ProA | 05.10.2014, 18:00 Uhr

Todesstoß in der letzten Minute: Feuervögel verlieren 84:85

Ein weiteres hochdramatisches Spiel für Phoenix Hagen: Mit 84:85 (46:40) haben die Feuervögel ihr erstes Heimspiel in der neuen Saison verloren. Dabei hatte Phoenix die Partie vor 3.145 Zuschauern in der ausverkauften ENERVIE Arena lange Zeit im Griff: Der Siegtreffer durch Tyrus McGee bedeutete die erste Führung für die Eisbären seit dem Ende des zweiten Viertels.

Keith Ramsey überzeugte vor allem zu Beginn

Keith Ramsey überzeugte vor allem zu Beginn

Todd Brown war mit 25 Punkten Topscorer

Todd Brown war mit 25 Punkten Topscorer

Zamal Nixon führte klug Regie

Zamal Nixon führte klug Regie

Das Personal:

Für den verletzten Neuzugang Jake O’Brien verpflichteten die Eisbären Bremerhaven kurzfristig den Forward Andre Williamson vom israelischen Klub Hapoel Afula als Ersatz. Bei Phoenix Hagen standen Headcoach Ingo Freyer alle Spieler zur Verfügung, sodass er mit Kapitän David Bell, Keith Ramsey, Larry Gordon und den beiden Neuzugängen Todd Brown und Zamal Nixon die bestmögliche Starting Five aufs Parkett schicken konnte.

Der Spielverlauf:

Beim Sprungball setzte sich Eisbär Devin Searcy durch, der Bremerhaven auch die ersten zwei Punkte des Spiels sicherte (1.). Von Beginn an präsentierten sich die Gäste kampfstark und kamen gut in die Partie. Keith Ramsey, der in weniger als drei Minuten dreimal hintereinander zuverlässig aus der Nahdistanz scorte, hielt die Feuervögel im Spiel. Nachdem Neuzugang Todd Brown mit seinen ersten zwei Punkten in der Beko BBL den Ausgleich zum 10:10 besorgte (5.), war es schließlich erneut Ramsey, der die Feuervögel zum ersten Mal in Führung brachte (6.). Nach einem 7:0-Lauf der Eisbären glichen Larry Gordon und Brown wieder auf 17:17 aus (8.). Die Eisbären erhöhten zum Ende des ersten Viertels auf 17:21.

Mit einem Dreier eröffnete der inzwischen eingewechselte Nikita Khartchenkov das zweite Viertel (11.). Zur Führung auf 24:23 schoss David Bell die Feuervögel per Freiwurf (12.). Es entwickelte sich eine ausgeglichene Partie mit ständigen Führungswechseln und starken Offensiv-Leistungen auf beiden Seiten. Besonders Hagens neuer Spielmacher Zamal Nixon zeigte sich treffsicher und kam auf acht Punkte in drei Minuten. Bell traf zur 38:37-Führung (18.), die er und Nixon mit jeweils einem Dreier weiter ausbauten (19.). Zu den Klängen von „Steht auf, wenn ihr feiern wollt“ erhoben sich die Zuschauer bereits eine Minute vor der Halbzeit von ihren Plätzen und feierten die 46:40-Führung, mit der es in die Pause ging.

Auch nach dem Seitenwechsel ging der muntere Schlagabtausch weiter, bis Nixon mit seinem Treffer zum 50:44 die Pausen-Differenz wieder herstellte (22.). Nachdem Brown per Dreier zum 57:48, der bis dahin höchsten Führung für die Feuervögel, getroffen hatte (24.), feierten die Hagener Fans in der anschließenden Auszeit der Eisbären weiter. Eine zweiminütige Treffer-Flaute mit vergebenen Würfen und Ballverlusten auf beiden Seiten begann, die erst Bremerhavens neuer Spielmacher Lorenzo Williams beendete (26.). Doch die Feuervögel behielten weiter die Oberhand, auch dank ihrer Hartnäckigkeit. So traf Brown nach Ballgewinn vor dem gegnerischen Korb zum 60:52 (28.). Bremerhaven kämpfte tapfer weiter, der ehemalige deutsche Nationalspieler Sven Schultze brachte die Eisbären mit einem Treffer für drei sogar bis auf einen Punkt heran. Der Konter folgte sofort: Brown traf mit dem Ertönen der Sirene ebenfalls per Dreier zum 63:59 (30.).

