ProA | 27.04.2013, 22:00 Uhr

Echt wahr: Phoenix erreicht die Playoffs!

Keine sieben Monate ist es her, da eröffnete Phoenix Hagen die Saison mit einer 68:73-Heimniederlage gegen Gießen. Wetten auf eine Playoff-Teilnahme der Feuervögel brachten damals ziemlich gute Quoten. Jetzt ist es Gewissheit: Phoenix Hagen hat die Endrunde um die deutsche Meisterschaft erreicht! Ein 99:88 (47:34) gegen den Mitteldeutschen BC reichte am letzten Spieltag für die Qualifikation. Das Viertelfinale gegen Titelverteidiger Bamberg beginnt bereits am kommenden Sonntag!

Phoenix Hagen hat's geschafft!

Phoenix Hagen hat's geschafft!

Das Handy wurde zum wichtigsten Verbündeten

Das Handy wurde zum wichtigsten Verbündeten

Der beste Freund des Phoenix-Fans war diesmal weder der Schal noch der Sitznachbar. Die Blicke gingen mit zunehmender Spielzeit immer mehr in Richtung Smartphone. Zwar war das Spiel gegen den MBC längst nicht gewonnen, doch die Zwischenstände der Konkurrenz aus Bonn und Würzburg rückten mehr und mehr in den Fokus. Phoenix war schließlich auf Schützenhilfe angewiesen! Während sich die Rheinländer ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit den Bayern lieferten (und schließlich mit 103:98 nach Verlängerung gewannen), gerieten die s.Oliver Baskets relativ schnell gegen die Brose Baskets ins Hintertreffen. Bamberg siegte mit 70:52 und suchte sich den Gegner für die Playoffs quasi selbst aus: Statt Würzburg ist es nun Hagen!

3.145 Zuschauer in der zum elften Mal in Folge ausverkauften ENERVIE Arena sahen einen Start-Ziel-Sieg ihrer Mannschaft, der in der Schlussphase aber noch einmal in Gefahr geraten sollte. Phoenix legte ein blitzsauberes erstes Viertel hin. Ballgewinn reihte sich an Ballgewinn. Als David Bell auch noch seine Dreier traf, enteilten die Gastgeber auf 28:13. In der Offensive durchliefen die Hagener im zweiten Viertel aber eine Schwächephase. Phoenix ließ viele leichte Chancen liegen und hatte in Philipp Heyden einen unbarmherzigen Center gegen sich, der die Hagener Attacken Richtung MBC-Korb reihenweise „rasierte“. Die Partie hatte nun fast schon „Wild-West-Stil“. Es ging hin und her – und es wurde schnell geschossen.

Der vorzügliche Malte Schwarz (er traf sechs Dreier!) verkürzte auf 31:26 (14.). Ballgewinne und ein treffsicherer David Bell brachten Phoenix aber zurück ins Spiel. Zur Pause führten die Hagener mit 47:34. Weil Davin White (27 Punkte in der zweiten Hälfte) nach dem Seitenwechsel so richtig aufdrehte, schien der Sieg nicht mehr in Gefahr zu geraten. Bis auf 64:47 enteilten die Feuervögel (28.). Doch im ungewohnten Angesicht der Playoffs bekam die Mannschaft von Ingo Freyer gegen nimmermüde Weißenfelser noch einmal Probleme. Die trafen sehr gut aus der Distanz und waren beim Rebound – und hier vor allem am offensiven Brett – deutlich überlegen. Und so verkürzten die Gäste durch Philipp Heyden bis auf 66:60. 

Es herrschte fast schon lähmendes Entsetzen auf den Rängen. Die Feierstunde wurde kurzerhand verschoben. Mit den Fans im Rücken trafen die Hagener nun wieder ihre Dreier (Larry Gordon, Adam Hess) und bauten den Vorsprung auf 83:72 aus (35.). Der MBC hatte allerdings längst Spaß gefunden an dem Geschehen in der ENERVIE Arena und spielte locker auf, während die Feuervögel nun Nerven zeigten. Davin White traf einen wichtigen Sprungwurf zum 86:79. Was offensiv nicht funktionierte, kompensierten die Hagener durch großen Einsatz und viele Ballgewinne. Von der Freiwurflinie gaben sie sich am Ende keine Blöße – und siegten mit 99:88! Und damit heißt es endlich auch in Hagen: Playoffs, baby!

Phoenix Hagen beschloss die Hauptrunde mit stolzen 36:32 Punkten als Achter! Kein Team erzielte mehr Punkte als Phoenix (2.955), keines kassierte mehr (3.057). Gleich zwei Hagener sind ligaweit führend in statistischen Kategorien: Davin White wurde mit 17,2 Punkten Top-Scorer, Dino Gregory ist bester Schussblocker (1,8 pro Partie). Ein toller Schlussspurt mit sieben Siegen aus den letzten zehn Spielen bescherte Phoenix am Ende die Playoffs!

Und wie geht es jetzt weiter? Das Viertelfinale wird im Modus „Best-of-Five“ gespielt; München trifft auf Berlin, Oldenburg auf Bonn, Ulm auf Quakenbrück – und Phoenix Hagen auf die Brose Baskets! Die Playoffs beginnen am kommenden Wochenende. Die Feuervögel müssen am 5. Mai nach Bamberg (Uhrzeit noch offen). Das heißersehnte Heimspiel findet am 9. Mai (Christ Himmelfahrt) statt und beginnt um 13.05 Uhr (live bei SPORT1). Spiel drei findet am 12. Mai um 19.30 Uhr in Bamberg statt. Eventuell weitere Termine wären der 15. Mai (in Hagen) und der 19. Mai (in Bamberg).

Trainerstimmen:

Ingo Freyer: „Wer hätte gedacht, dass wir schon in diesem Jahr die Playoffs erreichen? Der MBC hat heute niemals aufgegeben. Für uns war die Situation neu, um die Playoffs zu spielen. Das ist dann auch eine Nervensache. Letztendlich haben wir die Partie relativ solide runtergespielt. Heute dürfen wir uns freuen über das Erreichte. Doch danach geht es darum, die Konzentration auf die Playoffs und auf die Zukunft zu richten. Dieser Erfolg soll schließlich keine Eintagsfliege sein!“

Silvano Poropat: „Wir haben unser Ziel bereits letzte Woche erreicht. Aber wir wollten die Saison unbedingt mit einem guten Spiel beenden. Ich denke, das ist uns gelungen. Es war ein schönes Spiel, in dem Hagen stets vorne lag. Aber wir haben ein Team, das niemals aufgibt! Insgesamt sind wir zufrieden mit dem Spiel und mit der Saison. Glückwunsch an Hagen zum Erreichen der Playoffs. Ich weiß, wie schwer das ist.“

Phoenix Hagen: White (33), Bell (21/5), Gordon (19/3, 9 Reb.), Hess (11/3), Gregory (8), Dorris (7), Lodwick, Wendt, Kruel.

Mitteldeutscher BC: Uskoski (21/3), Schwarz (18/6), Heyden (12, 15 Reb., 4 BS), Timberlake (10), Beidler (8), Vilhjalmsson (7/1), Wachalski (6), Pantelic (3/1), Lieser (2), Gibson (1), Lange.

Zuschauer: 3.145 (ausverkauft)

Stationen: 13:8 (5.), 28:13 (10), 36:28 (15.), 47:34 (20.), 58:44 (25.),66:60 (30.), 84:75 (35.), 99:88 (40.).

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