ProA | 09.05.2013, 15:35 Uhr

Ausgleich! Phoenix erkämpft sich Spiel vier!

Phoenix Hagen hat einer herausragenden Saison ein weiteres Kapitel hinzugefügt! Nach einer hingebungsvollen, kämpferisch überragenden Vorstellung rangen die Feuervögel den Titelverteidiger Brose Baskets mit 95:89 (46:51) nieder und stellten so die Viertelfinalserie der Beko BBL Playoffs auf 1:1. Vor 3.145 Zuschauern in der ausverkauften ENERVIE Arena erzielte Adam Hess 28 Punkte.

Dino Gregory lässt's krachen!

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Stephan Baeck im Interview mit Adam Hess

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Eine Stadt spielt Playoffs!

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Stimmungsvoll ging es zu zur ungewohnten Stunde am Vatertag. Beide Fan-Lager sorgten schon vor dem ersten Sprungball für Party-Stimmung vor den laufenden Kameras von SPORT1. Und auch das Spiel erfüllte von der ersten Sekunde alle Erwartungen! Mit ihrer intensiven, unorthodoxen  Spielweise quälten die Hagener die Bamberger und konnten verhindern, dass die Gäste sich absetzen konnten. Zunächst führte sogar die Mannschaft von Ingo Freyer. Mark Dorris traf nach einem Ballgewinn per Korbleger zum 16:13 (6.). Und Adam Hess, extra für den letzten Wurf eingewechselt, beendete das erste Viertel mit einem Dreier zum 23:20.

Hess dokumentierte wieder einmal die Lust und die Leiden eines Shooters: Blieb er in Bamberg noch ohne jeden Punkt, fielen in Spiel zwei gleich seine ersten Versuche. Mit scharf eingestelltem Visier warf sich der Forward in einen Rausch, erzielte 28 Punkte und traf gleich acht Dreier. Das zweite Viertel gehörte dennoch eher den Gästen. Die Bamberger behielten die Ruhe gegen das aggressive Doppeln der Hagener, fanden die freien Schützen und drehten das Spiel aus der Distanz. Alex Renfroe versenkte einen Dreier zum 34:29 für die Mannschaft von Chris Fleming (14.).

Das war jetzt eine ganz wichtige Phase. Bamberg drohte davonziehen, doch genau das konnte Phoenix mit großer Hingabe verhindern. Davin White konnte mit einem frechen Dreier zum 37:37 ausgleichen. Der 46:51-Pausenrückstand war dann eher unnötig. Phoenix verdaddelte acht Sekunden vor dem Ende den Ball. Statt eines möglichen Ausgleichs konnte Bamberg die Führung ausbauen.

Eng blieb es auch im dritten Viertel. Bamberg versuchte weiter, mit kontrollierten Angriffen seine langen Leute ins Spiel zu bringen und Hagen das Tempo zu nehmen. Gegen die in der Verteidigung immer stärker werdenden Gastgeber gelang das aber nur zeitweise.  Genervt von der Hagener Intensität, mussten die Baskets nun sogar einen kleinen Run der Feuervögel hinnehmen. Abe Lodwick und Larry Gordon warfen einen 73:66-Vorsprung heraus (30.).

Dino Gregory, Abe Lodwick und Mark Dorris kassierten allerdings ihre vierten Fouls. Bamberg ging wieder in Führung: Sharrod Ford legte den Ball zum 75:76 in den Hagener Korb (34.). Als der Favorit die Sache in den Griff zu bekommen schien, packte Davin White die Wundertüte aus. Zwei leicht unverschämte Dreier brachten Phoenix ein 84:77. David Bell sorgte per Korbleger sogar für den 86:77-Vorsprung. Bamberg wirkte konsterniert, doch Phoenix bekam für wenige Momente fast etwas Angst vor der eigenen Courage. Anton Gavel wurde als erster Akteur wieder wach, traf zwei trockene Dreier und brachte sein Team eine Minute vor dem Ende wieder auf 91:89 heran.

Dann wurde es richtig dramatisch. David Bell vergab einen Dreier, doch Larry Gordon fing auf der Gegenseite einen Bamberger Pass ab. Davin White spielte die Uhr runter, zog zum Korb und fand in der Ecke den freien David Bell, der zehn Sekunden vor dem Ende zum 93:89 traf! Ohrenbetäubend war der Jubel in der ENERVIE Arena. Auch eine Auszeit von Chris Fleming änderte nun nichts mehr am Sieger. Davin White blockte Anton Gavels Dreier und Mark Dorris beendete die Partie mit einem Dunking zum 95:89!

Zwei Hagener bissen im Playoff-Fight besonders auf die Zähne: Davin White kämpfte mit Sprunggelenksproblemen aus Spiel eins. Und David Bell litt unter einer starken Erkältung. „Mein Dank geht auch an unseren Physiotherapeuten David Lopez und sein Team, die Davin fast Tag und Nacht behandelt haben, um ihn wieder fit zu bekommen“, sagt Trainer Ingo Freyer und zollt auch David Bell Respekt: „Er hatte die Hand heute eher am Taschentuch als am Ball. Aber er hat sich fantastisch durchgebissen.“

Die Viertelfinalserie steht damit 1:1. Spiel drei findet am Sonntag um 19.30 Uhr in der Stechert Arena statt. Spiel vier wird dann am kommenden Mittwoch um 19.30 Uhr wieder in der ENERVIE Arena ausgetragen. Übrigens: Wer die Highlights von Spiel zwei noch einmal sehen möchte, kann das am Freitagmorgen im ARD Morgenmagazin tun!

Trainerstimmen:

Ingo Freyer: „Wir freuen uns über das zweite Heimspiel. Es war sehr wichtig, dass wir die Partie die ganze Zeit über offen gestalten konnten gegen eine bessere Mannschaft. Dadurch hatten wir am Ende die Gelegenheit zum Sieg. Wir haben es heute geschafft, 40 Minuten die Intensität zu halten. Natürlich geben uns aber auch die Zuschauer in eigener Halle viel Energie. Wir haben unser Ziel erreicht, eines von zwei Spielen zu gewinnen. Das wollen wir in den nächsten beiden Spielen wieder schaffen!“

Chris Fleming: „Das war ein verdienter Sieg für Hagen. Die Konzentration war bei uns nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe.  Hagen ist dadurch ins Laufen gekommen, das ist immer sehr gefährlich. Wir müssen verantwortungsbewusster mit dem Ball umgehen. Jetzt schauen wir auf das Spiel am Sonntag.“

Phoenix Hagen: Hess (28/8, 7 Reb.), Gordon (16/2), Bell (14/3), Dorris (13),White (11/3), Gregory (6, 7 Reb.), Wendt (4), Lodwick (3/1), Kruel.

Brose Baskets: Gavel (21/2), Nachbar (19/2), Zirbes (17), Ford (10, 11 Reb.), Renfroe (8/2), Jacobsen (8/2), Goldsberry (3/1), Tadda (3), Neumann, Schmidt.

Zuschauer: 3.145 (ausverkauft)

Stationen: 12:11 (5.), 23:20 (10.), 34:37 (15.), 46:51 (20.), 59:61 (25.), 73:66 (30.), 86:77 (35.), 95:89 (40.).

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