen: 9:10 (5.), 16:25 (10.), 28:32 (15.), 34:42 (20.), 41:56 (25.), 52:70 (30.), 63:80 (35.), 74:97 (40.).

Fotos: Sebastian Sendlak

 


 
 
 
 

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