ProA | 02.03.2014, 23:03 Uhr

Nah dran am Coup gegen coole Bayern

Mit stehenden Ovationen verabschiedeten 3.145 Zuschauer in der ENERVIE Arena ihr Team. Doch Trainer Ingo Freyer war es noch einige Zeit nach dem Spiel anzumerken: Da wäre wohl mehr möglich gewesen als das ehrbare 76:82 (43:41) von Phoenix Hagen gegen den FC Bayern Basketball.

Bryce Taylor blieb eiskalt

Bryce Taylor blieb eiskalt

Am Ende war der Weg für Phoenix versperrt

Am Ende war der Weg für Phoenix versperrt

Svetislav Pesic hatte Klärungsbedarf

Svetislav Pesic hatte Klärungsbedarf

Vier Minuten vor dem Ende versenkte Larry Gordon einen Dreier zum 70:70. Das war wichtig, denn es war in diesen Minuten deutlich zu spüren: Das Spiel gegen den Spitzenreiter offen zu halten, das kostet die Feuervögel immense Kraft. Aber Phoenix Hagen hatte es geschafft. Genau da wollten sie den Favoriten von der Isar haben. Die intensive Partie wogte nun hin und her. Beide Mannschaften wirkten angeschlagen, punkteten minutenlang nicht. Dann kam Bryce Taylor: 80 Sekunden waren noch auf der Uhr, als er seine Bayern per Dreier mit 75:71 in Führung brachte. David Bell scheiterte im Gegenzug – und fortan spielten die Münchner die Uhr cool herunter.

Cool zu bleiben im heißen Hagen, das ist den Gästen eigentlich über die ganze Spielzeit gelungen. Chevy Troutman erhielt den Vorzug vor Deon Thompson. Robin Benzing spielte wegen einer Erkältung nur wenig. Es entwickelte sich ein schnelles und attraktives Spiel. Phoenix Hagen war von Beginn an sehr präsent und wusste offensiv wie defensiv zu gefallen. Gegen die körperliche Überlegenheit der Bayern halfen eine aggressive Verteidigung und sichere Distanzwürfe, um das erste Viertel mit einer 25:21-Führung zu beenden.

Phoenix Hagen wies im Gegensatz zu den Bayern in der ersten Hälfte eine große Ballsicherheit auf. Nach einem Ballgewinn erhöhte Mark Dorris auf 31:23 (13.). Nihad Djedovic übernahm jetzt mehr und mehr in der Offensive – ein Spieler, für den die Feuervögel kaum einen geeigneten Gegenspieler fanden. Zusammen mit Heiko Schaffartzik und Bryce Taylor brachte er den Bayern mehr Spielkontrolle. Trotz der guten Phoenix-Leistung und der lautstarken Unterstützung von den Rängen behielten die Bayern bis zur Pause immer die Ruhe. Malcolm Delaney brachte die Gäste per Dreier mit 35:33 in Führung. Eine starke Schlussphase von Dino Gregory, den Mark Dorris und Larry Gordon mustergültig bedienten, ließ Phoenix mit einem 43:41-Vorsprung in die Kabine gehen.

Und es ging positiv weiter. Der Dreier von David Bell zum 54:45 brachte die  Hagener der Überraschung näher (25.). In der stimmungsgeladenen ENERVIE Arena zeigten die Bayern nun auch erste emotionale Reaktionen. Hier lag vielleicht der Schlüssel für den späteren Sieg: Die Bayern gewannen schnell wieder die Kontrolle zurück, attackierten über Djedovic und Taylor immer wieder den Korb und zogen Fouls. Dennoch: Phoenix Hagen ging mit einem 62:60 ins letzte Viertel.

Bis zum 70:70 hielten die Hagener die Partie absolut offen. Das Spiel kostete eine Menge Kraft. Die Bayern hatten zwar mehr Spiele in den Beinen, konnten aber jederzeit von der Bank nachlegen. Ein Faktor, der sich in den Schlussminuten spürbar auswirkte. Insgesamt hatten die Bayern nach der Pause mehr Spielkontrolle. Phoenix verlor in der zweiten Hälfte zehn Bälle (nach rekordverdächtigen zwei in der ersten Hälfte). Die Bayern waren überlegen beim Rebound (40:31) – und standen deutlich häufiger an der Freiwurflinie (31:18). Darum reichte Phoenix am Ende auch die höhere Zahl an Würfen (64:56) nicht zur Überraschung. Anerkennung gab es dennoch reichlich. Dafür, das war Ingo Freyer allerdings deutlich anzumerken, kann man sich in der Tabelle aber nichts kaufen …

Trainerstimmen:
 

Ingo Freyer: „Beide Teams waren gut heute. Es waren wenige Situationen, die das Spiel letztlich entschieden haben. Sonst lief das alles komplett auf Augenhöhe ab. Wir hatten ein paar Freiwürfe weniger, Bryce Taylor trifft einen Dreier, wir verpassen den Dreier im Gegenzug. Darum ist der Bayern-Sieg am Ende verdient.“

Svetislav Pesic: „Es ist über 40 Minuten das passiert, was wir erwartet hatten. Überrascht hat mich eigentlich nur, dass Hagen durchgängig mit zwei Centern gespielt hat. Doch so richtig überraschen kann man mich in diesem Leben eigentlich nichts mehr. Hagen hat ein Team mit viel Charakter und hoher Motivation. Die Partie war offen bis zum Schluss. Ein Hagener Sieg wäre ebenso verdient gewesen. Gratulation an meine Mannschaft. Wir hatten fünf harte Spiele in zehn Tagen. Dafür hat mein Team ein Kompliment verdient.“

Phoenix Hagen: Bell (16/4), Gordon (12/1), Dorris (12/1), Ramsey (12/1), Gregory (10), Dugat (8), Kruel (4), Wendt (2).

FC Bayern Basketball: Taylor (18/2, 9 Reb.), Djedovic (15/1), Delaney (14/2, 7 Ass.), Bryant (12,3 BS), Savovic (8/1), Troutman (6), Idbihi (5), Schaffartzik (3/1), Staiger (1)..
 
Zuschauer:
3.145 (ausverkauft)
 
Stationen:
10:8 (5.), 25:21 (10.), 33:30 (15.), 43:41 (20.), 54:45 (25.), 62:60 (30.), 67:70 (35.), 76:82 (40.).

Boxscore

 


 
 
 
 

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