ProA | 05.05.2013, 21:30 Uhr

Phoenix hält Playoff-Auftakt lange offen

Dieses Ergebnis täuscht! Im ersten Spiel des Viertelfinales der Beko BBL Playoffs unterlag Phoenix Hagen bei Titelverteidiger Brose Baskets mit 74:99 (43:48). 6.800 Zuschauer in der ausverkauften Stechert Arena staunten allerdings nicht schlecht, als die Feuervögel nach 30 Minuten noch mit 64:62 führten. Erst in den letzten sechs Minuten hatten die Gäste den Bambergern nicht mehr viel entgegenzusetzen.

Sharrod Ford im Duell mit Mark Dorris

Sharrod Ford im Duell mit Mark Dorris

Leider waren erst 30 Minuten gespielt

Leider waren erst 30 Minuten gespielt

Die Phoenix-Fans sahen starke Feuervögel

Die Phoenix-Fans sahen starke Feuervögel

Phoenix erzielte zwar die ersten Punkte der Partie durch Dino Gregory, begann in seiner ersten Playoff-Partie aber ziemlich nervös. Die Hagener ließen einige gute Chance in Korbnähe ungenutzt, während die Bamberger Offensivmaschine von Beginn an auf Touren kam. Da die hochkonzentrierten Gastgeber zunächst den Rebound kontrollierten und offensiv fast ohne jeden Fehlversuch blieben, konnte Sharrod Ford sein Team bis auf 23:6 in Führung bringen (6.). Zu Beginn trafen die Baskets sicher aus der Distanz und spielten mit zunehmender Zeit auch ihre körperliche Überlegenheit aus. Erst gegen Ende des ersten Viertels sank die Bamberger Quote langsam und Phoenix kam besser ins Spiel – auch, weil die Feuervögel immer wieder aggressiv den Korb attackierten. Nach dem ersten Viertel stand es 30:14.

Die Mannschaft von Ingo Freyer konnte die Nervosität nun abschütteln und zeigte ein überaus beherztes zweites Viertel. Fünf Punkte von Dino Gregory stellten das Ergebnis auf 33:21 und nötigten Chris Fleming zu einer Auszeit. Jetzt gelang es Phoenix mehr und mehr, sein Spiel durchzudrücken. Hilfreich dabei war vor allem, dass David Bell sicher aus der Distanz traf. Seine Dreier brachten Hagen zunächst auf 36:27 (15.) und dann auf 42:35 heran (17.). Nach einer weiteren Auszeit von Chris Fleming versuchte Bamberg erneut, seine Größenvorteile auszuspielen. Doch Hagen hatte nun auch defensiv viel mehr Zugriff auf die Partie, spielte energiegeladen und kam zur Pause durch ein Dreipunktspiel von Davin White – es waren seine ersten Punkte der Partie – bis auf 48:43 heran. Phoenix gewann das zweite Viertel mit 29:18, führte beim Rebound mit 16:14 und sammelte dabei acht wichtige offensive Abpraller.

Bamberg kam auch in der zweiten Halbzeit konzentrierter aus der Kabine. Hagen leistete sich hingegen zu Beginn des dritten Viertels einige Schwächen, vergab Freiwürfe und produzierte Ballverluste. Die Baskets nutzten die Gunst der Stunde und setzten sich durch einen Dunking von Maik Zirbes bis auf 58:45 ab (24.). Auch wenn Phoenix in dieser Phase offensiv nicht zur Geltung kam, kämpfte die Mannschaft von Ingo Freyer sich über gute Defense, Reboundarbeit und Ballgewinne zurück ins Spiel. Davin White verkürzte bis auf 60:52 (28.). Der starke Ole Wendt vollendete ein Dreipunktspiel zum 62:59, Abe Lodwicks Dreier bedeutete den 62:62-Ausgleich und Davin White besorgte per Korbleger die sensationelle 64:62-Führung für Hagen zur letzten Viertelpause!

Doch im letzten Abschnitt zeigten die Bamberger dann noch einmal, wie die Playoffs funktionieren. Der Titelverteidiger legte defensiv deutlich zu. Nach einem unsportlichen Foul gegen Davin White setzten sich die Brose Baskets bis auf 75:66 ab (33.). Alex Renfroes Dreier zum 78:66 konterten David Bell und Ole Wendt noch einmal (78:71, 34.). Danach hatten die Hagener den Gastgebern aber nichts mehr entgegenzusetzen, erzielten in den letzten sechs Minuten nur noch drei Punkte und verloren am Ende zu deutlich mit 99:74. Der Schlussabschnitt ging mit 37:10 an Bamberg.

Trainerstimmen:

Chris Fleming: „Gratulation an Hagen für eine tolle Saison, die sie mit vielen Emotionen gespielt haben und in der Schlussphase alle Topmannschaften zuhause geschlagen haben. Hut ab für diese tolle Leistung. Aus unserer Sicht ist das schnell erklärt: Hagen ist eine unorthodoxe Mannschaft, an die man sich erst gewöhnen muss. Wir sind sehr gut gestartet und haben das Spiel gut zu Ende gebracht. Hier haben wir uns jeweils die 'Loose Balls' gesichert, in den anderen beiden Vierteln sah es genau anders herum aus. Das war heute der Unterschied. Am Ende hat unsere Mannschaft im vierten Viertel sehr gut reagiert und verteidigt. Ein Lob an Nachbar für seine Führungsqualitäten in der Offensive und an Karsten Tadda, der uns viel Energie gegeben hat.“

Ingo Freyer: „Glückwunsch an Bamberg. Sie haben heute zu Recht gewonnen, auch wenn die 25 Punkte am Ende viel zu hoch waren. Kompliment an meine Mannschaft, sie ist nach den Bamberger Läufen zurückgekommen und konnte im dritten Viertel sogar in Führung gehen. Danach sind wir aus dem Tritt gekommen und Bamberg hat einen Lauf hingelegt und mit 25 Punkten Unterschied gewonnen. Unser größtes Problem war der Boden hier, das war sehr auffällig. Unsere Guards sind heute permanent beim Penetrieren weg gerutscht, hier müssen wir mal die Bamberger nach ihrem Schuhwerk fragen. Wir nehmen heute viel mit, das lässt mich sowohl für das Heimspiel, aber auch für Spiel drei hoffen.“

Brose Baskets: Ford (18), Nachbar (16), Tadda (13/1), Renfroe (12/2, 7 Ass.), Gavel (12/2), Zirbes (10), Jacobsen (8/2), Neumann (8), Goldsberry (2), Schmidt.

Phoenix Hagen: Bell (17/5), Wendt (16, 6 Reb.), Gregory (11, 11 Reb.), White (11/1), Dorris (9), Gordon (5/1, 7 Reb.), Lodwick (3/1), Kruel (2), Hess.

Zuschauer: 6.800 (ausverkauft)

Stationen: 21:6 (5.), 30:14 (10.), 38:27 (15.), 48:43 (20.), 58:46 (25.),  62:64 (30.), 85:71 (35.), 99:74 (40.).

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