ProA | 03.10.2014, 20:59 Uhr

Mit dem Herz in der Hand zum Auswärtssieg

Wenn es noch eines Weckrufs zur neuen Saison in der Beko Basketball Bundesliga bedurfte – hier ist er! In einem mitreißenden, dramatischen ersten Spiel siegte Phoenix Hagen mit 105:104 (90:90, 48:48) bei den FRAPORT SKYLINERS. 4.880 Zuschauer in der Fraport Arena erlebten eine emotionale Achterbahnfahrt, die Urule Igbavboa mit einem Freiwurf eine Sekunde vor Ende der Verlängerung entschied.

Zamal Nixon erzielte 22 Punkte

Zamal Nixon erzielte 22 Punkte

Fabian Bleck überzeugte vor allem defensiv

Fabian Bleck überzeugte vor allem defensiv

Ebenfalls stark waren die Phoenix-Fans

Ebenfalls stark waren die Phoenix-Fans

Das Personal:

Bei Frankfurt gab Richard Williams (Schambeinverletzung) sein Comeback. Kevin Bright fehlte nach einer Operation aufgrund eines Knochenmarködems. Phoenix Hagen konnte in Bestbesetzung auflaufen.

Der Spielverlauf:


In einer schnellen Anfangsphase zwang Phoenix Hagen den SKYLINERS zunächst sein Tempo auf und nahm damit der gefürchteten Defense der Gastgeber die Ordnung. Larry Gordon kam prächtig ins Spiel, traf per Korbleger zum 15:13 (5.). Schwerer wurde es für die Feuervögel, als Frankfurt über die Center-Schaltzentrale Johannes Voigtmann die Partie an sich reißen konnte. Der Nationalspieler verteilte klug die Bälle auf die Außenpositionen. Frankfurt führte nach zehn Minuten mit 27:22.

Die Frankfurter hatten weiter Oberwasser. Phoenix Hagen leistete sich einige Flüchtigkeitsfehler, die die SKYLINERS hart bestraften. Mikko Koivisto traf per Dreier zum 40:31 (16.). Weil aber Larry Gordon und Keith Ramsey ebenfalls aus der Distanz trafen und Zamal Nixon stark zum Korb zog, fand Phoenix den Anschluss wieder. Urule Igbavboa stellte per Korbleger den 48:48-Pausenstand sicher.

David Bell, den die Frankfurter in der ersten Hälfte (2 Punkte) komplett zustellten, kam nach dem Wechsel deutlich besser ins Spiel. Der US-Guard übernahm in der Offensive jetzt mit großer Dominanz. Doch auch die SKYLINERS hatten einen Guard, der immer stärker werden sollte. Rookie Sean Armand schraubte das Ergebnis auf 62:56. Es folgte die beste Phase von Phoenix Hagen. Mit guter Defense, nicht zuletzt durch den aufmerksamen Fabian Bleck, unterband die Mannschaft von Ingo Freyer das Frankfurter Spiel unter den Korb. Zamal Nixon versenkte einen Sprungwurf zum 70:64 für die Gäste. Die Frankfurter versuchten es mit einer großen Aufstellung, kamen damit gegen die schnellen Hagener aber nicht besonders gut zurecht.

Der offensive Rhythmus fehlte Frankfurt auch zu Beginn des Schlussviertels. David Bells Dreier aus dem Fastbreak erhöhte die Führung auf 81:73 (33.). Die Hagener wollten den Sack jetzt zumachen und nahmen schnelle Würfe, scheiterten damit aber mehrfach. Die SKYLINERS spielten defensiv nun viel aggressiver. Und sie hatten mit Armand jetzt den heißesten Spieler auf dem Feld. Von der Freiwurflinie verkürzte der Guard auf 82:83 (38.).

Phoenix Hagen bekam das Spiel aber wieder in den Griff. Eine Minute vor dem Ende versenkte Keith Ramsey nach einem artistischen Offensivrebound dem Ball zum 89:85. Den anschließenden Freiwurf ließ er allerdings aus. Die Hagener gaben den Ball nun immer wieder in die Hände von David Bell, der gegen die Frankfurter Pressverteidigung allerdings ziemlich auf sich gestellt war. Dennoch schaffte er es einmal an die Freiwurflinie, wo er acht Sekunden vor Schluss aber nur einen von zwei Würfen zum 90:87 traf. Statt im Anschluss zu foulen, ließ Phoenix Quantez Robertson aus der Ecke werfen. Der nahm das Geschenk an und besorgte mit einem Dreier zum 90:90 die Verlängerung.

