ProA | 20.04.2013, 22:45 Uhr

Traum von den Playoffs bleibt trotz Niederlage

Eine gute Chance ist vertan, aber der Traum lebt weiter. Phoenix Hagen unterlag den Artland Dragons mit 83:93 (42:53). 3.145 Zuschauer in der erneut ausverkauften ENERVIE Arena sahen ein interessantes Spiel, in der die Aufholjagd der Feuervögel in der zweiten Hälfte am Ende nicht belohnt wurde. Die Playoffs sind aber weiterhin in Reichweite!

Nicht zu stoppen: Bryce Taylor

Nicht zu stoppen: Bryce Taylor

Shooter im Duell: Mallet vs. Bell

Shooter im Duell: Mallet vs. Bell

Quakenbrück verzichtete auf Center Petar Popovic und machte sein Team gegen die schnellen Hagener kleiner. Von Beginn an fanden die Gäste gute Mittel gegen das aggressive Doppeln. Mit dem Selbstbewusstsein des 74:73 in Bamberg fanden sie schnell ins Spiel. Dass Quakenbrück die Hagener Defense knackte, hatte vornehmlich drei Gründe: Die Dragons behielten auch unter Druck meist die Ruhe, hatten mit Bradley Buckman einen vorzüglichen Langen, der immer ein Auge für die Schützen hatte – und sie trafen über Bryce Taylor und Demond Mallet mit chirurgischer Präzision aus der Distanz.

Während bei Phoenix etliche Würfe aus dem Korb sprangen, traf Taylor von der Dreierlinie zum 16:7 (6.). Die Dragons bekamen auf der ballabgewandten Seite immer wieder ihre Schützen frei, die Hagener erzwangen dagegen zu häufig ihre Würfe. Mit großem Kampfgeist blieb die Mannschaft von Ingo Freyer dennoch in Schlagdistanz. Abe Lodwick verkürzte per Tip-in zum 21:25 nach zehn Minuten.

Davin White glich nach 14 Minuten sogar zum 30:30 aus, doch die Trefferquote der Gäste erreichte nun schon fast sagenhafte Ausmaße. Bryce Taylor legte eine unglaubliche erste Hälfte aufs Parkett und schraubte den Spielstand im Duett mit Mallet auf 38:30. Zum Korb brachten die Dragons den Ball lange nicht mehr, denn sie strotzten nur so vor Selbstvertrauen bei ihren Würfen. Johannes Strasser, Demond Mallet und MarQuez Haynes erhöhten bis auf 53:37 (19.). Hagen hatte zur Pause planmäßig viel mehr Würfe als der Gegner (41:28), Quakenbrück traf aber zehn seiner 14 Dreier und hatte Bryce Taylor, der bis zur Halbzeit (42:53) alleine 21 Punkte sammelte.

Nach der Pause stellte Ingo Freyer defensiv um. Die Hagener doppelten jetzt nicht mehr, machten das Feld defensiv größer und wechselten stattdessen viel die Gegenspieler.  Das nahm den Dragons nach und nach den Wurfrhythmus.  Phoenix verteidigte aggressiv und attackierte ebenso aggressiv den gegnerischen Korb. Ein Dreier von David Bell brachte den Ausgleich (29.). Als die Artland-Quote sank, holte Bradley Buckman die Keule raus: Ein Verzweiflungsdreier aus der Drehung zum 68:65 senkte den Lärmpegel in der ENERVIE Arena und war der Beginn eines Quakenbrücker Zwischenspurts. Mallets Korbleger stellte das Ergebnis auf 74:65 (31.).

Doch Phoenix kam noch einmal zurück. Zwei Dreier von Larry Gordon brachten die Gastgeber wieder ins Spiel. David Bell verkürzte auf 73:74 (35.). In der Schlussphase versuchte es Phoenix mit schnellen und aggressiven Attacken auf den Korb. Doch der Erfolg blieb zu oft aus: Die Hagener konnten sich bei ihren Schnellangriffen nicht für die gute Defensivarbeit belohnen. Phoenix ließ einige Korbleger aus und schaffte es auch viel zu selten an die Freiwurflinie. Die angeschlagenen Dragons bekamen dank der erfolglosen Hagener Breaks wieder Oberwasser. Und Demond Mallet demonstrierte, warum er den Dreipunktewettbewerb beim Allstar Day gewonnen hat, als er zunächst zum 81:75 (37.) und dann zum entscheidenden 89:79 (39.) traf. Und so blieb am Ende keine echte Enttäuschung, aber ein wenig Trauer über eine verpasste Chance. Doch am letzten Spieltag haben die Feuervögel bei einem Sieg über den Mitteldeutschen BC immer noch die Gelegenheit, sich mit Bonn und Würzburg um die Plätze sieben bis neun zu streiten! 

Trainerstimmen:

Ingo Freyer: „Es war ein Spiel mit guten und schlechten Phasen auf beiden Seiten. Es ist schade, dass eine Partie am Ende so entschieden wird. Wir sind viel zum Korb gezogen, haben die Lay-ups aber nicht gemacht und sind nicht an die Freiwurflinie gekommen. Es war zuvor ein Kraftakt von uns, durch den wir mit Selbstvertrauen und mit einem Lauf aufschließen konnten. Da hatten wir eigentlich das Momentum.“

Stefan Koch: „Wir wussten, wie schwer das für uns wird. Es war unser fünftes Spiel in zwei Wochen, da fehlt es an Vorbereitung. Der Hauptgrund für die Schwere der Aufgabe heißt aber Phoenix Hagen mit seiner Qualität. Noch problematischer wurde es für uns durch die Verletzung von Anthony King. Ein großes Lob geht heute, wie schon in Bamberg, an Bradley Buckman. Wir haben damit unser Saisonziel Playoffs erreicht, dafür ein großes Kompliment an meine Mannschaft. Es war eine schwere Saison mit vielen Rückschlägen für uns."

Phoenix Hagen: Gordon (16/2), Dorris (15), Bell (14/2, 6 Ass), White (13/2), Hess (10/2), Lodwick (7/1), Gregory (6, 8 Reb.), Kruel (2), Wendt.

Artland Dragons: Taylor (25/5), Mallet (22/4), Buckman (17/2, 11 Reb.), Haynes (10/2),Grünheid (6/1), Strasser (5/1), Ratkovica (4), King (4), Njei.

Zuschauer: 3.145 (ausverkauft)

Stationen: 7:13 (5.), 21:25 (10), 30:38 (15.), 42:53 (20.), 55:62 (25.), 65:70 (30.), 73:74 (35.), 83:93 (40.).

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