Das letzte Viertel begann, wie das vorherige aufgehört hatte: mit einem erfolgreichen Drei-Punkte-Wurf für Phoenix. Fabian Bleck war der sichere Schütze (31.). Die Eisbären gaben sich jedoch nicht auf, vor allem Williams scorte weiter zuverlässig und brachte sein Team bis auf zwei Punkte zurück. Nach einem Foul von Bell an Nick Schneiders vergab der für ihn eingewechselte Myles Hesson jedoch beide Freiwürfe und verpasste so den Ausgleich (35.). Mit dem ersten Erfolg für die Feuervögel seit drei Minuten erhöhte Ramsey die Führung wieder auf 71:66 (35.), Brown traf wenig später ebenfalls für drei (36.). Die Schlussphase hatte es dann in sich: Nachdem Bremerhaven beim Stand von 75:74 erneut nur einen Zähler vom Ausgleich entfernt war (37.), lochte Brown gleich zweimal nacheinander per Dreier ein und baute die Führung wieder auf 83:76 aus (39.). Doch erneut kam Bremerhaven zurück: mit zwei Freiwürfen von Tyrus McGee zum 84:83 kurz vor Schluss. 22 Sekunden waren noch zu spielen, der Angriff gehörte Phoenix, doch nach einem Ballverlust von Gordon ließ sich McGee nicht lange bitten und holte sich die 84:85-Führung. Beim anschließenden Wurf von Brown klemmte der Ball am Korb ein. Nach Foul von Brown an Ehambe vergab dieser beide Freiwürfe und gab Phoenix damit noch eine Chance. Doch beim letzten Angriff hatte Gordon doppelt Pech: Seinen ersten Wurf blockte Hesson ab, und als er es schließlich aus der Distanz versuchte, verfehlte der Ball den Korb. Die Uhr lief ab und es blieb beim Endstand von 84:85 – der ersten Führung für die Eisbären seit der 18. Minute.

Das Fazit:

So knapp wie der erste Sieg bei den FRAPORT SKYLINERS am Freitag, so knapp war nun auch die erste Niederlage der Feuervögel gegen die Eisbären Bremerhaven. Die Schwäche unterm Korb führte am Ende zu einem bitteren ersten Heimspiel für die Hagener. Nachdem Phoenix die Partie lange Zeit mit viel Leidenschaft bestimmte, fehlte in den letzten Sekunden auch das nötige Quäntchen Glück.

Die Trainerstimmen:

Ingo Freyer (Phoenix Hagen): „Glückwunsch an Bremerhaven. Wir haben das Spiel heute verschenkt. Dass wir aber überhaupt in die Situation gekommen sind, das Spiel gewinnen zu können, ist unglaublich. Wir haben den Rebound mit 20:46 verloren. Wir haben gut geworfen, alles war okay. Aber wenn sich am Rebound nichts ändert, dann wird es ganz schwer für uns.“

Calvin Oldham (Eisbären Bremerhaven): „Der erste Sieg ist immer der schwerste. Ich freue mich riesig darüber. Es war heute eine Mannschaftsleistung. Wir haben zunächst keinen Rhythmus gefunden. Und wir hatten zu viele Ballverluste. Aber wir haben am Ende einen Weg gefunden, um das Spiel zu gewinnen. Ich bin sehr stolz auf meine Spieler, auch wenn wir ein wenig Glück hatten.“

Die Statistik:

Phoenix Hagen – Eisbären Bremerhaven 84:85 (46:40)

Phoenix Hagen: Brown (25/5), Bell (15/1), Nixon (15/1), Ramsey (13/1), Bleck (5/1), Gordon (4), Khartchenkov (3/1), Geske (2), Igbavboa (2).

Eisbären Bremerhaven: Williams (23/2), Ehambe (18/3), Searcy (10), Schultze (9/1), Hesson (9), McGee (8), Schneiders (3), Williamson (3/1), Stückemann (2), El Domiaty.

Zuschauer: 3.145 (ausverkauft)

Schiedsrichter: Dr. Martin Matip, Julian Groll, Steve Bittner

Technischer Kommissar: Walter Schrauzer

Stationen: 10:10 (5.), 17:21 (10.), 32:31 (15.), 46:40 (20.), 57:48 (25.), 63:59 (30.), 71:66 (35.), 84:85 (40.).

 


 
 
 
 

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