In der Overtime sah es zunächst eher nach einem Frankfurter Erfolg aus. Die SKYLINERS waren nach dem Ausgleich emotional im Vorteil, hatten einen starken Sean Armand und eine längere Bank. Per Dunking punktete Miko Morrison zum 100:97. Ganz wichtig: Unmittelbar nach einer Auszeit von Ingo Freyer glich Todd Brown aus der Distanz zum 102:102 aus. Frankfurt spielte wieder über Armand und ging 56 Sekunden vor dem Ende mit 104:102 in Führung. Nixon glich zum 104:104 aus, Aaron Doornekamp vergab im Gegenzug den Dreier und Koivisto foulte schließlich eine Sekunde vor der Sirene Igbavboa. Auch hier durfte das Drama nicht ausbleiben: Der Hagener Center traf den ersten Freiwurf und trat beim zweiten über. Nach einer Auszeit konnte aber Larry Gordon den langen Einwurf von Richard Williams abfangen und so den 105:104-Auswärtssieg sichern.

Das Fazit:

Hagen siegte glücklich, aber nicht unverdient. Die Feuervögel hätten das Spiel eigentlich in der regulären Spielzeit entscheiden müssen. Frankfurt bekam die Partie defensiv zu selten in den Griff, um das eigene Spiel aufzuziehen. Für Phoenix Hagen war es auch ein großer Sieg der Leidenschaft – gerade, als einige Spieler am Ende die Kräfte verließen.

Die Trainerstimmen:

Gordon Herbert (FRAPORT SKYLINERS): „Gratulation an Ingo und sein Team. Sie haben uns mit dem hohen Pick and Roll und unserer Eins-gegen-Eins-Verteidigung geschlagen. Sie haben gut als Team gespielt. Sieg oder Niederlage ist eigentlich egal, denn enttäuscht bin ich über die Art, wie wir gespielt haben. Schlüssel zum Spiel war die Tempokontrolle und wir haben uns auf zu viele Eins-gegen-Eins-Duelle eingelassen. Ein Team wie Hagen bestraft so etwas sofort. Sie haben verdient gewonnen.“

Ingo Freyer (Phoenix Hagen): „Egal, wie dieses Spiel verlaufen ist: Aus dem ersten Spiel einen Auswärtssieg zu holen, daraus kann man viel mitnehmen. Nach diesem Spielverlauf, mit der Chance, das Spiel schon vorher zu entscheiden, Verlängerung und so weiter, muss man sagen, dass wir auch das nötige Quäntchen Glück gehabt haben, nach diesem Kampf hier in Frankfurt. Wichtig für uns ist, dass wir nach so einem Auswärtsspiel wissen, dass wir mithalten können. Ein besonderes Dankeschön geht an unsere Fans für die tolle Unterstützung.“

Die Statistik:

FRAPORT SKYLINERS: Armand (27/4), Morrison (23), Robertson (14/2), Voigtmann (11/1), Koivisto (10/3), Klein (6), Barthel (6), Doornekamp (5/1), Williams (2).

Phoenix Hagen: Bell (25/4), Nixon (22/1, 7 Ass., 5 Reb.), Gordon (19/2, 13 Reb., 4 St.), Ramsey (19/1), Brown (11/3), Igbavboa (5), Bleck (4), Geske, Krume, Khartchenkov.

Zuschauer: 4.880 (in der Fraport Arena)

Schiedsrichter: Markus Hesse, Johannes Hack, Henning Frölich

Technischer Kommissar: Norbert Esser

Stationen: 13:15 (5.), 27:22 (10.), 34:28 (15.), 48:48 (20.), 62:59 (25.), 70:71 (30.), 76:83 (35.), 90:90 Dreier Robertson (39‘57“), 104:105 Freiwurf Igbavboa (44‘59“).

Fotos: Sebastian Sendlak

 


 
 
 
 

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