ProA | 02.02.2013, 21:00 Uhr

Orkan-Viertel bringt den zehnten Saisonsieg

Der Zirkus ist in der Stadt! Das Showprogramm 2012/2013 vom Phoenix Hagen ist weiterhin gespickt mit Höhepunkten. In einer mitreißenden zweiten Hälfte drehten die Feuervögel eine fast schon verlorene Partie nach einem wahren Offensivfeuerwerk und besiegten die Eisbären Bremerhaven am Ende mit 95:88 (31:47).

Davin White bei der Humba

Davin White bei der Humba

David Bell gegen Stefan Jackson

David Bell gegen Stefan Jackson

3.145 Zuschauer verbrachten einen überaus launigen Abend in der ausverkauften ENERVIE Arena. Dabei sah es lange Zeit so aus, als ob die Eisbären die Punkte mit an die Nordsee nehmen sollten. Bis auf 51:31 waren die überlegenen Gäste nach 21 Minuten enteilt. Bremerhaven gefiel mit seiner variablen und aggressiven Verteidigung, während Phoenix viele leichte Fehler machte: Verschenkte Rebounds, vergebene Lay-ups, ja sogar ein „Eigenkorb“ nach einem missglückten Defensivrebound ließen Trainer Ingo Freyer und die Fans aufstöhnen.

Bremerhaven gestaltete das Spiel – eher ungewöhnlich in der Beko BBL – vornehmlich aus der Halbdistanz. Insbesondere der athletische Stefan Jackson war dabei kaum zu stoppen. Mit zunehmender Zeit gerieten die Hagener in der ersten Hälfte auch beim Rebound ins Hintertreffen.   Offensiv ging der Rhythmus mehr und mehr verloren. Es wirkte engagiert, aber unglücklich, was die Feuervögel auf das Parkett brachten.

In der zweiten Halbzeit setzte Ingo Freyer von Beginn an alles auf eine Karte. Er stellte auf Zonenverteidigung um und verordnete noch einmal eine Tempoerhöhung in der Offensive. Mitte des dritten Viertels zeigte Bremerhaven erstmals Wirkung. Der defensive Druck der Feuervögel machte dem Team von Doug Spradley ebenso zu schaffen wie die wachsende Begeisterung auf den Rängen. Dennoch:  Die Eisbären nahmen einen überaus komfortablen 67:53-Vorsprung mit in den Schlussabschnitt.

Doch Phoenix Hagen 2012/2013, das bedeutet auch Offensiv-Wahnsinn und niemals aufgeben. Wie ein Orkan fiel die Smallball-Aufstellung White/Bell/Gordon/Hess/Lodwick jetzt über die Gäste von der Nordseeküste her.  Binnen 3 Minuten und 54 Sekunden versenkten fünf verschiedene Hagener Spieler insgesamt sechs Dreier und sorgten für einen 22:4-Zwischenspurt! Die Halle brodelte, als Davin White Phoenix erstmals seit der siebten Minute wieder mit 72:71 in Führung brachte – und sie kochte über, als David Bell wenige Sekunden später zum 75:71 traf.

Bremerhaven holte sich noch einmal die Führung zurück (79:80, 37.), zeigte im Hexenkessel ENERVIE Arena gegen aufgedrehte Hagener nun aber verstärkt Wirkung. Das Selbstvertrauen der Feuervögel war greifbar. Fast schon unverschämt war der Gamewinner von Davin White, der Philip Zwiener mit „Ansage“ einen Dreier zum  87:81 ins Gesicht setzte (39.). Mit unbändigem Willen und beeindruckenden Zahlen gewannen die Hagener nach 40 Minuten mit 95:88. Das letzte Viertel sicherten sich die Phoenix-Scharfschützen mit 42:21 (!) – und den Rebound gewannen die Gastgeber nach dem Wechsel mit 21:8 (insgesamt: 39:35).

Trainerstimmen:

Ingo Freyer: „Wer hätte das nach dieser ersten Hälfte gedacht. Mental war uns Bremerhaven da sehr überlegen. Wir haben uns zu viele Gedanken gemacht, statt uns auf uns zu konzentrieren. Der Kopf ging früh runter. Ich war sehr sauer zur Halbzeit. Nach dem Wechsel haben wir dann alles auf eine Karte gesetzt. Wir haben Zone verteidigt, schnell abgeschlossen – und gut getroffen. Und das nicht zum ersten Mal. Phoenix Hagen steht dafür, immer bis zum Ende zu kämpfen, egal wie aussichtslos die Lage ist. Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft, das waren wichtige Punkte.“

Douglas Spradley: „Über drei Viertel haben wir das Spiel kontrolliert. Wir hatten die Partie gut im Griff, haben gut verteidigt. Im letzten Viertel haben wir zu egoistisch gespielt, zu wenig als Team. Dadurch hat Hagen einen Lauf bekommen. Wir waren am Ende nicht schlau genug und nicht aggressiv genug gegen die Dreierschützen. Hagen hat dann auch die ganz schwierigen Würfe getroffen. Ich kann mich nicht erinnern, dass jemals eine Mannschaft 42 Punkte in einem Viertel gegen mich erzielt hat. Am Ende gilt: Ein Spiel dauert 40 Minuten.“

Phoenix Hagen: White (23/4), Bell (21/3), Hess (20/3), Gordon (17/2), Dorris (7), Lodwick (5/1), Gregory (2, 9 Reb., 7 BS), Schoo, Kruel, Wendt.

Eisbären Bremerhaven: Burrell (19), Zwiener (17, 9 Reb), Jackson (17, 7 Ass), Waleszkowski (12), Harris (6/1), Burtschi (6), Kruger (5/1), Morrison (4), Canty (2), Raffington.

Zuschauer: 3.145 (ausverkauft)

Stationen: 7:10 (5.), 17:24 (10.), 27:34 (15.), 31:47 (20.), 40:57 (25), 53:67 (30.), 77:75 (35), 95:88 (40.).

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